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Ostholstein Weiterer Buhnenausbau soll den Strand sichern
Lokales Ostholstein Weiterer Buhnenausbau soll den Strand sichern
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18:45 29.06.2019
Um den Strand in Heiligenhafen zu schützen, soll der Buhnenausbau vorangetrieben werden. Quelle: Gäbler
Heiligenhafen

 Noch vor der Hochwassersaison 2019/2020 soll der Buhnenausbau vor der Küste Heiligenhafens erfolgen. Vier Buhnen im 2016 errichteten Testfeld am Steinwarder sollen verlängert werden, um den Strand zu schützen beziehungsweise den Verlust des Sandes einzugrenzen. Die Stadtverordneten haben mit großer Mehrheit beschlossen, dafür 155 000 Euro zur Verfügung zu stellen. Kritik gibt es allerdings vom Verwaltungschef aus dem Rathaus.

Wirksamkeit der Buhnen wird angezweifelt

„Die Buhnen haben keine entsprechende Wirkung“, sagt Bürgermeister Heiko Müller (parteilos). Davon sei nicht nur er überzeugt, auch der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN) habe ihm mitgeteilt, die Stadt dürfe das Konzept gerne weiterverfolgen, sie hätten nichts dagegen, aber es bringe nichts. „Wir sollten nicht sinnlos Geld in der Ostsee versenken. Wir haben dann Holzbuhnen, aber trotzdem keinen Sand“, sagt Müller.

Auch der Heiligenhafener Niclas Boldt, der die Strandsicherungsmaßnahmen schon lange mit Unverständnis beobachtet, gibt bei der Einwohnerfragestunde der Stadtvertretersitzung zu bedenken, dass man sich doch wissenschaftlichen Rat von Dritten holen sollte. Sich auf ein Monitoring des Testbuhnenfeldes zu verlassen, das jene machen, die auch den Buhnenbau begleitet hätten, sei nicht nachzuvollziehen. Für Bürgermeister Müller ist es ratsam, die TU Braunschweig mit dem Institut für Wasserbau mit ins Boot zu holen.

Klares Votum für die Maßnahme

Doch die Stadtvertreter sind sich – bei nur zwei Gegenstimmen – einig: „Wir halten die Maßnahme für dringend nötig. Es ist die richtige Entscheidung, um den Sand bestmöglich bei uns zu halten. Daher wollen wir die Verlängerung der Buhnen vornehmen“, sagt Monika Rübenkamp (SPD). Manfred Ebken von den Grünen führt aus: „Ich bin zwar etwas skeptisch, was die Wirkung der Buhnen betrifft, aber die Natur ist unberechenbar und wir müssen daran.“

Gerd Panitzki (CDU) glaubt an das Projekt und ist sicher: „Wenn wir uns dem Genehmigungsverfahren stellen, werden die zuständigen Stellen eingeschaltet und sich äußern.“ Die Leitung wird beim Buhnenausbau – wie schon bei der Sandaufspülung im Frühjahr – in die Hände der Heiligenhafener Verkehrsbetriebe (HVB) gelegt. Die Verwaltung muss die notwendigen Haushaltsmittel im Nachtragshaushalt der Stadt bereitstellen.

Straßenausbaubeiträge fallen weg

Darüber hinaus hat die Stadtvertretung beschlossen, ab 2020 keine Straßenausbaubeiträge mehr zu erheben. Trotz schlechter Haushaltslage möchten die Kommunalpolitiker die Bürger entlasten. Die Verwaltung soll bis zum Herbst eine Prioritätenliste zur Sanierung der Straßen vorlegen. Bürgermeister Müller befürchtet, wenn künftig Finanzmittel in der Kasse fehlen, dass die Stadt um eine Erhöhung der Grundsteuer nicht herumkommen würde. Auch kein Geld mehr sollen Einheimische wie Touristen ab kommenden Jahr beim Eintritt in das Heimatmuseum bezahlen müssen (die LN berichteten).

Bezahlbarer Wohnraum ist ein weiteres Thema, mit dem sich die Politik in Heiligenhafen intensiv beschäftigt. „Wir haben über 300 Wohnungen zu wenig, daher wird es Zeit, etwas zu tun“, sagt Simon Schulz (BfH). So sind sich CDU, SPD, FDP, BfH und Grüne einig, sie wollen eine kommunale Wohnungsbaugesellschaft gründen. „Damit wir das Feld nicht nur den privaten Unternehmen zu überlassen“, erläutert Monika Rübenkamp. Stadtverwaltung und HVB werden aufgefordert, Umsetzungsmodelle vorzubereiten, die dann in einer Sondersitzung des Finanzausschusses beraten werden sollen.

Markus Billhardt

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