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Ostholstein Weiteres Bürgerbegehren in Eutin nimmt Fahrt auf
Lokales Ostholstein Weiteres Bürgerbegehren in Eutin nimmt Fahrt auf
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21:10 03.09.2018
In diesem Monat wollen Ursula Jacobsen-Priefer, Ivo Stock (M.) und Thorben Junge die Schulkonferenzen zu ihren Plänen hören. Quelle: Foto: Benthien
Eutin

„Sollen die Wilhelm-Wisser-Gemeinschaftsschule (Standort Eutin) und die Grundschule (Standort ,Kleiner See’) einen Neubau am Standort ,Kleiner See’ erhalten und soll an diesem Standort eine Drei-Feld-Sporthalle gebaut werden, die beide Schulen für den Schulsport nutzen können?“ Mit dieser Abstimmungsfrage wollen sich die Vertreter der Bürgerinitiative, Thorben Junge (43, Vater von vier Kindern im Alter von 11, 13, 14 und 18 Jahren), Ivo Stock (41, Vater von drei Kindern im Alter von neun und drei Jahren sowie vier Monaten) und Ursula Jacobsen- Priefer (Großmutter von zwei schulpflichtigen Enkeln), an die Eutiner wenden. Sie sind nach vielen Vorgesprächen und Meinungsabfragen sicher, dass die Antwort vieler Menschen „Ja“ lauten wird. Damit das Bürgerbegehren Erfolg hat, benötigen sie um die 1300 Stimmen. „Wir wollen aber mindestens 1500, um auf der sicheren Seite zu sein“, sagt Ivo Stock.

Bevor jedoch Stimmen gesammelt werden können, hat die Stadt eine Übersicht über die zu erwartenden Kosten zu liefern. Diese müssen den Bürgern vor Abgabe ihrer Unterschrift bekannt sein. Während es der BI nach ihrer Aussage ausreichen würde, den Kostenrahmen wie für die Förderanträge zu nehmen, beabsichtigt die Stadt, ein Planungsbüro mit der Kostenermittlung zu beauftragen. „Da sind dann wohl acht Wochen realistisch, auch wenn es heißt, die Kosten müssten ,unverzüglich’ genannt werden. Aber der Bürgermeister sagt, er wolle sich absichern“, berichtet Thorben Junge.

Zahlen, die ihnen zuletzt genannt worden seien, lauteten auf acht Millionen Euro für eine hochwertige Sanierung der Wisser-Schule plus zwölf Millionen Euro für einen Erweiterungsbau, außerdem acht Millionen Euro für einen Neubau der Grundschule. „Wir haben uns andere Schulbauten angesehen, beispielsweise in Konstanz. Dort ist für 17 Millionen Euro eine Schule mit dem gleichen Raumprogramm wie dem der Wisser-Schule gebaut worden“, sagt Ivo Stock. Und: „Wir glauben an den Standort Am Kleinen See. Er ist groß genug für beide Schulen und eine Sporthalle. Wir wollen uns nicht als Architekten aufspielen, aber wir wollen einen Denkanstoß geben.“

Bei ihren Gesprächen mit den Fraktionen hätten sie festgestellt, dass es Missverständnisse gebe, dass zum Beispiel die Aussage, Eltern wollten kein Schulzentrum, auf falschen Tatsachen fuße, so die BI- Vertreter. „Die Parteien führten auch einen weiteren Zeitverzug ins Feld. Wir sind aber nicht auf die schnelle Lösung fokussiert, sondern betrachten auf Jahrzehnte, was besser ist für Eutin als Standort“, sagt Stock, der FWE-Mitglied ist, seine BI-Tätigkeit aber davon strikt trennen will. „Wir wollen optimale Bedingungen für Kinder schaffen“, versichert Junge. „Wir wollen auch nicht die Sporthalle am Güterbahnhof verhindern. Aber wir wollen neue Schulen und Sport am Schulstandort.“ Die BI erhofft sich von der Politik, dass sie die Kosten für Sanierung/Erweiterung/Neubau der Schulen und komplette Neubauten vergleicht: „Mit dem Abriss der jetzigen Schule am ,Kleinen See’ bietet sich eine einmalige Chance.“

Von Ulrike Benthien