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Ostholstein Ostholsteiner Wasser: Frisches Nass aus 110 Metern Tiefe
Lokales Ostholstein Ostholsteiner Wasser: Frisches Nass aus 110 Metern Tiefe
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12:39 26.06.2019
Die Besuchergruppe aus der Verbandsversammlung sah sich im Keller des Wasserwerks die vielen Rohre und Pumpen an. Quelle: Susanne Peyronnet
Ahrensbök

Und mag die kommende Hitze noch so groß sein: Das Wasser aus dem Hahn versiegt nicht. Weder in und um Ahrensbök noch in sonst einem Ort im Einzugsgebiet der insgesamt sechs Wasserwerke des Zweckverband Ostholstein (ZVO). Das versicherte Thorsten Plath, Abteilungsleiter Wasserversorgung und Rohrnetzservice Gas-Wasser beim ZVO, im Wasserwerk Ahrensbök vor Mitgliedern der ZVO-Verbandsversammlung.

25 Kommunalpolitiker aus Gemeindevertretung und Kreistag sowie einige Vertreter der Verwaltungen waren der Einladung zu einer sogenannten Anlagenfahrt gefolgt. Eine der Stationen war das Wasserwerk in Ahrensbök, das vor allem durch seinen weithin sichtbaren Wasserturm bekannt ist. Was im Gebäude daneben steckt, erfuhren die Besucher bei einem mit Fakten gespickten Rundgang.

Wasser aus der Tiefe

Rohre, Rohre, Rohre – sie sind wohl das hervorstechendste äußere Merkmal eines Wasserwerks. Und riesige Metallzylinder, gefüllt mit Filtersand, gestrichen in kühlem Blau. Kühl wie das Wasser, das aus 110 Metern Tiefe nach oben befördert wird.

Die Tiefe ist entscheiden für die Wasserqualität, erläutert Plath auf die Frage eines der Teilnehmer, wie es mit Rückständen von Glyphosat oder anderen Stoffen im Wasser bestellt sei. „Wir untersuchen das Wasser auf Pflanzenschutzmittel, haben bisher noch keine Spuren davon entdeckt, in keinem der sechs Wasserwerke“, sagt Plath. Verbandsvorsteherin Gesine Strohmeyer ergänzt: „Bestimmte Sachen sind noch nicht unten angekommen.“

Das sei aber kein Grund zur Entwarnung. So gebe es im westlichen Schleswig-Holstein und in Niedersachsen bei der Trinkwassergewinnung zunehmend Probleme mit Nitraten. Die Düngemittelverordnung der EU reiche nicht für den Grundwasserschutz aus. Außerdem spüre der ZVO weitere Einflüsse, etwa eine Versalzung durch die hereindrückende Ostsee, ausgelöst durch große Entnahmemengen. „Man diskutiert schon über die Ressource Wasser.“

Genug Grundwasser vorhanden

Um die müssen sich die Ostholsteiner aber keine Sorgen machen. „Wir entnehmen nur fünf Prozent der Menge, die hier vorbeifließt“ erläutert Plath. Das Wasserwerk Ahrensbök verfügt über fünf Brunnen, von denen vier in Betrieb sind, der fünfte wird demnächst erneuert. Das daraus geförderte Rohwasser wird mittels Sand und Luft gefiltert, sodass Eisen und Mangan entfernt werden, und dann als Reinwasser in den Wasserturm gepumpt.

Aus 110 Metern Tiefe wird das Wasser nach oben gepumpt und anschließend noch 40 Meter hoch in den Wasserturm gedrückt.

Der Turm ist 44 Meter hoch, liegt 120 Meter über Normal-Null und kann so den höchst gelegenen Ort im Einzugsgebiet, das 20 Meter über Normalnull liegende Tankenrade, mit ausreichendem Druck mit Trinkwasser versorgen. Insgesamt liefert das Wasserwerk Ahrensbök 1,5 Millionen Kubikmeter Wasser pro Jahr an die Abnehmer: Haushalte, aber auch Landwirtschaft und Industrie.

Wasserhärte bleibt unbeeinflusst

Das Wasser hat eine sogenannte „deutsche Härte“ von 16 bis 18 Grad. Das sei guter Durchschnitt. Überlegungen, die Härte zu minimieren und Kalzium und Magnesium aus dem Wasser herauszufiltern, habe der ZVO bereits vor etlichen Jahren verworfen. Dafür werde Personal für die ständige Überwachung – für alle Wasserwerke zusammen 60 Leute mehr – gebraucht und müssten dem Wasser Chemikalien zugesetzt werden. Die Kosten für die Kunden hätten damals bereits 50 Pfennige (25 Cent) mehr pro Kubikmeter Wasser betragen.

Eine ganz andere Frage kam von Hans-Joachim Schell, Gemeindevertreter in Ratekau. Er wollte wissen, wie sicher das Wasserwerk gegen Angriffe von außen sei. Plaths Antwort: „Wir sind völlig autonom, nicht mit dem Internet verbunden und haben eigene Kabel.“

Ab auf den Turm

Nach der Theorie folgte der Rundgang durchs Wasserwerk und auf den Turm. Vorbei an den vielen dicken Rohren, den riesigen Schrauben und Muttern und den Reglern, Schiebern und Zylindern, bevor es anschließend auf den Turm ging. Ein Aufstieg über 248 Stufen, der sich bei strahlend schönem Wetter lohnte und eine weite Sicht über das Einzugsgebiet des Wasserwerks Ahrensböks ermöglicht.

Vom Turm aus hat man einen weiten Blick übers Land. Da muss ein Foto her, findet Ahrensböks Bürgermeister Andreas Zimmermann. Quelle: Torsten Hindenburg/HFR

Weitere Stationen der Anlagenfahrt waren ein Besuch in der sogenannte Zentralwarte, der großen Schaltzentrale im ZVO-Gebäude in Sierksdorf, und eine Besichtigung des Blockheizkraftwerkes in Techau. Im Herbst ist eine weitere Anlagenfahrt geplant, dann geht es nicht um Ver-, sondern um Entsorgung. Auf dem Programm steht unter anderem der Besuch in einem Klärwerk.

Susanne Peyronnet

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