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Ostholstein Ungewöhnliche Haustiere: So lebt es sich mit zwei Gänsen
Lokales Ostholstein Ungewöhnliche Haustiere: So lebt es sich mit zwei Gänsen
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15:39 13.08.2019
Lecker, Eisbergsalat: Alexander Falkner versorgt „Lisa“ und „Alfred“ mit ihrem Lieblingsfutter. Quelle: Sabine Latzel
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Pönitz am See

Eine „trompetenartige Stimme“ bescheinigt das Tier-Lexikon den Höckergänsen, und das belegen „Lisa“ und „Alfred“ eindrucksvoll, sobald jemand „ihr“ Grundstück betritt: Diese beiden Höckergänse melden jeden Besucher am Haus ihrer Familie in Pönitz am See (Gemeinde Scharbeutz), wo sie ein entspanntes Haustier-Leben genießen, nicht nützlich sein müssen, es gelegentlich aber trotzdem sind.

Anschaffungsgrund: Die Liebe zur Gans

Denn dass Gänse für den Wachschutz ausgezeichnet geeignet sind, machen sich Grundstücksbesitzer seit Jahrtausenden zunutze, und so übernehmen auch „Lisa“ und „Alfred“ die Aufgabe als gefiederte Alarmanlage. Dafür hat sie ihr „Herrchen“ Alexander Falkner allerdings nicht angeschafft – sondern einfach aus Liebe zur Gans. „Wir hatten früher immer diese Tiere auf dem Hof, ich bin daran gewöhnt“, sagt der aus Bayern stammende Pönitzer.

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Vor dreieinhalb Jahren hat er die Vögel ins Haus geholt, Fotos zeigen die beiden kleinen Gössel, auf Falkners Schoß sitzend. „Alfred“, mittlerweile um die 80 Zentimeter groß und laut Falkner etwa sieben Kilo schwer, klettert heute noch gelegentlich auf den Rücken seines Besitzers, was wegen seiner Krallen an den Füßen jedoch nicht ausschließlich ein Vergnügen ist. Im Haus halten sich die Gänse mittlerweile kaum noch auf, was schon allein deshalb angenehm ist, weil sie nicht stubenrein sind.

Stattdessen watscheln sie durch den Garten, folgen ihrem „Herrchen“ und knabbern auch mal die Blumen an – „dürfen sie“, sagen die Falkners, „wir haben genug davon“. Lieber mögen „Lisa“ und „Alfred“ ohnehin ihr Kraftfutter sowie Reis, Nudeln oder Kartoffeln, naschen ab und zu am Kuchen und stürzen sich auf knackigen Eisbergsalat, wenn es welchen gibt, denn das ist ihr Lieblingsessen.

Möglich, dass das Leben von „Lisa“ und „Alfred“, den Höckergänsen in Pönitz am See, nicht immer aufregend ist – dafür scheint es aber überaus relaxed zu sein.

In den Bräter kommen „Lisa“ und „Alfred“ nicht

Zumindest „Lisa“ revanchiert sich dafür, indem sie von Ostern bis zum Spätsommer jeden zweiten Tag ein Ei legt, ein prächtiges, großes Gänse-Ei, „eine Delikatesse“, sagt Alexander Falkner. Mehr ist nicht zu tun für die Höckergänse, die nachts und im Winter in ihrem 20-Quadratmeter-Stall wohnen und den Bräter nicht fürchten müssen. Denn das „Lisa“ und „Alfred“ irgendwann als Gänsebraten enden, ist für die Falkners völlig undenkbar.

So kann es noch lange weitergehen mit dem entspannten Gänseleben in Pönitz am See, denn Höckergänse können bis zu 20 Jahre alt werden. „Lisa“ und „Alfred“ werden also weiterhin Besucher lautstark ankündigen – und im Zweifelsfall auch ihr Revier verteidigen. Das sich aber auf den Garten beschränkt, weshalb der Postbote vorne am Tor nicht fürchten muss, ins Bein gezwickt zu werden.

Von Sabine Latzel