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Ostholstein So groß ist die Waldbrandgefahr in Ostholstein
Lokales Ostholstein So groß ist die Waldbrandgefahr in Ostholstein
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18:01 25.04.2019
Das Feuer wütete bei Kasseedorf auf einer Fläche von rund 500 Quadratmetern. Quelle: Freiwillige Feuerwehr Mönchneversdorf
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Kasseedorf

Die anhaltende Trockenheit bereitet immer mehr Probleme. Nach dem Rekordsommer 2018 mit zahlreichen Flächenbränden im Kreis Ostholstein ist die Waldbrandgefahr erneut hoch. Kreisbrandmeister Thorsten Plath spricht von einer besonderen Situation: „Die Sonne scheint seit Tagen nahtlos, dazu gab es lange Zeit keinen Regen. Es wird immer trockener, das ist so früh im Jahr nicht normal.“

Problematisch sei das Fehlen von schützendem Grün an vielen Bäumen. „Die Sonne und der Wind kommen auch in sonst dichteren Wäldern bis an den Boden, wodurch die dortige Feuchtigkeit nahezu verdrängt wird“, erläutert Plath. „Das vorhandene Totholz und das viele Laub werden durch den fehlenden Schatten der Blätter und des Grüns noch trockener.“ Ähnlich sieht es im Kreis Herzogtum Lauenburg und in vielen anderen Teilen Deutschlands aus.

Waldbrand: Siebeneinhalb Stunden im Einsatz

Eben dieser Zustand dürfte entscheidend zu einem Waldbrand zwischen Kasseedorf und Griebel beigetragen haben. Vergangenen Montag gegen 13.35 Uhr brannte dort eine Fläche von etwa 500 Quadratmetern. „Wir waren erst um 21 Uhr komplett durch“, sagte Dirk Joedicke, Amtswehrführer vom Amt Ostholstein-Mitte. „Zuvor mussten wir den Boden belüften, einen Bagger kommen lassen und ein zehn bis 15 Meter langes Stück Knick entfernen – alles in Absprache mit dem Förster.“

Ostermontag brannte eine etwa 500 Quadratmeter große Fläche zwischen Kasseedorf und Griebel. 100 Feuerwehrleute kämpften gegen die Ausbreitung des Brandes.

Der torfartige Boden musste genau untersucht werden, um einen Tiefenbrand auszuschließen. „Wir haben einen Pendelverkehr mit Tanklöschfahrzeugen eingerichtet“, erklärt der Amtswehrführer. Später hätten die Feuerwehrleute eine feste, circa 500 Meter lange Wasserversorgung aufgebaut. Neben zahlreichen Wehren aus dem Amt Ostholstein-Mitte waren auch Kräfte aus der Gemeinde Süsel (insgesamt bis zu 100 Feuerwehrleute) sowie Rettungsdienst, Polizei und DRK-Bereitschaft involviert. Nach Angaben von Einsatzleiter Tim Hamann, Ortswehrführer von Mönchneversdorf, wurden auch Wärmebildkameras eingesetzt, um Brände in der Erde zu lokalisieren.

Feuerwehrmann will auf gefährliche Situation aufmerksam machen

Ebenso wie Thorsten Plath bezeichnet auch Amtswehrführer Dirk Joedicke die derzeitige Lage als ungewöhnlich. „Die Trockenheit ist enorm. Ich bitte, von sogenannten Lagerfeuern abzusehen oder größere Maifeuer sein zu lassen – zumindest in der Nähe von Wäldern, Gebüschen und Knicks. Das Laub auf dem Boden kann sich entzünden“, sagt der Feuerwehrmann. „Mir geht es darum, die Menschen zu sensibilisieren.“ Sollte jemand dennoch ein Feuer entzünden wollen, müssten geeignete Löschmittel vorhanden sein. „Ein Eimer Wasser reicht nicht aus, um Glutnester zu löschen. Man muss die Asche auseinanderziehen“, teilt Joedicke.

Der Schneefall Mitte April sowie einige Regenschauer haben die Situation nicht großartig verbessert. Laub aus dem vergangenen Herbst sei nicht verrottet. Hinzu kommt aus Sicht von Joedicke, dass zahlreiche von Borkenkäfern zerstörte Bäume und von Stürmen umgeknickte Exemplare vertrocknet auf den Waldböden liegen würden. „Die Förster kommen kaum hinterher“, sagt der Amtswehrführer. Zudem seien Tümpel und Teiche nicht so voll wie für die Jahreszeit üblich. „Wir hatten zwar mal enorme Regenmengen am Tage, aber trotzdem kann man Moorflächen im Moment begehen, was man im April eigentlich nicht machen kann.“

Hinweise für Raucher und Grillfans

Thorsten Plath bitte darum, beim Spazieren im Wald oder entlang trockener Vegetation nicht zu rauchen und keine Zigarettenkippen achtlos wegzuwerfen – auch nicht aus fahrenden Autos. Darüber hinaus sollte nur an ausgewiesenen Plätzen gegrillt werden.

So warnt der Deutsche Wetterdienst

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat auf seiner Internetseite einen Waldbrandgefahrenindex. Dort wird aufgezeigt, wie groß die aktuelle Gefährdung ist. Es gibt fünf Stufen – von sehr geringe Gefahr bis sehr hohe Gefahr. Die örtliche Einschätzung – so der DWD – könne von der Darstellung abweichen.

Der Deutsche Wetterdienst gibt für den Kreis Ostholstein größtenteils die Warnstufe 3 raus. „Da der Index bis 5 geht, empfinde ich die derzeitige Einstufung schon hoch“, sagt Plath. Dirk Joedicke hält die Einstufung für zu niedrig. Dies habe unter anderem der Brand in den Kasseedorfer Tannen gezeigt. Auch gab es Flächenbrände in Timmendorfer Strand sowie benachbarten Kreisen.

Lesen Sie hier: Was die Trockenheit für Allergiker bedeutet

Sebastian Rosenkötter

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