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Ostholstein Darum fliegen Vögel auf Wallnau
Lokales Ostholstein Darum fliegen Vögel auf Wallnau
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14:27 26.03.2019
Das Naturschutzgebiet Wallnau auf der Insel Fehmarn ist ein wichtiges Schutzgebiet für zahlreiche Vögel. Nikola Vagt arbeitet hier für den Nabu als stellvertretende Reservatsleiterin. Quelle: Sebastian Rosenkötter
Fehmarn

Vogelparadies, Besuchermagnet, FÖJ-Standort – das Naturschutzgebiet Wallnau im Westen der Insel Fehmarn ist eines von 16 Schutzgebieten im Kreis Ostholstein. Auf einer Fläche so groß wie etwa 416 Fußballfelder leben Tausende Vögel, einige Dutzend zottelige Galloway-Rinder, Füchse, Kröten, aber auch Mitarbeiter vom Naturschutzbund (Nabu). Dieser betreibt ein Besucherzentrum und ist für die Pflege der Wiesen, Teiche, Gräben und Wäldchen zuständig.

Naturschutzgebiet seit 1938

Das Wasservogelreservat gilt seit 1977 als besonders schützenswert. Damit ist es zwar ein langjähriges Naturschutzgebiet, aber nicht das älteste im Kreis. Das befindet sich nur wenige Kilometer entfernt und trägt den Namen Grüner Brink. Es wurde am 18. Januar 1938 aufgrund des Reichsnaturschutzgesetzes (dem ersten Naturschutzgesetz) ausgewiesen, „da die Strandseelandschaft mit natürlicher Ostseeheide einzigartig in Schleswig-Holstein ist“, liefert Kreissprecherin Carina Leonhardt die Begründung.

Zurück nach Wallnau. Nikola Vagt ist hier stellvertretende Reservatsleiterin und für Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Mit einem Fernglas in der Hand beobachtet sie das Treiben auf einer der künstlich angelegten Wasserflächen. „Der Rothalstaucher ist da. Es muss Frühling sein“, sagt sie. Innerhalb weniger Sekunden zählt sie zwölf verschiedene Vogelarten auf, die vor der Beobachtungshütte zu sehen sind.

Vögel ruhen sich aus und bekommen Nachwuchs

Wallnau ist ein beliebter Rastort für Zugvögel. „Landvögel mögen nicht lange über Wasser fliegen. Dänemark ist von hier nur 18 Kilometer entfernt. Deshalb kommen sie hier lang. Wasservögel hingegen sind meist in Ufernähe unterwegs. Auch sie stoppen hier“, erklärt Vagt und schiebt hinterher: „Die bleiben nicht nur über Nacht.“ Viele Brutvögel wie Sandregenpfeifer, Säbelschnäbler, Kiebitze und Gänse bekommen hier ihren Nachwuchs.

Wie auch in den anderen Naturschutzgebieten im Kreis gilt, dass Besucher willkommen sind, so lange sie die Wege nicht verlassen. „Wir haben etwa 30 000 Gäste im Jahr und bieten Führungen an“, sagt Nikola Vagt. „Das ist kein Zoo, die Tiere haben Flügel“, betont sie. Dennoch wird es keinen Besucher geben, der keinen einzigen Vogel sieht. Wichtig ist es laut Vagt, sich Zeit zu nehmen, auf einer der Bänke Platz zu nehmen, die Umgebung zu beobachten. „Ob ein Tier selten ist, ist für mich relativ uninteressant. Klar, ich freue mich, wenn es eine Art noch gibt, aber das Interessante ist das Treiben.“

Wasser spielt eine wichtige Rolle

Im Wasservogelreservat soll zugleich eine Kulturlandschaft erhalten werden. Mithilfe von Galloway-Rindern wird das Gras gemäht. „Wasservögel mögen das. Sie brüten auf dem Boden und müssen ihre Feinde erkennen“, sagt die stellvertretende Reservatsleiterin. Eine weitere Stellschraube neben der Beweidung sei das Wasserwirtschaftssystem. Siele, Durchflüsse, Gräben, Teiche und ein Bach seien miteinander verbunden. So ist es möglich, Wasserstände zu beeinflussen und für ausreichend feuchte Flächen zu sorgen, in denen die Vögel Nahrung finden.

Diese 16 Naturschutzgebiete gibt es im Kreis

Wallnau und die anderen 15 Naturschutzgebiete im Kreis nehmen etwa 2,76 Prozent der Fläche Ostholsteins ein. Kreissprecherin Carina Leonhardt bezeichnet sie als „die noch am wenigsten veränderten Restreservate für besonders seltene Fauna und Flora unserer Landschaft“. Sie seien „häufig die letzten Rückzugsräume, aber auch ,Keimzellen’ für die Ausbreitung seltener Arten“. Menschen könnten dort Natur und Landschaft genießen.

Ständiger Wandel

Die Zahl der Naturschutzgebiete ist im Laufe der Jahrzehnte stetig angewachsen. Zuletzt kam 2015 Sielbektal, Kreuzkamper Seenlandschaft und umliegende Wälder (Gemeinde Ratekau) hinzu. Doch sind die Flächen einem stetigen Wandel unterlegen. „Zum einen, weil natürliche Einflüsse wie Witterung und Nährstoffeinträge einwirken“, führt Carina Leonhardt aus. Zum anderen, weil die Nutzung durch den Menschen zunehme – mit Tourismus, Hundeauslauf, sportlichen Aktivitäten – und die Bewirtschaftung intensiviert oder geändert werde, oder auch, weil Schutz- und Entwicklungsmaßnahmen umgesetzt würden.

Im Kreis Ostholstein gibt es 16 Naturschutzgebiete. Das Wasservogelreservat Wallnau im Westen Fehmarns gehört dazu. Tausende Zugvögel machen hier Station. Viele bekommen ihren Nachwuchs.

Sebastian Rosenkötter

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