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Ostholstein Vandalismus: Schulleiterin fordert Hilfe
Lokales Ostholstein Vandalismus: Schulleiterin fordert Hilfe
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17:19 28.03.2019
Immer wieder beschädigen vermutlich Jugendliche Spielgeräte auf dem Schulhof der Weber-Schule. An der Feuerschutztreppe zum Gebäude an der Albert-Mahlstedt-Straße (hinten) werden die gelben Seitenelemente eingedellt oder abgetreten. Quelle: Ulrike Benthien
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Eutin

 Schulleiterin Iris Portius und Hausmeister Benjamin Denissow vom Eutiner Weber-Gymnasium sehen dem Frühling mit gemischten Gefühlen entgegen. „Wenn es wärmer wird, werden die Vandalismus-Schäden wieder zunehmen“, befürchten sie. Seit knapp drei Jahren hat die Schule immer wieder mutwillige Zerstörung auf ihrem Gelände zu beklagen. Die Schadenshöhe liegt mittlerweile fast im fünfstelligen Bereich. Die Schulleiterin schilderte die Vorkommnisse eindringlich im Bauausschuss und forderte Maßnahmen: eine Schließung des Schulhofs ab einer bestimmten Tageszeit, einen Wachdienst, der in unregelmäßigen Abständen zu Kontrollen vorbeikommt oder – am liebsten – einen Streetworker für die Stadt.

Probleme begannen mit der Landesgartenschau

„Das Problem haben wir nicht erst seit gestern und auch nicht nur manchmal. Es begleitet uns seit der Landesgartenschau, als die Jugendlichen aus dem Schlosspark verdrängt wurden und angefangen haben, sich auf unserem Schulhof zu treffen. Im Sommer 2017 ist es eskaliert“, schilderte Iris Portius dem Gremium. Die Liste der Vorkommnisse ist lang. Sie reicht von einer eingeschlagenen Fensterscheibe über einen demolierten aufgemauerten Grill, liegengelassene Flaschen, Scherben und Müll, herausgerissene Latten aus hölzernen Bänken, ein- und abgetretene Aluminiumplatten, die das Gitter einer Feuerschutztreppe bilden, bis zu zwei zerstörten Tischkickern aus Gussbeton. Der erste ist im vergangenen Herbst kaputt gemacht worden, der zweite vor rund drei Wochen.

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Ein zerstörter Tischkicker aus Zement steht noch in der Garage. Der zweite ist bereits zum Recyclinghof verfrachtet worden. Quelle: Ulrike Benthien

Dieser Verlust trifft die Schule besonders, nicht nur wegen der Gewalt, mit der die Täter dabei vorgegangen sind. „Sie haben einen Findling aus der Böschung immer wieder auf den Tischkicker geworfen“, beschreibt Benjamin Denissow. „Das ist heftig“, sagt die Schulleiterin. „Und bitter, weil die Tischkicker mit Geld bezahlt worden sind, das die Kinder durch Aktionen selbst erarbeitet haben. Auch einige Spenden stecken darin.“ Ein Spielgerät koste rund 3000 Euro.

Schule muss ein geschützter Raum sein

Sie verurteile Vandalismus, sagt die Schulleiterin. „Sowohl auf dem Schulhof als auch im Park. Aber auf dem Schulhof ist es noch schlimmer. Denn die Kinder sollen hier doch das Gefühl haben, dass sie in einem geschützten Raum sind.“ Die Schüler hätten ein Anrecht darauf, morgens in eine intakte, ordentliche Schule zu kommen. „Unser Hausmeister tut alles dafür, dass Vandalismusschäden so schnell wie möglich beseitigt werden“, sagte sie im Ausschuss.

„Es ist mein Anspruch und der unserer Schule. dass es hier vernünftig aussieht. Wenn ein Spielgerät kaputt ist, besteht ja auch Verletzungsgefahr“, erklärt Benjamin Denissow. Er ist seit zehn Jahren „sehr gern“ Schulhausmeister und bestürzt darüber, wie sich die Mentalität geändert habe. „Früher hat man sich gemeldet, wenn etwas kaputt gegangen ist. Heute ist es den Leuten egal, da heißt es, die Versicherung zahlt schon. Der Respekt vor dem Eigentum anderer ist abhanden gekommen“, sagt er.

Hilfe vom Kriminalpräventiven Rat

„Wir brauchen ein grundsätzliches Konzept und sollten uns auch mit dem Kriminalpräventiven Rat zusammentun“, legte Iris Portius dem Bauausschuss nahe. Dieser hatte das Vandalismus-Thema auf seiner Tagesordnung, weil die SPD bereits als Soforthilfe für die Weber-Schule Lampen mit Bewegungsmeldern beantragt hatte. Sie könnten in „etlichen schattigen Ecken des Schulhofes für Ungemütlichkeit sorgen“, sagte Iris Portius. Das sei schon mal hervorragend. Allerdings erachte sie „einen Streetworker mit Lederjacke und Muckis, der mal eine richtige Ansage macht“ als wichtig für die Stadt.

Wirkt wie eine Einladung „als Naherholungsgebiet“, findet Schulleiterin Iris Portius: das kürzlich aufgestellte Schild auf dem Schulhof. Quelle: Ulrike Benthien

Vandalismus ist unerträglich. Wir brauchen Lösungen, die wirklich helfen“, sagte Monika Obieray (Grüne). Portius’ Vorschläge – Streetworker und Einbeziehung des Kriminalpräventiven Rates – begrüße sie. Zunächst soll die Verwaltung in Absprache mit der Schule Lampen beschaffen. Geprüft werden soll außerdem, welche Art von Kamera rechtlich zulässig ist. Diese soll dann ebenfalls installiert werden.

Ulrike Benthien

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