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Ostholstein „Über Facebook möchte ich auch junge Menschen erreichen“
Lokales Ostholstein „Über Facebook möchte ich auch junge Menschen erreichen“
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21:13 06.01.2017
Ahrensbök

Herr Zimmermann, das neue Jahr hat begonnen – die Gemeinde Ahrensbök aber noch nicht den Haushalt beschlossen. Warum?

Feilte diese Woche an seiner Neujahrsansprache für den morgigen Sonntag: Andreas Zimmermann. Quelle: Foto: S. Latzel

Andreas Zimmermann: Das hängt mit der Übertragung der Abwasserentsorgung auf den Zweckverband zusammen. Es war eine Herkulesaufgabe, allein den Wert des Anlagevermögens – also Klärwerk, Rückhaltebecken und Leitungen – zu prüfen. Wir gehen jetzt in die Beratungen und wollen den Haushalt am 23. Februar beschließen.

Wie viel bekommt die Gemeinde für dieses Anlagevermögen vom Zweckverband?

Zimmermann: Die Summe darf ich nur im Einvernehmen mit dem Zweckverband nennen – und das liegt noch nicht vor.

Reicht das Geld vom Zweckverband denn für die Sanierung der Arnesbokenhalle, deren Kosten ja auf insgesamt zwei Millionen Euro geschätzt werden?

Zimmermann: Ja, und die Arnesbokenhalle ist in diesem Jahr auch der Schwerpunkt der investiven Maßnahmen. Ich gehe davon aus, dass von den Sachverständigen im Frühjahr eine Sanierung – und kein Neubau – vorgeschlagen wird. In den Haushalt 2017 werden wir vorerst eine bis 1,5 Millionen Euro für die Halle stellen.

Zeichnet sich in puncto leere Gemeindekasse in Ahrensbök eine Verbesserung ab?

Zimmermann: Leider nicht. Zwar haben wir das im Ursprungsentwurf für 2017 errechnete Defizit im Verwaltungshaushalt von 671000 Euro schon auf 221000 Euro reduzieren können. Aber es gibt eben ein strukturelles Defizit, da wir im Rahmen des Finanzausgleichs seit drei Jahren 200000 Euro weniger im Jahr bekommen, trotz des Aufgabenzuwachses. Das ist schwer zu kompensieren.

Welche Investitionen sind vonseiten der Gemeinde in diesem Jahr noch geplant?

Zimmermann: Anfang Februar erwarten wir das Ergebnis zur Machbarkeitsstudie für den Markt-Treff in Gnissau. Wenn das Projekt wirtschaftlich sinnvoll ist, könnte es sein, dass sich die Gemeinde finanziell beteiligt. Für die Planung eines neuen Feuerwehrgerätehauses in Böbs muss Geld in die Hand genommen werden, damit es spätestens ab dem nächsten Jahr gebaut werden kann. Außerdem wird sich die Gemeinde mit einem sechsstelligen Betrag am Genossenschaftsmodell „Selbstbestimmtes Wohnen“ beteiligen – und damit auch das Belegungsrecht für zwei Wohnungen erwerben.

Welche Rolle wird das Thema Windenergie in diesem Jahr in Ahrensbök spielen?

Zimmermann: Wir müssen die kaum noch nachvollziehbare Windkraftpolitik des Landes rüberbringen. Die Öffentlichkeitsbeteiligung an der neuen Landesplanung dauert ja bis Ende Juni. Bis dahin wollen wir mehrere Informationsveranstaltungen durchführen, eben für die Menschen vor Ort, die tatsächlich später mit den Windkraftanlagen leben sollen.

Wie sieht es für den seit Jahren geplanten Bürgerwindpark mit neun Windkrafträdern im Bereich Cashagen, Grebenhagen, Lebatz, Tankenrade (CGLT) aus?

Zimmermann: Dafür sind definitiv vier Anlagen genehmigt, dieser Windpark wird den Betrieb aufnehmen. Die weiteren fünf Anlagen befinden sich allerdings noch in einer Art Schwebezustand.

Gilt das auch für die ehemaligen Kiesgruben bei Lebatz? Das Areal sollte doch als geschützter Landschaftsteil ausgewiesen werden.

Zimmermann: Das Verfahren läuft, und wir wollen auch die Landespolitik als Unterstützer gewinnen. Das ist auch wichtig, falls das Gebiet im Rahmen einer weiteren Thematik auf den Lageplan kommt – nämlich in puncto Atommüll-Endlagerung.

Dafür könnte Lebatz infrage kommen?

Zimmermann: Ich kann es zumindest nicht ausschließen, es werden ja neue Standorte fixiert.

Sie sind als Bürgermeister häufig im sozialen Netzwerk Facebook aktiv, weisen dort beispielsweise auf Veranstaltungen in der Gemeinde hin. Lohnt sich das?

Zimmermann: Es kostet durchaus Zeit und Nerven. Viele Menschen wissen mittlerweile sehr wenig, haben aber ganz schnell eine Meinung. Immer weniger lesen die Tageszeitung, und die große Unwissenheit über Vorgänge in der Kommune ist teilweise erschreckend. Mir ist es aber wichtig, gerade auch den jungen Menschen die gemeindlichen Themen nahe zu bringen. Außerdem fordere ich dazu auf, sich direkt und persönlich während der Sitzungen zu informieren und die Verwaltungsvorlagen im Netz zu lesen.

Haben Sie Ihre Aktivitäten bei Facebook schon einmal bereut?

Zimmermann: Nein. Die Menschen sagen auch, dass sie es gut finden, dass ich dort schreibe – sie hätten vorher vieles gar nicht gewusst.

Interview: Sabine Latzel

Im September 2011 gewählt

Der Verwaltungsfachmann Andreas Zimmermann (52) hat seinen beruflichen Werdegang bei der Stadtverwaltung Lübeck begonnen. Anschließend arbeitete er 18 Jahre lang in der Gemeindeverwaltung Scharbeutz, war dort schließlich Leiter des Ordnungsamtes und der Informationstechnologie.

Im Jahr 2011 stellten die CDU- und die SPDFraktion in Ahrensbök den parteilosen Andreas Zimmermann als gemeinsamen Bürgermeisterkandidaten auf. Bei der Wahl im September 2011 setzte sich Zimmermann mit 60,4 Prozent der Stimmen gegen zwei weitere Kandidaten durch.

LN

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