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Ostholstein Vandalismus auf Gut Hasselburg: Brief an Sprayer
Lokales Ostholstein Vandalismus auf Gut Hasselburg: Brief an Sprayer
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18:00 18.06.2019
Das Gut Hasselburg wurde erneut Opfer von Vandalismus. Die Stahlberg-Stiftung will die Schmierereien nicht beseitigen, sondern aufklären. Quelle: Sebastian Rosenkötter
Altenkrempe

Stahlberg Zerstörer des historischen Gutes“, „Schluß! Lärm! Gestank!“ – diese beiden Schriftzüge prangen seit dem 9. Juni auf der Backsteinmauer vor Gut Hasselburg. Es ist die zweite Attacke dieser Art. 2013, im Jahr, in dem die Stahlberg-Stiftung aus Hamburg mit der Sanierung der Hunderte Jahre alten Anlage begann, war folgendes zu lesen „Stahlberg Antichrist – hier wird ein Gut zerstört“. Der Verursacher ist nicht bekannt. Die Ermittlungen laufen.

Nach Angaben von Polizeisprecher Stefan Muhtz gehen die Beamten derzeit davon aus, dass die grüne Farbe am frühen Nachmittag des 9. Juni versprüht wurde. „Als ein Zeuge gegen 13 Uhr am Gut ankam, war das noch nicht da“, erläutert Muhtz. Wer Hinweise hat, wird gebeten, sich an die Polizeistation Schönwalde unter der Nummer 045 28/510 wenden.

Wer die Worte auf die Mauer gesprayt hat, ist unklar. Nach 2012 gab es nun eine zweite Tat. Die Polizei ermittelt. Die Eigentümer von Gut Hasselburg reagieren ungewöhnlich.

Reaktion des Gutes dürfte Sprayer überraschen

Nach der ersten Tat vor rund sechs Jahren wurden die Schmierereien schnell entfernt. Diesmal sollen sie bleiben. Dr. Constantin Stahlberg, Gründer und Vorstandsmitglied der Stahlberg-Stiftung, will mit einem Infoschild auf die Vorwürfe des Verursachers reagieren. Eine entsprechende vorläufige Version hängt bereits.

Im Fokus steht die Antwort auf die Frage, ob das historische Gut wirklich zerstört werde. Es wird auf Bilder verwiesen, die den desolaten Zustand der Gebäude vor dem Start der Sanierung zeigen. Weiter heißt es: „Er (oder sie) hat damit ganz im Sinne der Wandlung Hasselburgs zum Kulturgut Hasselburg ein Kunstobjekt geschaffen, das dem Betrachter die Geschichte eines untergegangenen Adelssitzes erzählt.“

Gut Hasselburg wird überwacht

Eine Reinigung der Mauer ist derzeit nicht vorgesehen. Constantin Stahlberg geht davon aus, dass eine erneute Spray-Attacke erfolgen würde. Die auf der Gutsanlage angebrachten Kameras dürften in dem Fall wenig zur Aufklärung beitragen. Der betroffene Bereich darf laut Stahlberg nicht gefilmt werden, da ein Privatweg angrenzt.

Die lange Geschichte von Gut Hasselburg

Erste Erwähnungen lassen sich bis ins Mittelalter zurückverfolgen. Um 1570 soll Hans Rantzau ein Haus im Stile einer Wasserburg gebaut haben.

1666 erwirbt Graf Gerhard von Dernath das Gut. Es folgen Umbauten. „So entsteht 1710 über den Kreuzgewölben der alten Burg das Vorderhaus des heutigen Herrenhauses, an das sich eine zweistöckige, zwölf mal 13 Meter große Halle anschließt“, heißt es auf der Internetseite www.hasselburg.de.

Knapp 90 Jahre später wird das Herrenhaus klassizistisch verändert. Das Torhaus indes wurde 1763 von George Greggenhofer gebaut. Die Reetscheune entstand bereits zwei Jahre eher.

Von 1977 bis 2010 waren Herrenhaus und Park an Dr. Andreas Beurmann (starb am 24. April 2016) verpachtet. Bis heute lebt seine Frau Heikedine Körting auf dem Grundstück. Sie produziert die Hörspielreihe „Die drei ???“.

Stellt sich die Frage, wie das Gut heute aussehen würde, wäre es im September 2010 nicht von Huberta zu Stollberg an die Stahlberg-Stiftung verkauft worden? Constantin Stahlberg geht davon aus, dass es weite Teile der historischen Bauwerke nicht mehr geben würde. „Es gab damals außer mir zwei weitere Interessenten. Der eine wollte das Land, der andere das Herrenhaus. An den anderen Gebäuden hatte er kein Interesse“, sagt er.

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Zustand des Adelssitzes war schlecht

Den damaligen Zustand von Reetscheune, Kuh- und Torhaus bezeichnet er als abrissreif. Die Sanierungskosten für das Torhaus seien sechs Mal so hoch gewesen wie für ein normales Gebäude. „Wir mussten alle Fundamente sanieren, Holzbalken austauschen, Stahlträger einsetzen. Hinzu kam, dass nur noch ein ganz kleiner Teil beheizt war“, erläutert Constantin Stahlberg. „Das adlige Gut war heruntergekommen. Wir haben es gerettet. Viele Menschen freuen sich darüber.“

Ensemble soll dieses Jahr fertig werden

Für die Stahlberg-Stiftung ist das Projekt Kulturgut ein Kraftakt. Seit Jahren läuft die Sanierung. Die 72 Meter lange Reetscheune wurde nach Jahren der Ruhe in einen Veranstaltungssaal für Konzerte, Musicals, Hochzeiten und andere Events umgewandelt. In das rundum erneuerte Torhaus wurden Ferienwohnungen eingerichtet. Als letzter Baustein soll noch in diesem Jahr das ehemalige Kuhhaus fertig werden, wo ebenfalls Räume für Gäste und ein Museum entstehen.

Die historische Anlage war vor dem Kauf durch die Stahlberg-Stiftung in keinem guten Zustand. Mauern, tragende Holzbalken, Fundamente und Dächer mussten ersetzt werden.

Sebastian Rosenkötter

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