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Ostholstein Volksbank-Tochter kaufte Immobilien in Scharbeutz
Lokales Ostholstein Volksbank-Tochter kaufte Immobilien in Scharbeutz
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16:33 19.01.2020
Die Vertreter der VR-Bank Eutin und des Projektentwicklers Devello beim Bilanzgespräch in Scharbeutz: v.l. Konrad Rudzik (VR-Immobilienverwaltung), Patrick Gütschow und Matthias Benkstein (VR-Vorstand), Jens Friedländer und Joachim Schmarbeck (beide Devello). Quelle: Gäbler
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Scharbeutz/Eutin

Eine hohe Kundenzufriedenheit und starke Verankerung in der Region, das sind die Faktoren, mit denen die Volksbank Eutin im Südkreis punktet. Probleme bereiten die Negativzinsen, die Großkunden schon 2020 spüren werden. Kleinanleger sollen jedoch nicht belastet werden. Erfreulich: Das Volumen der Kundengelder stieg um 7,3 Prozent auf knapp 440 Millionen Euro. Die Dividende soll erneut 6,0 Prozent betragen.

„Wir sind mit dem Geschäftsjahr 2019 zufrieden“, sagte Vorstandssprecher Matthias Benkstein am Freitag beim Bilanzpressegespräch in Scharbeutz. Die Bilanzsumme sei um 8,0 Prozent auf rund 540 Millionen Euro gestiegen. Dazu beigetragen hätten die Steigerung der Kundeneinlagen um 7,3 Prozent (oder 30 Millionen Euro) auf nunmehr 440 Millionen Euro sowie die Kundenkredite, die um 7,0 Prozent auf 292 Millionen Euro stiegen.

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Durch die guten Wachstumsraten konnte Benkstein zufolge der Zinsüberschuss bei 10 Millionen Euro sowie der Provisionsüberschuss mit 4,0 Millionen Euro wie im Vorjahr stabilisiert werden. Der Personalaufwand habe sich mit 6,0 Millionen Euro ebenfalls auf Vorjahresniveau eingependelt.

Da im Kundenkreditgeschäft keine Wertberichtigungen zu erwarten seien und das Bewertungsergebnis der eigenen Wertpapiere positiv sei, gehen Benkstein und sein Vorstandskollege Patrick Gütschow von einem Jahresüberschuss von 5,0 Millionen Euro (vor Steuern) aus.

Dividende soll 6,0 Prozent betragen

Beide Vorstandsmitglieder bezeichneten die Ertragsentwicklung als sehr günstig. So konnte das Eigenkapital gestärkt und das Wachstum der nächsten zwei Jahre finanziert werden. Vorbehaltlich der Zustimmung der Vertreterversammlung werde die Dividende erneut 6,0 Prozent betragen. Die Bilanz wird der Vertreterversammlung am 11. Juni in Malente (Uwe-Seeler-Fußball-Park) vorgelegt.

Benkstein und Gütschow gehen für das Jahr 2020 von einer ebenso günstigen Ertragssituation wie in 2019 aus. Der Personalaufwand werde aber aufgrund von Neueinstellungen und tariflichen Steigerungen zunehmen, so dass das Jahresergebnis 2020 wohl leicht unter 2019 liegen werde.

Sorgen bereiten den VR-Bänkern die Zinsbeschlüsse der EU-Zentralbank. Bislang werden bei der Volksbank Eutin keine Negativzinsen für Kundeneinlagen berechnet. Benkstein: „Die Volksbank will die Entwicklung abwarten, ist jedoch vorbereitet, mit den Großeinlegern entsprechende Vereinbarungen zu treffen. Kleinsparer werden bei der Volksbank Eutin definitiv nicht belastet.“

An der Scharbeutzer Strandallee hat die VR Bank Eutin ein neues Geschäftsfeld entdeckt und 2400 Quadratmeter Gewerbeflächen aufgekauft. Das Gosch-Restaurant (Mitte) und das Rosario (r.) gehören dazu. Quelle: Gäbler

Immobilien in Scharbeutz erworben

Um dem Zins-Druck entgegenzuwirken, hat die Volksbank Eutin eine neue Tochtergesellschaft gegründet und über den Projektentwickler Devello diverse Immobilien an der Scharbeutzer Strandallee erworben. Durch Mieterträge sollen die Zinsverluste ausgeglichen werden. Dabei handelt es sich um echte Prestigeobjekte: das Grande Beach Café, Gosch, Ristorante und Eiscafé Rosario sowie das Silberstudio mit JM Damenmode. Darüber hinaus sind im VR-Portefolio die Ladenzeile von Küstenfieber bis Heidi Petersson mit dem Café Junge, Jeronimo, Candico und Wind. Benkstein: „Über die Kaufpreise ist allerdings Stillschweigen vereinbart worden.“

Gütschow hatte für die Ahrensböker Bankkunden noch eine gute Nachricht: „Die Geschäftsstelle (Plöner Straße 10) wird gerade komplett renoviert. Dazu investieren wir 600 000 Euro.“

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Von Louis Gäbler