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Ostholstein Vereine in Not: Vorstandsposten bleiben vakant
Lokales Ostholstein Vereine in Not: Vorstandsposten bleiben vakant
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16:49 14.03.2019
Der Awo Ortsverband Lensahn sucht dringend Vorstandsmitglieder. Ute Estermann und Jürgen Fein laden ein, ehrenamtlich mitzuarbeiten. Quelle: Billhardt
Ostholstein

Vereine und Organisationen haben weiter große Schwierigkeiten, ehrenamtliche Vorstandsposten zu besetzen. Die Folge ist, dass Ortsverbände vor der Auflösung stehen oder dies bereits geschehen ist. Aber auch Erfolgsmeldungen gibt es bei der Suche nach Mitstreitern und Nachfolgern.

In Lensahn besteht die Gefahr, dass der Awo-Ortsverein zum Jahresende abgewickelt wird. Die Jahresversammlung sei wie das „Hornberger Schießen“ ausgegangen, erzählt Jürgen Fein, eines der übrig gebliebenen Vorstandsmitglieder. Groß angekündigt, aber ohne Ergebnis. „Es hat sich keiner gefunden, der uns unterstützt.“ Das kleine Team mache zunächst noch weiter. Es werde versucht, zu retten, was zu retten ist, ansonsten müsse man sich vielleicht einem anderen Ortsverein anschließen.

Immerhin hat die Awo Lensahn rund 280 Mitglieder. „Das ist kreisweit gesehen relativ viel. Aber die Altersstruktur ist unser Hauptproblem“, erklärt Fein. Der 80-Jährige ist Kassenwart und seit zwölf Jahren im Vorstand des Vereins. Er betont: „Uns fehlen die nachfolgenden Generationen.“ Wenn sich nicht der eine oder andere beteilige, verliere man irgendwann selbst die Lust.

„Essen auf Rädern“ ist in Lensahn in Gefahr

Sollte sich nichts Wesentliches ändern, sagt Fein, gebe es noch ein weiteres Problem. Der Ortsverein ist Träger von „Essen auf Rädern“, das es mittlerweile seit 40 Jahren gibt. Zwischen 80 und 100 Personen seien davon betroffen, wenn sich mit der Awo in Lensahn auch diese sehr aktive Sparte auflösen müsste. „Das hat der Verein nicht verdient. Doch es braucht schon ein Team aus sechs bis acht Leuten“, erklärt das Vorstandsmitglied und blickt etwas neidisch auf die Insel Fehmarn.

Dort erlebte die Awo ein „kleines Wunder“. Anfang Februar hatten die LN von der Ostseeinsel über dieselben Probleme wie in Lensahn berichtet. Neben dem Vorsitzenden gab es nur noch zwei Beisitzer. Vorsitzender Heinz Lange (79) wurde in den vergangenen Wochen aktiv: „Ich habe ohne viel zögern, Leute angesprochen, die ich kenne und tatsächlich eine Mannschaft zusammenbekommen, die sich zur Wahl gestellt hat.“

Awo Fehmarn bekommt Verstärkung von Jüngeren

Dabei ist Lange ein weiterer Schachzug gelungen. Er konnte den knapp 100 Mitglieder starken Verein deutlich verjüngen. Die Neuen seien alle zwischen 40 und 50 Jahre alt, so der Vorsitzende der Awo Fehmarn. „Es sind alle sehr erstaunt, dass ich das geschafft habe.“ Er sei guter Hoffnung, dass er dadurch „mehr Leben in die Bude“ bekomme und den Ruf der Awo – auch durch zusätzliche Angebote – steigere.

Nicht so gut ausgegangen ist die Situation beim Ortsverband der Landfrauen Oldenburg. 14 Jahre war Birgit Bendt erste Vorsitzende, 20 Jahre hat sie Vorstandsarbeit geleistet. „Aber irgendwann ist die Luft raus“, erzählt sie. Zwei Jahre lang musste Birgit Bendt schon ohne Stellvertreterin auskommen und vergangenes Jahr ließ sich auch unter den 120 Mitgliedern keine Nachfolgerin für sie finden. „Dann mussten wir uns auflösen.“ Bendt hat sich mittlerweile einem anderen Ortsverband angeschlossen.

Altgediente werden zurückgeholt

„Momentan ist die Situation bei uns noch nicht dramatisch“, sagt der Geschäftsführer des Kreissportverbandes Ostholstein, Wolfgang Ruge, mit Blick auf den Sport. Doch auch hier wird es schwieriger, Vorstände zu besetzen. Jüngst habe der Leichtathletik-Fachverband des Kreises vergeblich einen Vorsitz gesucht, erzählt Ruge. So sei dann der Vorgänger eingesprungen und habe sich bereit erklärt, den Posten noch einmal zu übernehmen.

Wie Ruge allgemein feststellt, sehe die Arbeit in den Vereinen anders aus als noch vor zehn Jahren. Ein Ehrenamtler im Vorstand müsse sich mit Datenschutzgrundverordnung, Finanzsystemen und anderer Schreibtischarbeit beschäftigen, was neben den gestiegenen beruflichen Anforderungen ein großes Hemmnis sei, sich zu engagieren.

Bei der Awo Lensahn geht die Suche indes weiter. „Das Wichtigste für uns ist die Besetzung des Vorsitzes“, sagt die zweite Vorsitzende Ute Estermann. Aber jeder sei willkommen, um die Arbeit auf mehrere Schultern zu verteilen. „Vielleicht haben wir Glück und es geschieht auch bei uns ein Wunder“, sagt Jürgen Fein abschließend.

Markus Billhardt

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