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Ostholstein Vogthaus saniert: Fachwerk-Kate strahlt in neuem Glanz
Lokales Ostholstein Vogthaus saniert: Fachwerk-Kate strahlt in neuem Glanz
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07:00 21.08.2019
Haben das Vogthaus am Dienstag eingeweiht: Brigitte Rahlf-Behrmann (Bürgerstiftung Ostholstein), Carsten Behnk (Eutiner Bürgermeister) und Landrat Reinhard Sager (CDU). Quelle: Saskia Bücker
Eutin

Beim Betreten des Eingangsbereichs riecht es noch nach frischer Farbe. Das Vogthaus in Eutin, vor den Torhäusern am Eingang zum historischen Bauhof gelegen, hat in den vergangenen drei Jahren eine Frischzellenkur verpasst bekommen. Nun ist die Sanierung abgeschlossen. In der Fachwerk-Kate beziehen die Bürgerstiftung Eutin, die Sparkassenstiftung Ostholstein und die Sparkassenstiftung Eutiner Landesbibliothek einen dauerhaften Sitz.

Gute Stimmung bei der Übergabe am Dienstag: „Ich bin sehr froh, heute das Vogthaus an die Stiftungen übergeben zu können“, sagte Bürgermeister Carsten Behnk (parteilos). Die Sanierung des Gebäudes, das um 1830 gebaut wurde, bringe die Stadtentwicklung voran. „Damit werten wir dieses besondere Areal hier am historischen Bauhof weiter auf und machen es somit zum Kultur- und Bildungs-Hotspot in der Region.“ Auch Landrat Reinhard Sager (CDU) war angetan vom Ergebnis: „Das Vogthaus ist ein richtiges Schmuckstück geworden.“

Komplexe Sanierung des Eutiner Vogthauses

Der Weg von der Bauruine zum Fachwerk-Hingucker war lang. „Dieses Haus hat wirklich Schmerzen gekostet“, sagte sich Jörg Schumacher, Geschäftsführer der Stiftungen der Sparkasse Holstein. Schon zur Landesgartenschau 2016 sollte die Fachwerkkate fertig sein. Doch dann ließ der Fördermittelbescheid auf sich warten. Die finalen Kosten belaufen sich laut Behnk auf 900 000 Euro, getragen von Stadt und Land. Vor einem Jahr rechnete man noch mit 800 000 Euro. „Während der Baumaßnahmen ist viel Unvorhergesehenes eingetreten“, erzählte der Bürgermeister.

Ein Fachwerk-Schmuckstück steht neuerdings in Nähe des Küchengartens – das sanierte Vogthaus aus dem 19. Jahrhundert. Kinder können dort ab September pädagogische Angebote zu Umwelt und Bildung besuchen.

„Die Zerstörung war größer als zunächst angenommen“, berichtete auch Stadt-Architekt Kai Skalawski. Das Vogthaus war stark in die Jahre gekommen, das Holz moderte, die Bewohner mussten ausziehen. Das Gebälk des Hauses musste deshalb weitgehend ausgetauscht werden. „Und der hintere Teil des Gebäudes war abgesackt“, erklärt Skalawski. „Wir haben das Fachwerk dann um 20 Zentimenter angehoben.“ Dachstuhl und Reetdach wurden neu eingekleidet, im Inneren des Hauses die Fenster, die Böden und Wände saniert.

Eine Kate für Kinder und Künstler

Das Ergebnis: Im Erdgeschoss gibt es Räume für Veranstaltungen, eine Küche und barrierefreie Toiletten. Im Dachgeschoss ist eine Wohnung entstanden, in der in Zukunft renommierten Gastwissenschaftlern für ihre Forschung in der Eutiner Landesbibliothek und Künstlern eine temporäre Bleibe geboten werden soll.

Ab September soll das Vogthaus bereits mit Leben gefüllt werden. Das Erdgeschoss der Kate soll nämlich als ein außerschulischer Lernort fungieren, an dem die Stiftungen Bildungsangebote für Kinder stattfinden lassen. Profitieren wird davon vor allem Pädagogin Stefanie Hönig, die mit Jungen und Mädchen aus Kindergärten aus der Region das Thema Gesundheit und Ernährung im Garten behandelt.

Vogthaus-Areal muss noch gestaltet werden

Das Angebot gibt es schon länger. Die 32-Jährige geht mit den Kindern in den im Schlosspark liegenden Küchengarten. „Im Winter oder bei schlechtem Wetter ist das aber schwierig“, berichtet sie. Denn die Gruppe konnte sich nur draußen aufhalten und musste improvisieren. „Mit dem Vogthaus können wir jetzt auch drinnen frühstücken und zusammen basteln“, sagt sich die Pädagogin über die neuen Räumlichkeiten.

Komplett fertig ist das Areal allerdings noch nicht. Die Außenanlagen müssen noch gestaltet werden. Auf den Grünflächen rund um das neue „Haus der Stiftungen“ soll laut Stadt ein großzügiger Spiel- und Bewegungsraum entstehen, der die Kinder in einer gesunden Lebensweise durch körperliche Aktivität unterstützt und sie der Natur näherbringt.

Kultur-Hotspot geplant

Eutin soll nach den Plänen der Stadt einen sogenannten „Kultur-Hotspot“ bekommen. Mit der abgeschlossenen Sanierung des Vogthauses sei man diesem Ziel wieder ein Stückchen näher gekommen, sagt Bürgermeister Carsten Behnk. Dazu zählen auch die Torhäuser, die Opernscheune und das benachbarte Schloss. Inbegriffen ist auch eine geplante Jugendherberge, für die in Eutin Ende Juni grünes Licht gegeben wurde. Auf einer Fläche gegenüber der Opernscheune soll sie in Zukunft entstehen. Dafür wird laut ersten Plänen der frühere Kuhstall an der Straße Alter Bauhof abgerissen.

Von Saskia Bücker

Leser Jonas Geuer hat uns dieses Foto der Fehmarnsundbrücke geschickt. Wer möchte kann Leserbilder auch direkt bei LN-Online.de hochladen.

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