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Ostholstein Tunnel-Konferenz in Malmö: Zu Besuch auf der anderen Seite
Lokales Ostholstein Tunnel-Konferenz in Malmö: Zu Besuch auf der anderen Seite
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18:10 30.05.2018
Lollands Bürgermeister Holger Schou Rasmussen (3.v.l.) zeigt der Delegation, darunter Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP, 3.v.r.) und Landrat Reinhard Sager (CDU, r.), die geplante Tunnel-Baustelle auf dänischer Seite.
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Ostholstein/Malmö

Unsere Region bei der Konferenz unter anderem durch eigene Wortbeiträge mehr in den Fokus zu rücken, das sei sehr gut gelungen, resümierte gestern Ostholsteins Landrat Reinhard Sager (CDU), zugleich Vorsitzender des Fehmarnbelt-Komitees. Außerdem habe ihn die Entschlossenheit aller Verkehrsminister beeindruckt, das Projekt realisieren zu wollen (LN berichteten). Beim Besuch des dänischen Logistikstandorts Køge, der an der Beltachse liegt und aufwendig ausgebaut wird, habe die 77-köpfige Delegation gesehen, „mit welchem Tempo und Präzision die Dänen bereits in Vorleistung gehen“. Neu sei das Thema Digitalisierung in den Mittelpunkt gerückt. „Wir werden alle zu Networkern, müssen mit unseren Kollegen in Dänemark und Schweden permanent verbunden sein und uns schneller abstimmen“, betonte Sager.

Wertvolle Kontakte, viele Eindrücke: Mit Dutzenden Visitenkarten in ihren Taschen sind am Dienstagabend die Teilnehmer einer norddeutschen Delegation von den Fehmarnbelt Days in Malmö zurückgekehrt. Mit an Bord des Reisebusses waren auch Vertreter aus Ostholstein.

Auch Fehmarns Bürgermeister Jörg Weber (SPD) zog ein positives Fazit. „Wir haben unser Netzwerk weiter ausgebaut, auf deutscher, dänischer und schwedischer Seite.“ Dabei stachen gerade die Gäste von der Insel bei der zweitägigen, fast ausschließlich von Tunnelbefürwortern besuchten Konferenz heraus. „Fehmarn ist immer das kleine gallische Dorf, das hat man uns wieder aufs Brot geschmiert. Aber damit können wir leben“, sagte Weber gelassen. In den Podiumsdiskussionen kamen auch die mehr als 12000 Einwendungen von deutscher Seite wiederholt zur Sprache. „Diese Zahl wird immer negativ verkauft“, kommentierte Weber, „das heißt aber auch, dass sich Menschen damit befasst haben. Das sind keine 12000 Spinner.“ 90 Prozent der Fehmaraner hingen am Tropf des Tourismus. „Wir wollen zeigen, dass wir uns nicht alles überstülpen lassen.“

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Interessant war für die Ostholsteiner, dass es auch bei der Öresundbrücke zwischen Kopenhagen und Malmö am Anfang viele Proteste auf schwedischer Seite gab. Den Menschen sei der Nutzen nicht ausreichend klargemacht worden. Eine zentrale Forderung in Malmö war so dann auch eine intensivere Kommunikation. Dem stimmten Jörg Weber und Fehmarns Regionalmanager Jürgen Zuch zu. Zwar nehme sich Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) viel Zeit, war zuletzt bei einem vierstündigen Besuch auf der Insel. Ebenso habe sich das Verhältnis zu Femern A/S verbessert (Weber: „Das sind nicht unsere Feinde.“). Aber kein Ministerpräsident, kein Bundesverkehrsminister, keine Kanzlerin sei in den vergangenen drei Jahren dagewesen, beklagten Zuch und Weber.

Zur Delegation aus Dänen und Deutschen gehörte auch Neukirchens Bürgermeister. „Ich war fasziniert, wie einfach es in Skandinavien ist, solche Projekte umzusetzen“, sagte Bernd Bruhn (CDU). Dort habe man die Menschen mitgenommen. Er befürworte den Tunnel. „Ich verspreche mir davon, dass wir als Campinggemeinde profitieren, vielleicht sogar einen Boom fürs ganze Jahr bekommen.“

Carsten Ingwertsen-Martensen, Leiter der Beruflichen Schule in Eutin, profitierte vor allem vom Thema Digitalisierung, das auch bei einem Reisestopp im dänischen Ballerup bei der IT-Firma KMD A/S im Fokus stand. „Das ist für uns als Schule ein wichtiges Thema. Diese Impulse nehme ich gern mit“, sagte Ingwertsen-Martensen. Zudem habe er sein Netzwerk ausgebaut, um den Schüleraustausch zu vertiefen.

Mehr Bilder: LN-Online.de/Ostholstein

Von Stefanie Schlemmer

30.05.2018
30.05.2018