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Ostholstein Verbietet Timmendorfer Strand private Feuerwerke?
Lokales Ostholstein Verbietet Timmendorfer Strand private Feuerwerke?
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14:43 13.06.2019
Über 10 000 Menschen feiern Silvester am Timmendorfer Strand – und viele von ihnen jagen ihre eigenen Raketen in die Luft. Quelle: LN-Archiv
Timmendorfer Strand

Die Debatte um das mögliche Ende privater Feuerwerke an der Ostsee-Küste geht weiter. Am Dienstagabend stimmte die Mehrheit der Mitglieder im Timmendorfer Umweltausschuss dafür, das Abbrennen von Pyrotechnik durch Privatleute „zu reduzieren, vielleicht sogar zu verbieten“, sagt der Ausschussvorsitzende Jan Karthäuser (Grüne). Die Gemeindevertretung soll dazu im Herbst eine Grundsatzentscheidung treffen – die dann bereits für den Jahreswechsel 2019/2020 gelten könnte.

Vermehrte Beschwerden über die Folgen von Feuerwerken

Vor einigen Tagen hatte bereits der Vorstoß der Fehmaraner Grünen, den Klimanotstand für die Insel auszurufen und in Zukunft auf Feuerwerke zu verzichten, für heftige Diskussionen gesorgt. Der Timmendorfer Tourismuschef Joachim Nitz hatte den kompletten Verzicht als „den falschen Weg“ bezeichnet – bei einer Feuerwerk-Absage vor zwei Jahren habe es Beschwerden gehagelt, erklärte er.

Beschwerden kämen aber auch aus der anderen Richtung, heißt es in dem Beschlussvorschlag, der im Timmendorfer Umweltausschuss abgesegnet wurde: „Insbesondere nach Silvester“, aber auch nach anderen pyrotechnisch untermalten Veranstaltungen klagten Bürger vermehrt über Lärm und Müll und verwiesen auf den mangelnden Schutz von Tieren und von Gebäuden wie Reetdachhäusern. Auch Umweltaspekte wie die Eindämmung der Feinstaubbelastung und der Schutz der Ostsee würden als Argumente gegen Feuerwerke aufgeführt.

Laser-Show oder Gemeinde-Feuerwerk als Alternative

„Es gibt ja bereits zahlreiche Beschränkungen“, erklärt Karthäuser und verweist auf die vorgeschriebenen Abstände von Feuerwerken zu Reetdächern, Seniorenresidenzen oder Naturschutzgebieten in der Gemeinde. „Deswegen stellt sich jetzt die Frage, ob wir private Feuerwerke nicht komplett verbieten sollten.“ Alternativ seien Laser-Shows am Strand denkbar – oder ein zentrales Feuerwerk der Gemeinde, „um die Tradition zu erhalten“.

Der Klimanotstand wird für Timmendorfer Strand jedoch nicht ausgerufen: Diesen Antrag lehnten die Umweltausschuss-Mitglieder mit acht zu vier Stimmen ab. Offenbar störten sich die Gegner unter anderem an dem Wort „Notstand“, so Karthäuser: „Es wurden negative Folgen für den Tourismus befürchtet.“

Sabine Latzel

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