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Ostholstein Wacken-Bosse wollen am Belttunnel mitverdienen
Lokales Ostholstein Wacken-Bosse wollen am Belttunnel mitverdienen
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12:57 02.12.2017
Metal-Fans warten auf dem Festivalgelände des Wacken Open Air auf den Beginn eines Konzerts. Quelle: Fotos: Dpa, Malzahn
Fehmarn

Der war in den vergangenen Tagen viel auf Reisen. Kopenhagen, Madrid, Paris und Wien. In diesen Städten sind die Baukonsortien ansässig, die den Zuschlag für den Bau des Fehmarnbelttunnels von Bauherr Femern A/S erhalten haben. Baltic FS möchte als Subunternehmer mit diversen Leistungen seiner 20 Partner am großen Kuchen mitverdienen.

Der Erfinder von Wacken möchte an der Beltquerung partizipieren und steigt mit seiner Firma ICS Festival Service als Partner bei Baltic FS ein. Holger Hübner, der auch beim neuen Werner-Rennen dabei ist, unterzeichnete einen Kontrakt bei Baltic-FS- Geschäftsführer Mirko Schönfeldt.

Wacken Open Air

Das Wacken Open Air ist ein erstmals 1990 abgehaltenes Heavy-Metal-Festival, das jährlich am ersten August-Wochenende in der Gemeinde Wacken (Kreis Steinburg) stattfindet. Mittlerweile ist es eines der größten Heavy-Metal-Festivals der Welt und eines der größten Open-Air-Festivals in Deutschland.

Baltic-FS-Gesellschafter Thilo Gollan, der selbst Metal-Fan ist, hatte den Kontakt zu Hübner und dessen Partner Thomas Jensen hergestellt. Das größte Bauprojekt Europas lockt die Wacken-Macher. „Die Organisation und den Betrieb von komplexen Veranstaltungen haben wir von der Pieke auf gelernt und sind damit gewachsen“, führt Hübner aus. Die Fehmarnbeltquerung sei eine große Herausforderung und es reize ihn sehr, die Kompetenzen von ICS dort einzubringen. Hübner weiter: „Mehr als 20 Prozent unserer Wacken-Gäste kommen schon aus Skandinavien – und die Nachfrage wächst.“ Viele europäische Metal-Fans führen auch zu Festivals über Deutschland nach Dänemark und Schweden. Daher laute die Devise: „Europa, wir leben dich.“ Die feste Querung sei ein positives Signal für die Völkerverbindung.

ICS ist mit Wacken gewachsen. Das Festival, das im Jahre 1990 mit 800 Musik-Fans startete, hatte im Jahr 2015 bereits über 75000 Gäste und hat damit die Gästezahl verhundertfacht. Die ICS organisiert und betreibt das Festival hochprofessionell. Mehr als 240 Hektar Festivalgelände werden mit mehr als 40 Kilometern Bauzaun abgesperrt. Einige Bühnenbereiche haben eine Fläche von mehr als vier Hektar. Es gibt über 1300 Toiletten und circa 500 Duschen. Es werden mehr als 2200 Lkw für Material gebraucht. Mit dem benötigten Strom kann eine Stadt mit 70000 Einwohnern versorgt werden. Circa 5000 Mitarbeiter sind nötig, um das Festival zu realisieren.

Die Parallelen zum Beltprojekt sind gegeben. Denn auch die Mega-Baustelle am Fehmarnbelt wird wie ein kleines Dorf sein. „Die ICS hat nicht nur den Vorteil, dass sie bereits den Beweis erbracht hat, sehr komplexe Projekte durchführen zu können. Insbesondere ist sie es gewohnt, schnelle und flexible Lösungen für die unterschiedlichsten Situationen zu finden. Damit ist ICS die ideale Ergänzung zu unseren anderen offiziellen Partnern“, sagt Mirko Schönfeldt.

Hübner, der neben Wacken auch Metal-Ski- wie auch Kreuzfahrt-Reisen organisiert, wird eines aber nicht auf Fehmarn tun: am Tunnel ein Festival veranstalten. Metal im Matsch, das wäre zwar theoretisch ein Feld, auf dem er sich auskenne, passe aber nicht zum Bau des Tunnels.

 Peter Mantik