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Ostholstein Was macht Bettina Hagedorn beim Papst?
Lokales Ostholstein Was macht Bettina Hagedorn beim Papst?
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16:00 28.05.2019
Staatssekretärin Bettina Hagedorn (Mitte) aus Kasseedorf nahm in Vertretung für Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) an der Klimakonferenz im Vatikan in Rom teil. Dort traf sie am Montag auch mit Papst Franziskus zusammen. Quelle: HFR
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Rom/Ostholstein

Der Klimawandel ist global zu spüren – und er macht vor Staatsgrenzen keinen Halt. Deshalb haben 26 Länder eine neue, globale Koalition gegründet, um über Finanzmittel für erforderliche Klimaschutz-Maßnahmen zu beraten. Deutsches Gründungsmitglied ist Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD). Da er beim Treffen am Montag verhindert war, reiste seine Stellvertreterin Bettina Hagedorn, Parlamentarische Staatssekretärin und SPD-Bundestagsabgeordnete aus Ostholstein, für ihn in den Vatikan. Dort traf sie auch den Papst.

„Das Zusammentreffen mit Franziskus im Rahmen der Klimakonferenz, die auf Einladung der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften stattfand, war für uns alle ein besonderer Moment“, sagte Hagedorn im Gespräch mit den Lübecker Nachrichten. „Es dauerte etwa eine Stunde. Zunächst hielt Franziskus selbst eine Rede. In seiner Ansprache begrüßte der Heilige Vater die Vertreterinnen und Vertreter der Länder. Anschließend ging es für ein gemeinsames Foto raus. Dort wurden wir, die Finanzminister und Vertreter der Länder, auch dem Papst vorgestellt.“

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Bettina Hagedorn trifft Papst Franzikus

Die Kasseedorferin Bettina Hagedorn konnte in diesem Augenblick kurz direkt mit dem Papst sprechen. „Ich habe mich bei ihm für seine Teilnahme an unserer Klimakonferenz bedankt und, dass diese im Vatikan stattfinden konnte“, sagte Hagedorn.

Maßnahmen für mehr Klimaschutz

Mit Wissenschaftlern und weiteren Finanzministern diskutierte die Staatssekretärin aus Ostholstein anschließend über erforderliche Maßnahmen für mehr Klimaschutz. Ziel der Konferenz sei der Erfahrungsaustausch der unterschiedlichen Länder sowie die Umsetzung und Förderung gemeinsamer Standards, der sogenannten Helsinki Prinzipien.

„Es ist höchste Zeit, um weltweit konsequent nachhaltig politisch zu handeln“, sagte Hagedorn. Dabei dürften nicht länger die Bremser das Tempo bestimmen. „Darum bin ich sehr froh, dass Olaf Scholz mit seiner Unterschrift im April besiegelt hat, dass unser Bundesministerium der Finanzen eines der Gründungsmitglieder der Klimakoalition auf internationaler Ebene ist.“

Unterstützung durch den Papst

Klimaschutz werde sehr viel Geld kosten, sagte Hagedorn weiter. Fakt sei aber, dass fehlendes Engagement beim Kampf gegen den Klimawandel noch viel teurer werde. Der Begriff der ‚Nachhaltigkeit‘ stehe nicht nur für Klima- und Umweltschutz, sondern umfasse auch die sozialen Folgen – sparsamer Umgang mit wirtschaftlichen und finanziellen Ressourcen und die Verantwortung für die nächste Generation.

„Deshalb ist es richtig und wirkungsvoll, dass die Finanzminister diese Initiative ergriffen haben“, sagte Hagedorn. „Papst Franziskus persönlich unterstrich die Notwendigkeit zum Handeln.“ Neben Vorträgen von Klimaexperten stellte der Kanzler der Päpstlichen Akademie für Wissenschaften, Marcelo Sanchez Sorondo, die Enzyklika für den Klimaschutz von Papst Franziskus vor. Am Nachmittag diskutierten die Teilnehmer die nächsten gemeinsamen Schritte.

26 Länder in der Klimakoalition

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) ist bei der IWF-/Weltbanktagung am 13. April der neu gegründeten internationalen Koalition der Finanzminister für Klimamaßnahmen beigetreten. Aktuell gehören insgesamt 26 Länder der Klimakoalition an, davon alleine elf EU-Länder.

Neben Deutschland als Gründungsmitglied sind Dänemark, Frankreich, Irland, die Niederlande, Spanien, Schweden, Finnland, Österreich, Luxemburg und Großbritannien dabei, ebenso Norwegen und Island. Internationale Mitglieder sind folgende Länder: Chile, Kolumbien, Costa Rica, Ecuador, Mexiko, Guatemala, die Elfenbeinküste, Kenia, Uganda, Nigeria, die Fidschi Inseln, die Marshallinseln und die Philippinen. Das nächste Treffen der Koalition findet am 4./5. Juni in Chile statt.

Von Rom über Berlin nach Lensahn

Für Bettina Hagedorn ging es im Anschluss an die Konferenz in Rom am Montagabend gleich zurück nach Berlin. Denn bereits am Dienstag stand eine weitere Klimaschutz-Diskussion für sie auf dem Terminplan – dieses Mal mit Schülern in Lensahn.

Louis Gäbler