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Ostholstein Bürgermeisterwahl: Schäfer und Zimmermann auf der Zielgeraden
Lokales Ostholstein Bürgermeisterwahl: Schäfer und Zimmermann auf der Zielgeraden
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15:57 17.10.2019
Bettina Schäfer und Andreas Zimmermann stellten sich vier Tage vor der Stichwahl in Scharbeutz noch einmal den Fragen des Moderators und der Wähler. Quelle: FOTO: Sabine Latzel
Scharbeutz

Jetzt sind es nur noch zwei: Bettina Schäfer und Andreas Zimmermann (beide parteilos) stellen sich der Stichwahl zum Amt des Bürgermeisters von Scharbeutz, die am Sonntag, 20. Oktober, stattfindet. Zu einer harten Auseinandersetzung in der letzten Vorstellungsrunde vorm Entscheidungstag kam es allerdings nicht: Die Kandidaten blieben höflich, sachlich, gemäßigt und inhaltlich nur graduell voneinander unterscheidbar.

Kritische Fragen zum Umzug und zum möglichen Wechsel

„Heute ist alles anders“, hatte Moderator Klaus Tscheuschner den Abend in der Sporthalle der Scharbeutzer Jugendherberge eingeleitet: „Die Kandidaten können auch auf Konfrontation gehen, damit in der direkten Diskussion mehr Unterschiede als bisher sichtbar werden.“ Das war eher nicht der Fall, doch immerhin sollten kritische Fragen die Scharbeutzer Bauhofleiterin und den Ahrensböker Bürgermeister aus der Reserve locken.

Die 47-jährige Diplom-Verwaltungswirtin Bettina Schäfer, die mit ihrem 17-jährigen Sohn in Timmendorfer Strand lebt, sollte in diesem Zusammenhang Stellung zum künftigen Wohnsitz nehmen. Wird sie als Bürgermeisterin in die Gemeinde Scharbeutz ziehen? Doch Schäfer blieb bei ihrer Haltung: „Erst einmal soll mein Sohn sein Abitur machen und sich beruflich orientieren. Dann weiß ich, wie groß meine künftige Wohnung sein muss, und kann weiter planen.“

Andreas Zimmermann (55), Verwaltungsfachwirt, seit 30 Jahren verheiratet und Vater eines erwachsenen Sohnes, sollte begründen, warum er nach Scharbeutz wechseln will, obwohl er sich erst im Herbst 2017 zum zweiten Mal zum Bürgermeister von Ahrensbök hat wählen lassen. Er könne in Scharbeutz – wo er 19 Jahre lang in der Verwaltung gearbeitet hat – mehr gestalten, erklärte Zimmermann, zudem folge er einem inneren Antrieb. Eine bessere Bezahlung motiviere ihn keinesfalls zur Kandidatur, betonte er: „Als Bürgermeister von Scharbeutz bekäme ich etwa 300 Euro netto mehr.“

Wer bezahlt den Wahlkampf?

Eine weitere kritische Frage kam von einem der etwa 150 Zuhörer in der Sporthalle: „Was kostet Ihr Wahlkampf – und wer zahlt ihn?“ Um die 10 000 Euro seien zu veranschlagen, hieß es dazu. Sie habe 8000 Euro von ihren Ersparnissen investiert, berichtete Bettina Schäfer, sowie zwei kleinere Spenden angenommen, die jedoch nicht ganz für zwei Werbeanzeigen gereicht hätten. Die Annahme von Spenden komme für ihn nicht infrage, sagte Zimmermann – er werde finanziell von den Parteien unterstützt, die ihn als ihren Kandidaten aufgestellt haben: CDU, WUB, Grüne und FDP.

Unterschiedliche Auffassungen wurden dann beim Thema Verkehrspolitik deutlich. Bettina Schäfer sprach sich dafür aus, Urlauber mit Kombi-Tickets zum Umstieg auf die Bahn zu bewegen, sah aber keinen Nutzen darin, bestimmte Straßen für Autos zu sperren: „Verkehr sucht sich seinen Weg.“ Es sei sinnvoll, den Verkehr „langfristig aus dem Ort herauszunehmen“, meinte hingegen Andreas Zimmermann, der für Anwohnerstraßen und Groß-Parkplätze am Ortsrand beziehungsweise in Bahnhofsnähe plädierte.

Für mehr Klimaschutz in der Gemeinde würde er einen Klimaschutz-Manager einsetzen, sagte Zimmermann, seine weiteren Maßnahmen seien unter anderem ein Energie-Management und eine klimaneutrale Bauleitplanung. „Ökologie und Ökonomie müssen vereint werden“, sagte er. Bettina Schäfer schlug für mehr Klimaschutz vor: papierlose Verwaltungsarbeit, Diensträder, mehr Blühwiesen, begrünte Dächer sowie die Einrichtung einer Wasserstoff-Tankstelle in der Gemeinde.

Sorgen um die Wahlbeteiligung

Sorgen bereitet offenbar sowohl den Kandidaten als auch dem Moderator eine möglicherweise niedrige Wahlbeteiligung am Sonntag. Beim ersten Wahlgang am 22. September lag sie bei 49,5 Prozent der insgesamt 10 148 Wahlberechtigten. „5000 Scharbeutzer haben gewählt – dabei haben etwa 7000 die Vorstellungsrunden verfolgt“, gab Moderator Tscheuschner zu bedenken. Ungünstig sei seiner Ansicht nach, dass wegen der Herbstferien zwischen dem ersten Wahlgang und der Stichwahl vier Wochen liegen, „das ist zu lang“.

Am22. September hatte Andreas Zimmermann 35,4 Prozent der Stimmen bekommen. Bettina Schäfer erhielt 30,5 Prozent. „Beide sind geeignet“, befand der Moderator am Ende des Abends in der Sporthalle, „ich drücke beiden die Daumen.“ Klaus Tscheuschner selbst gehört in jedem Fall zu den Gewinnern der Scharbeutzer Wahl: Er bekam für seine professionelle, launige und unterhaltsame Moderation einhellig großes Lob.

Ergebnisse im Live-Ticker

Die Ergebnisse aus den einzelnen Wahlbezirken und das Endergebnis der Stichwahl zum Bürgermeister von Scharbeutz werden am Sonntag, 20. Oktober, im Scharbeutzer Bürgerhaus (Haus A, Raum 206) präsentiert. Es steht den Bürgern ab etwa 17.30 Uhr offen.

In einem Live-Ticker informieren die LN über alle Zwischenstände und das Endergebnis, und zwar am Sonntag ab 17 Uhr unter LN-Online.de/Ostholstein.

Von Sabine Latzel

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