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Ostholstein Von Platt bis Griechisch: Ostholsteins EU-Sprachen
Lokales Ostholstein Von Platt bis Griechisch: Ostholsteins EU-Sprachen
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18:10 25.05.2019
Guten Tag in allen EU-Sprachen: Mit dieser Collage zeigt der in Niendorf lebende Autor Bastian Sick, dass er Europa mit vielen wunderbaren Sprachen verbindet. Quelle: Bastian Sick
Ostholstein

Europa, ich mag an dir: die faszinierende Vielfalt an Sprachen, Kulturen, Völkern und Landschaften, wie sie kein zweiter Staatenbund auf dieser Welt zu bieten hat.“ So beantwortet der Autor Bastian Sick, der in Niendorf wohnt, eine der Europa-Fragen. „Europa, ich will von dir: niemals ausgegrenzt werden, egal ob ich Muslim, Jude, schwarz, schwul oder Engländer bin“, wünscht er sich. Und er verbindet mit Europa „viele wunderbare Sprachen, wobei ich mir wünsche, dass du häufiger mit einer Stimme sprichst, die in der Welt genauso viel zählt wie die Stimmen der USA, Russlands oder Chinas“.

Welche Sprachen sind erlernt, welche „mitgebracht“?

Allein 24 offizielle Amtssprachen gibt es in der EU, Dialekte und regional spezifische Sprachformen wie etwa Plattdeutsch gar nicht mitgezählt. Grund genug, sich einmal in Ostholstein umzuhören: Welche EU-Sprachen haben die Menschen hier gelernt oder sozusagen aus ihrer ursprünglichen Heimat mitgebracht?

Englisch ist kein Problem für Kristina Wenske, die in der Timmendorfer Tourist-Information arbeitet. Allerdings benötigt sie es im Umgang mit Urlaubern eher selten, sagt sie – die Skandinavier beispielsweise seien mittlerweile häufig durch das Internet schon gut informiert. Sie selbst würde gern irgendwann einmal Polnisch lernen, „weil mein Vater aus Polen kommt“.

Aus Tschechien nach Scharbeutz gekommen ist Eliška Vamberova. Ihre Muttersprache und Deutsch seien sehr unterschiedlich, sagt sie, gerade in puncto Grammatik gab es deshalb viel zu lernen. Den fliegenden Wechsel zwischen zwei Sprachen bewältigt Athanasia Muuß, Inhaberin des Timmendorfer Restaurants „Athena“, offensichtlich mühelos: Gerade war sie noch für einige Zeit in Griechenland, jetzt steht sie wieder in ihrem Lokal und gibt auf Nachfrage eine Kostprobe jener Sprache, die die europäische Kultur so entscheidend mitgeprägt hat.

Herausforderung Finnisch – für ein ganzes Jahr in Finnland

Einer beachtlichen Herausforderung stellt sich die junge Norddeutsche Patricia Witte: Die 19-Jährige lernt Finnisch, weil sie demnächst ein Freiwilliges Soziales Jahr in Finnland absolvieren möchte. „Ich kann mich schon vorstellen und sagen, woher ich komme“, berichtet sie. Dennoch sei diese Sprache teilweise sehr schwierig: Finnisch gehört zu den sogenannten finno-ugrischen Sprachen, die sich erheblich von den indogermanischen wie eben Englisch, Tschechisch oder Griechisch unterscheiden – dabei wirken ja schon diese drei sehr verschieden. „Einige Wörter ist sehr lang und kompliziert, andere sehr einfach, weil nur ein ,i’ angehängt wird“, sagt Patricia.

Italienisch ist ebenfalls eine indogermanische Sprache und natürlich die Muttersprache von Rosario Gravile, dem Chef des „Rosario“ an der Scharbeutzer Dünenmeile, der seit 40 Jahren an der Ostseeküste lebt. Der aus Brindisi stammende Gravile wechselt ebenfalls rasch und problemlos von einer Sprache in die andere, auf der Internet-Seite des Lokals heißt es dann aber doch stilecht: „Benvenuti, amici“ – „Willkommen, Freunde“.

Multilingual: die Collage von Bastian Sick. Quelle: Bastian Sick

Keine offizielle EU-Amtssprache, aber gerade im Norden selbstverständlich weit verbreitet und beliebt ist Plattdeutsch. Dass diese Sprache hoch im Kurs steht, mag sich allein an den zahlreichen niederdeutschen Theatergruppen in Ostholstein ablesen lassen. Zu diesen gehört die „Speeldeel“ in Schürsdorf, einem Ort in der Gemeinde Scharbeutz, in dem viel Platt gesprochen wird. „Natürlich kenne ich das von zu Hause“, meint die Schürsdorferin Nicole Kossack. „Ich selbst spreche es einigermaßen und verstehe es noch besser.“ Und völlig unwichtig ist Platt auch in der Europäischen Union nicht, immerhin findet sich das Niederdeutsche auf der Liste der von der Europäischen Charta für Regionalsprachen geschützten Sprachen. Velen Dank ok!

Sabine Latzel

Darauf haben die kleinen Schürsdorfer sehnsüchtig gewartet: Ihr neuer Spielplatz ist eröffnet worden, und das haben Jung und Alt im „Wohlfühldorf“ in der Gemeinde Scharbeutz gefeiert.

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