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Ostholstein Vandalismus: Eutin sperrt alle Schulhöfe
Lokales Ostholstein Vandalismus: Eutin sperrt alle Schulhöfe
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12:07 12.09.2019
Vorreiter Weber-Gymnasium: Auch vor den anderen Eutiner Schulen werden künftig Hinweisschilder auf eingeschränkte Nutzung stehen. Quelle: Ulrike Benthien
Eutin

Kein Zutritt mehr: Die Schulhöfe in Eutin sind künftig in der Zeit zwischen 18 Uhr und 7 Uhr am folgenden Morgen für die Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich. Die Stadt reagiert damit auf anhaltenden Vandalismus und verschafft der Polizei mehr Handlungsspielraum. Außerdem wird so ein Gleichgewicht zwischen allen Schulen hergestellt. Denn an der Weber-Schule ist bereits eine Hinweistafel angebracht worden, die das Betreten des Schulhofes in der betreffenden Zeit untersagt. Auf dem Gelände des Eutiner Gymnasiums hatte es immer wieder Zerstörungen und Reste von ausschweifenden Feiern gegeben. Schulleiterin Iris Portius hatte deswegen mehrfach ein Durchgreifen der Stadt gefordert.

Voß-Schule begrüßt „klare Regeln“

Die Flächen der Wilhelm-Wisser-Schule, die Gustav-Peters-Schule und die Voß-Schule werden in Zukunft ebenfalls ab den Abendstunden gesperrt. „Wir haben nicht im Ansatz die Probleme, die die Weber-Schule hat“, sagt Dr. Danilo Behnke, stellvertretender Schulleiter des Voß-Gymnasiums. „Aber im Sommer haben wir im Schulgarten schon festgestellt, dass es da morgens nicht so aussah wie vorher und wir da nicht allein sind. Wir haben nicht sofort die Polizei gerufen. Aber wir begrüßen eine einheitliche Sichtweise und Handhabung. Wenn es eine Fixierung auf klare Regeln gibt, dann sind wir dabei.“ Schulleiterin Tanja Dietrich bekräftigte das im Schulausschuss: „Wir liegen etwas abgelegener vom Zentrum und haben in den vergangenen Jahren zwei mal Graffiti gehabt. Es ist aber gut, wenn es Regeln gibt, die für die Eutiner Schulen allgemein gelten.“

Wisser-Rektor ist für eine Einzäunung seiner Schule

Sven Ulmer, Rektor der Wisser-Gemeinschaftsschule, hätte am liebsten schon ab 16 Uhr eine Sperrung beider Schulhöfe, am Standort Elisabethstraße und Am Kleinen See. Echte Spielmöglichkeiten seien auf den Höfen nicht gegeben und somit gebe es keinen Grund für einen Aufenthalt dort. Die Wisser-Schule habe dennoch regelmäßig abends Besuch von Jugendlichen. „Unser Hausmeister muss morgens eine halbe Stunde eher anfangen. Seine erste Tätigkeit ist es, Glasscherben, Zigarettenkippen und Müll einzusammeln.“

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Der Schulleiter berichtet von diversen Zerstörungen: „In den Ferien hat ein Container gebrannt. Ein Häuschen für die Ausgabe von Spielgeräten ist im Sommer zerstört worden.“ Wert: knapp 700 Euro. Schmierereien, abgerissene Blitzableiter, beschädigte Dachrinnen, kaputtgemachte Beleuchtung am Parkplatz – „das kennen wir schon lange“, sagt Sven Ulmer. Die Schule erstatte jedes Mal Anzeige. Die abendliche und nächtliche Schulhofsperrung sehe er als ersten Schritt, sagt Ulmer. „Ich bin für eine komplette Umzäunung. In anderen Ländern ist das üblich. In Frankreich beispielsweise gibt es kein Schulgelände, das nicht eingezäunt ist.“ Er habe diesbezüglich schon einen Antrag bei der Stadt gestellt, sei damit aber gescheitert.

Im Juni flog ein Drogenhandel am Kleinen See auf

Der kommissarische Leiter der Gustav-Peters-Schule, Florian Reimers, begrüßt die schuleinheitliche Regelung. Auch an allen drei Standorten der Grundschule, an der Blauen Lehmkuhle, am Kleinen See und in Fissau, soll die Sperrung gelten. Die Vorfälle auf dem Gelände am Kleinen See im Juni verlangten eine Reaktion, so Reimers. Damals hatten Polizeibeamte bei einer abendlichen Kontrolle dort sechs junge Leute mit Drogen und einem gestohlenen Roller aufgegriffen. Anwohner der Schule sollen sich in der Vergangenheit wiederholt über laute Musik und Randale beschwert haben.

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Von Ulrike Benthien

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