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Ostholstein Übler Scherz: Bombenalarm legt Sana-Klinik lahm
Lokales Ostholstein Übler Scherz: Bombenalarm legt Sana-Klinik lahm
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12:09 30.09.2015
Quelle: Jennifer Binder
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Oldenburg

Ein übler Scherz hat gestern Nachmittag einen Großeinsatz wegen einer vermeintlichen Bombe an der Oldenburger Sana Klinik ausgelöst. Im Untergeschoss wurde ein verdächtiger Karton gefunden. Etwa 170 Kräfte von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst waren im Einsatz, Teile des Gebäudes wurden evakuiert. Auch der Kampfmittelräumdienst aus Kiel wurde angefordert. Noch bevor dieser eintraf, gab die Polizei nach etwa einer Stunde jedoch Entwarnung: Der „Bombenbauer“ war ausfindig gemacht worden. Offenbar sollte das Ganze ein harmloser Jux sein – der dann völlig nach hinten losging. Ob der Spaßvogel ein Mitarbeiter der Klinik war, wollte die Polizei gestern nicht beantworten.

Gegen 15.30<TH>Uhr wird der falsche Sprengsatz entdeckt: ein Styroporkarton mit der Aufschrift „Bombe“, aus dem Drähte herausragten. Die Machart habe von vornherein auf eine Attrappe hingedeutet, räumt Polizeisprecher Dierk Dürbrook ein. Dennoch habe man eine Gefahr nicht zweifellos ausschließen können. Ein Großaufgebot an Rettungskräften rückt an, der Mühlenkamp wird gesperrt, auf dem Sana-Parkplatz wird eine Art Einsatzzentrale eingerichtet.

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Auch die unteren Stockwerke der Klinik werden evakuiert; zahlreiche Mitarbeiter und Patienten müssen das Gebäude verlassen. Sie sei gerade im Archiv beschäftigt gewesen, als „plötzlich ein Polizist kam und gesagt hat, ich solle nach draußen gehen“, erzählt eine 17-jährige Oldenburgerin, die vor Kurzem ihr Freiwilliges Soziales Jahr an der Klinik begonnen hat. Während die junge Frau noch nicht weiß, weshalb das Gebäude geräumt wird, funktioniert der „Flurfunk“ anderswo auch draußen gut. „Ja, ja, die Bombe“, sagt ein Patient und nickt wissend. Er glaube aber nicht, „dass da irgendwas dran ist“.

Er soll Recht behalten. Bevor auch die oberen Etagen samt Krankenstationen geräumt werden, dürfen alle aufatmen. „Wir waren noch mitten im Evakuierungsprozess, als der Einsatz beendet wurde“, so Sana-Geschäftsführer André Stoschus. Er habe sich große Sorgen gemacht: „Etwas Vergleichbares habe ich noch nie erlebt“. Etwa 120 Patienten und 80 Mitarbeiter seien zur Zeit des Bombenalarms in der Klinik gewesen. Als feststand, dass es keine Explosion geben würde, sei er unheimlich erleichtert gewesen, sagt Stoschus, „ich bin nur froh, dass niemandem etwas passiert ist“.
Welche Konsequenzen den Macher der Scherzbombe erwarten, war gestern noch unklar. Auf jeden Fall sei das Ganze „eine unglaublich dumme Idee“ gewesen, betont Polizeisprecher Dürbrook. Er und seine Kollegen könnten „über solche Scherze wirklich nicht lachen“. Das gilt vermutlich auch für alle weiteren Betroffenen.

Jennifer Binder

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