Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein Warderschule: Das ist die neue Schulleiterin
Lokales Ostholstein Warderschule: Das ist die neue Schulleiterin
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
12:00 07.12.2019
Kristina Depenau ist neue Schulleiterin der Warderschule in Heiligenhafen Quelle: Luisa Jacobsen
Anzeige
Heiligenhafen

Bevor sie nach Schleswig-Holstein kam, war sie mit Herz und Seele Hauptschullehrerin. Jetzt ist sie Schulleiterin einer Gemeinschaftsschule. Kristina Depenau hat den länger als ein Jahr vakanten Posten an der Warderschule Heiligenhafen übernommen. Obwohl sie wegen der neuen Stelle einen Teil der pädagogischen Arbeit aufgeben muss, war die Entscheidung, Schulleiterin zu werden, für sie genau das Richtige.

Neues Schulsystem: „Plötzlich hieß es, differenziere mal’’

2012 ist Kristina Depenau aus Mannheim nach Ostholstein gezogen. Die größte Umstellung sei für die Englisch- und Französischlehrerin dabei der Wechsel vom dreigliedrigen Schulsystem zur Gemeinschaftsschule gewesen. „Das erste Jahr war wirklich eine ganze große Veränderung“, sagt sie. Plötzlich habe es geheißen „differenziere mal. In Baden-Württemberg habe ich eine Klassenarbeit für alle gemacht, hier macht man für bis zu fünf Niveaus verschiedene Ausfertigungen“.

Anzeige

Doch das System, in dem alle gemeinsam lernen, sieht Kristina Depenau vor allem als echte Chance für die Gesellschaft. Die Gemeinschaftsschule fördere das Miteinander, weil sich die Schüler in ihrer Verschiedenheit ergänzten – oder zumindest lernen, trotz der Unterschiede gut miteinander auszukommen. Voraussetzung dafür sei aber, dass die personellen Ressourcen zur Verfügung stehen. Kristina Depenau sieht es als Herausforderung und Ziel, in diesem System alle Schüler zu sehen und entsprechend ihren Stärken und Schwächen zu fördern.

Mehr Artikel aus Ostholstein

Das steht an: Schulentwicklungskonzept und Digitalisierung

Auf die Stelle in der Warderschule habe sich die 44-Jährige ganz bewusst beworben, „weil die Schule vergleichsweise übersichtlich ist“. Man lerne Schüler und Kollegium schnell kennen. Aktuell hat die Schule 300 Schüler in den Klassen 5 bis 10, 23 Lehrer und einen Schulsozialarbeiter. Zur Schülerschaft gehören auch Inklusionskinder und Daz-Schüler. Zudem kennt die neue Schulleiterin die Schule bereits. Nach ihrem Umzug in den Norden hatte sie dort als Lehrerin gearbeitet, bevor sie zur Wagrienschule in Oldenburg wechselte.

Dort – nach insgesamt 20 Jahren als Lehrerin – habe sie entschieden, sich einer neuen Herausforderung stellen zu wollen. Bei der Fortbildung für angehende Schulleiter habe sie dann gemerkt, „dass das wirklich genau meins ist“, sagt Depenau. Dass es in vielen Schulen schwer ist, Schulleiterposten zu besetzten, erklärt sie sich so: „Ich glaube, dass sich viele Lehrer nicht vorstellen können, die pädagogische Arbeit gegen Verwaltung einzutauschen.“ Aber Kristina Depenau ist glücklich über ihre neue Aufgabe. Auch die Kommunikation mit der Stadt funktioniere sehr gut.

Das ist wichtig, denn es stehen übergreifende Pläne an. „Gemeinsam mit der Stadt soll ein neues Schulkonzept entwickelt werden“, sagt sie. Umbauten sind angedacht, immerhin ist die Warderschule 30 Jahre alt. Zudem muss die Digitalisierung vorangetrieben werden.

Das sind ihre Mittel gegen den Stress

Trotz der neuen Leitungsaufgabe ist Kristina Depenau der persönliche Kontakt im Unterricht weiter sehr wichtig. 14 Stunden Englischunterricht gibt sie in der Warderschule im Moment. Mitunter empfinde sie die Mischung ihrer neuen Aufgabenbereiche natürlich auch als anstrengend. Für diese Tage hat die zweifache Mutter aber ihre ganz persönlichen Stressbewältigungsstrategien. Die eine: Chill-out-Musik in ihrem Büro zu hören. Die zweite und noch viel wichtigere: Lego mit ihrem vierjährigen Sohn zu spielen.

Lesen Sie auch

Von Luisa Jacobsen

Anzeige