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Ostholstein Darmkeime? Wasser abkochen!
Lokales Ostholstein Darmkeime? Wasser abkochen!
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10:12 26.01.2019
Trinkwasser soll in einigen Gegenden Ostholsteins vorsichtshalber abgekocht werden. Quelle: Richard Villalon/Fotolia
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Süsel

Lieber sprudelnd abkochen als einfach so genießen: Der Zweckverband Ostholstein (ZVO) gibt vorsorglich eine Warnung an Kunden im Versorgungsgebiet des Wasserwerks Süsel heraus. Betroffen sind vor allem Orte im mittleren Ostholstein. Bei einer Routineüberprüfung sind laut ZVO-Sprecherin Nicole Buschermöhle möglicherweise Darmkeime festgestellt worden. Das Gesundheitsamt hat dem ZVO empfohlen, die Eilmeldung herauszugeben.

20 bis 30 weitere Proben entnommen

ZVO-Sprecherin Nicole Buschermöhle erläutert, dass regelmäßig Proben gezogen würden. Hauptziel sei es, mögliche Verunreinigungen zu erkennen und darauf zu reagieren. In dem aktuellen Fall sei ein Grenzwert überschritten worden. „Dieser liegt bei Null und der gemessene Wert ist geringfügig darüber. Noch handelt es sich nur um einen Verdacht“, betont die Sprecherin. Im Laufe des Freitags seien 20 bis 30 weitere Proben entnommen worden. Dabei würden die Wasserhähne zunächst abgeflammt, um sämtlich Keime an der Oberfläche abzutöten.

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Dennoch sei bislang nicht eindeutig klar, ob die Darmkeime wirklich im Wasser enthalten seien. „Es kann sein, dass der Wasserhahn nicht richtig abgeflammt wurde. Auch sind eine Verunreinigung aus der Luft sowie eine Verunreinigung des Gefäßes, in dem die Probe transportiert wurde, möglich“, sagt sie. Im Laufe des kommenden Montag sollen die endgültigen Ergebnisse vorliegen. Der Prüfer benötige 25 bis 48 Stunden, um das Wasser zu analysieren. Sollte etwas auffällig sein, werde zunächst der Zweckverband kontaktiert. „Wir haben anschließend das Gesundheitsamt eingeschaltet“, erläutert Buschermöhle die Vorgehensweise.

Das Wasserwerk des ZVO in Süsel – ein etwas älteres Bild. Quelle: Eckhard Meier

Unter ständiger Beobachtung

Neben dem Hauptwasserwerk in Süsel gibt es weitere Anlagen in Ahrensbök, Timmendorfer Strand, Farve, Oldenburg und Klötzin. Jedes Werk ist für die Versorgung eines Gebietes zuständig. Laut Nicole Buschermöhle würden in allen etwa ein Mal pro Woche Proben entnommen. „Die deutsche Trinkwasserversorgung gehört zu den strengsten weltweit. Wir stehen da unter ständiger Beobachtung – zu Recht“, sagte die ZVO-Sprecherin. Die Ergebnisse der Untersuchungen werden auf der ZVO-Internetseite aufgelistet. Aus dem Jahresbericht 2017 geht hervor, dass keinerlei Darmbakterien gefunden wurden.

Wichtige Hinweise für Kunden

Vor allem bei immungeschwächten Menschen kann keimbelastetes Trinkwasser, wenn es zur Nahrungsmittelzubereitung und zum Trinken genutzt wird, die Gesundheit beeinträchtigen. Da Keime sehr hitzeempfindlich sind, sterben sie im kochenden Wasser ab. Der ZVO empfiehlt, dass Wasser beim Zubereiten von Getränken wie Tee und Kaffee sowie von Nahrung für Säuglinge, Kleinkinder und Kranke unbedingt abzukochen. Das gelte auch für das Abwaschen von Obst und Gemüse und das Spülen von Gefäßen, in denen Lebensmittel aufbewahrt würden. Ebenfalls vorsichtig sein sollen die Menschen beim Zähneputzen und auch bei der Reinigung von Wunden. Auch das Herstellen von Eiswürfeln sollte nur mit abgekochtem Wasser erfolgen.

Nicht notwendig sei das Abkochen zu Reinigungszwecken, für Haustiere und Vieh sowie für die Toilettenspülung. Auch beim Duschen oder Baden könne auf das Abkochen verzichtet werden.

Bürgertelefon eingerichtet

Wer Rückfragen zum eventuell keimbelasteten Trinkwasser hat, der erreicht die Mitarbeiter des Zweckverbands Ostholstein unter der Nummer 045 61/39 92 91.

Diese Orte sind betroffen: Hasselburg, Kassau, Klaushorst, Plunkau, Sibstin, Sierhagen, Stolpe, Braak, Klenzau, Güldenstein, Kayhof, Kasseedorf, Freudenholm, Griebel, Sagau, Stendorf, Vinzier, Scharbeutz, Gronenberg, Haffkrug, Pönitz, Pönitz am See, Untersteenrade, Halendorf, Hobstin, Langenhagen, Mönchbuschkate, Mönchneversdorf, Neupetersdorf, Rethwisch, Scheelholz, Scheidekate, Schönwalde, Vogelsang, Oevelgönne, Roge, Sierksdorf, Stawedder, Barkau, Bujendorf, Ekelsdorf, Fassensdorf, Gömnitz, Gothendorf, Kesdorf, Middelburg, Ottendorf, Süsel, Woltersmühlen, Barensdorf, Döhnsdorf, Farver Burg, Friederikenhof, Grammdorf, Hansühn, Kreuzkate, Kükelühn, Meischensdorf, Neutestorf, Testorf, Testorfer Felde, Wangels, Wasbuck sowie Kunden der Stadtwerke Neustadt (Neustadt, Pelzerhaken und Rettin).

Susanne Peyronnet und Sebastian Rosenkötter