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Ostholstein Wehr sucht dringend neue Kameraden
Lokales Ostholstein Wehr sucht dringend neue Kameraden
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09:32 17.01.2014
Gemeindewehrführer Matthias Tamm hofft, möglichst bald neue Mitglieder zu gewinnen. Quelle: Sebastian Rosenkötter
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Sierksdorf

Der Freiwilligen Feuerwehr Sierksdorf geht es nicht gut, denn sowohl in Sierksdorf wie auch im Ortsteil Roge haben die Blauröcke nicht die vorgeschriebene Sollstärke. Gedanken über die Einrichtung einer Pflichtfeuerwehr machen bereits die Runde.

„Wir müssen etwas tun. Wir werden Klinken putzen, in der Hoffnung keine weiteren Schritten gehen zu müssen, die ich hier nicht skizzieren möchte“, sagte Bürgermeister Volker Weidemann (CDU) und spielt damit wohl bereits auf eine Zwangswehr an. Denn laut Brandschutzgesetz des Landes können alle Personen zwischen 18 und 50 Jahren zwangsverpflichtet werden, wenn die Einsatzfähigkeit aufgrund von zu wenigen Kameraden nicht mehr gewährleistet ist.

Auch in den ersten Wochen des neuen Jahres hat sich die Situation nicht verändert. Alle Beteiligten betonen den Ernst der Lage, warnen aber vor Panikmache.

Gemeindewehrführer Matthias Tamm berichtet den LN, dass man „zukunftsorientiert“ denken müsse. Bürgermeister Weidemann kündigt an, mit den Feuerwehrleuten von Haustür zu Haustür zu gehen. Und er berichtet von einem Arbeitskreis, den die Gemeinde bereits eingerichtet hat. „Ich habe die Hoffnung, weitere Einwohner erreichen zu können.“

Kreisbrandmeister Ralf Thomsen erläutert unterdessen, dass „die Situation — noch — im grünen Bereich ist“. Andererseits spricht Thomsen von einer Wehr, „die ihre Sollstärke nicht erreicht“ und somit zu wenig Leute habe.

Genaue Zahlen nennt Tamm. „Das Land gibt 37 Einsatzkräfte für die Wehr Sierksdorf und 27 Einsatzkräfte für die Wehr Roge vor. Wir haben insgesamt 42 Aktive“, so Tamm. Dies sei noch ausreichend. „Wir kriegen auch tagsüber genug zusammen. Zudem können wir Kräfte von Nachbarwehren nachalarmieren“, betont Tamm.

Dennoch dürfe nicht vergessen werden, dass der Altersdurchschnitt der Einsatzabteilung beider Wehren bei über 45 Jahren liege. „Einige Kameraden werden in den nächsten Jahren in die Ehrenabteilung wechseln“, sagt Tamm. Deshalb soll noch in diesem Jahr — wie bereits im Dezember bei der Gemeindevertretung angekündigt — eine Aktion zum Anwerben neuer Freiwilliger anlaufen. Was genau geplant ist, möchte Tamm noch nicht verraten. Er sagt lediglich, dass „wir das persönliche Gespräch suchen werden“. Und betont, dass gerade die Menschen auf dem Land näher zusammenrücken und sich engagieren sollten.

Tamm ist sich bewusst, dass es nicht leicht wird. „Viele Menschen vertreten die Auffassung, dass die Feuerwehr eh kommt, wenn es mal brennt.“ Es dürfe aber nicht vergessen werden, dass er und seine Kameraden freiwillig Dienst verrichten. Dienst — der nicht unbedingt viel Zeit in Anspruch nehmen muss. „Alle 14 Tage treffen wir uns für etwa 90 Minuten. Wir bereiten uns dann praktisch und theoretisch auf Einsätze vor“, sagt der Wehrführer. Hinzu kämen natürlich die Einsätze — 2013 waren es 62.

Wer der Gemeindewehr Sierksdorf helfen möchte, kann Gemeindewehrführer Matthias Tamm unter der Nummer 045 63/47 86 67 erreichen.

„Wir werden Klinken putzen, in der Hoffnung keine weiteren Schritte gehen zu müssen.“
Volker Weidemann

Sebastian Rosenkötter