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Ostholstein Verdächtiges Pulver im Brief - Polizeigebäude evakuiert
Lokales Ostholstein Verdächtiges Pulver im Brief - Polizeigebäude evakuiert
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01:07 20.06.2018
Die Polizeistation ist nach dem Fund eines Briefes mit einem unbekannten weißen Pulver geräumt worden. Auch das Fahrzeug der Deutschen Post wird überprüft, ob sich dort noch weitere Briefe mit dieser Substanz befinden.
Die Polizeistation ist nach dem Fund eines Briefes mit einem unbekannten weißen Pulver geräumt worden. Auch das Fahrzeug der Deutschen Post wird überprüft, ob sich dort noch weitere Briefe mit dieser Substanz befinden. Quelle: Arne Jappe
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Heiligenhafen

Das sichergestellte Pulver wurde schon am Nachmittag zur Analyse in ein Kieler Labor transportiert. Bislang ist allerdings noch völlig unklar, um welchen Stoff es sich handelt. „Wir können überhaupt noch nichts über die Substanz sagen“, hieß es von der Polizei.

Vorsichtshalber waren Feuerwehrfahrzeuge und Rettungswagen auf und vor dem Gelände der Polizei geparkt. Mit Flatterband sperrte die Polizei den Bereich zum Binnensee und das eigene Gelände ab. Immer wieder sprachen sich die Fachkräfte von Feuerwehr, Gefahrguteinheit, Gesundheitsamt und Rettungsdienst ab.

Nach ersten Informationen wurde der verdächtige Brief um 11.40 Uhr durch die Deutsche Post an die Polizeistation zugestellt. Da nicht ausgeschlossen werden konnte, ob sich weitere Briefe im Zustellfahrzeug befinden und/oder der Fahrer sich möglicherweise kontaminiert hatte, wurde das Post-Fahrzeug auf dem Parkplatz der Polizeistation abgestellt. Ein Fachberater der Gefahrguteinheit Ostholstein war vor Ort und beriet sich mit den Verantwortlichen – auch Bürgermeister Heiko Müller machte sich ein Bild vor Ort.

Von wem der Brief abgeschickt wurde, dazu machte die Polizei keine Angaben. „Bis dato gibt es keine Verletzten zu beklagen“, hieß es nur seitens der Polizei. Auch über die Dauer des Einsatzes gibt es keine Informationen.

Mit lediglich leichten Einschränkungen konnten die Heiligenhafener Beamten ihren Dienst aus den Räumlichkeiten der Feuerwehr heraus aufrechterhalten. Darüber hinaus wurden polizeiliche Einsätze für das Polizeirevier Heiligenhafen von der Regionalleitstelle der Polizei an die benachbarten Polizeidienststellen vergeben.

„Die möglicherweise mit dem Pulver in Berührung gekommenen Mitarbeiter des Polizeirevieres beklagten zwar keine gesundheitlichen Beschwerden, wurden jedoch vorsorglich ärztlich untersucht“, erklärte Polizeisprecher Dierk Dürbrook. Die ersten ärztlichen Begutachtungen ergaben keine Hinweise auf etwaige gesundheitliche Beeinträchtigungen bei den betroffenen Kollegen. Die Polizei in Heiligenhafen hat die Ermittlungen aufgenommen.

Nach der Untersuchung, um welche Substanz es sich bei dem Pulver handelt, werde eine strafrechtliche Bewertung des Sachverhalts vorgenommen, so Dürbrook.

Am späten Abend stellte sich dann heraus, "dass es sich bei dem Pulver mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit um Waschpulver gehandelt hat", teilte die Polizeidirektion Lübeck mit.

Von Arne Jappe