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Ostholstein Junge Talente lassen Texte lebendig werden
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18:06 20.03.2019
Lina Maria aus Stormarn (11) und Anka aus Lübeck (12, v. vorn) fahren zum Landesentscheid nach Kiel. Quelle: Binder
Oldenburg

Lina Maria (11) aus Stormarn und Anka (12) aus Lübeck sind die besten jungen Vorleser der Region. Sie haben sich am Mittwoch in Oldenburg beim Bezirksentscheid des bundesweiten Wettbewerbs für Sechstklässler gegen die Talente aus Ostholstein, dem Kreis Herzogtum Lauenburg, Kiel und Plön durchgesetzt. Jetzt geht es für sie zum Landesentscheid nach Kiel.

Wann sie lese? „Eigentlich immer“, sagt Anka. Hauptsächlich Pferdebücher und Fantasyromane. Beim Wettbewerb hat sich die Lübeckerin derweil für ein Werk mit einem sehr ernsten Thema entschieden: „Wenn das Glück kommt, muss man ihm einen Stuhl hinstellen“ von Mirjam Pressler erzählt die Geschichte von einem polnischen Flüchtlingsmädchen, das im Nachkriegsdeutschland der 50er Jahre in einem Heim lebt. Lina Maria las aus „Little Miss Ivy“ von Caleb Krisp, das die geheimnisvollen Abenteuer einer jungen Zofe beschreibt. Sie liebe Bücher, in denen „etwas Spannendes passiert“.

Die Jury hatte die Qual der Wahl

Dass auch die übrigen Teilnehmer viel und gerne lesen, wurde beim Wettbewerb sehr deutlich. „Ihr wart alle total gut – wir hätten am liebsten alle in die nächste Runde geschickt“, sagte Hanna Maschke von der Buchhandlung „Ton & Text“, die den Bezirksentscheid gemeinsam mit der Oldenburger Stadtbücherei ausgerichtet hat. Der Jury – in der neben den Veranstaltern Vertreter von Schule, VHS und Presse saßen – sei die Entscheidung nicht leicht gefallen, betonte Maschke.

Die Mädchen präsentierten nicht nur die jeweiligen Texte flüssig. Nach der ersten Runde mit einem selbst ausgesuchten Buch mussten sie anschließend aus einem unbekannten Werk lesen. Sie passten auch ihren Tonfall an das Gesagte an, gaben unterschiedlichen Charakteren unterschiedliche Stimmen, und zum Teil kamen sogar kleine „Sound Effekte“ zum Einsatz: Jenna vom Neustädter Küstengymnasium etwa untermalte ihre Erzählung mit Klopfgeräuschen und Ida aus Kiel hatte sogar einen Plastiklöffel als Hilfsmittel mitgebracht, damit sie an den richtigen Textstellen „mit einem Mund voll Sand“ sprechen konnte.

600 000 Schüler lesen bundesweit mit

„Das war ein sehr hohes Niveau“, waren sich die Juroren einig. Deshalb dürfe auch niemand traurig sein, weil er nicht zum Landesentscheid fahre, betonte Hanna Maschke. Alle Teilnehmer seien ohnehin schon Gewinner: Sie haben im Vorfeld die jeweiligen Schul- und Kreiswettbewerbe für sich entschieden und sich so für den Bezirksentscheid qualifiziert. Maschke: „Ihr seid sechs von insgesamt 600 000 Schülern in ganz Deutschland, die beim Vorlesewettbewerb mitmachen – dass ihr so weit gekommen seid, ist eine richtig, richtig tolle Leistung.“

Bundesweiter Wettbewerb

Jedes Jahr organisiert der Börsenverein des Deutschen Buchhandels den bundesweiten Vorlesewettbewerb für Sechstklässler unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten.

Im Vordergrund soll bei der Veranstaltung der Spaß am Lesen stehen. Der Bundessieger gewinnt neben einem Büchergutschein unter anderem für seine Schule ein Buchpaket und den Besuch eines Autors. Alle Teilnehmer bekommen Bücher.

Und darum ging am Ende auch keiner leer aus: Für alle Teilnehmer gab es kleine Geschenke. Darunter das Buch „Mein rätselhafter Freund Rorty“ von Sharon Cohen, aus dem die Sechstklässler in der „Fremdtext-Runde“ vorlasen. Dafür sei extra ein brandneues Werk ausgesucht worden, erklärte Organisatorin Maschke, damit es tatsächlich noch kein Teilnehmer kenne. Im Nachhinein sollten die Mädchen aber natürlich erfahren dürfen, wie es weitergeht, und durften deshalb jeder ein Exemplar mit nach Hause nehmen.

Landesentscheid ist am 5. Juni in Kiel

Für Anka und Lina Maria gab es obendrauf noch einen Büchergutschein und ein Jahres-Abo der Jugendzeitschrift „Dein Spiegel“. Und natürlich die Eintrittskarte für die nächste Runde beim Wettbewerb. Am 5. Juni geht es in die Landeshauptstadt, das Bundesfinale wird in Berlin ausgetragen. „Wir drücken natürlich die Daumen“, sagt Hanna Maschke. Am wichtigsten sei aber, dass alle Wettbewerbs-Teilnehmer auch weiterhin viel Freude am Lesen hätten.

Jennifer Binder

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