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Ostholstein Immer weniger Ostholsteiner spenden Blut
Lokales Ostholstein Immer weniger Ostholsteiner spenden Blut
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16:02 13.06.2019
Michelle Warnecke (18) aus Neustadt spendet zum ersten Mal Blut. Monique Zandereit achtet darauf, dass die lebensrettende Flüssigkeit gut läuft. Quelle: Sebastian Rosenkötter
Neustadt

Die Zahlen sind alarmierend. Jedes Jahr verlieren die DRK-Blutspendedienste nach eigenen Angaben 100 000 Spender. Engpässe bei Blutgruppen sind längst keine Ausnahme mehr. Auch im Kreis Ostholstein geben immer weniger Menschen etwas von ihrem Blut ab. Seit 2016 hat die Zahl der Spenden um 7,5 Prozent abgenommen.

Neustadt ist Ostholsteins Blutspende-Hochburg. Durchschnittlich 176 Bürger kommen zu einem der fünf jährlichen Spendetermine. Was zunächst gut klingt, verändert sich bei genauer Betrachtung deutlich. Denn vor acht Jahren waren es noch 250 bis 260 Spender. Susanne von Rabenau, Sprecherin vom DRK-Blutspendedienst Nord-Ost, spricht von einem bundesweiten Rückgang. Erfreulich sei, dass die Zahl der Erstspender im Kreis aktuell zunehme.

Erst Gesundheitscheck, dann Blutspende

Eine dieser Erstspender ist Monique Warnecke. Zwei Tage vor dem Weltblutspende-Tag am 14. Juni füllt sie in der Neustädter Jacob-Lienau-Schule einen Fragebogen aus. Die DRK-Mitarbeiter wollen herausfinden, ob die 18-Jährige gesund und ihr Blut für Menschen in Not geeignet ist. DRK-Sprecher Till Quint erläutert, dass es auch darum gehe, dass der Spender mit einer Abgabe kein gesundheitliches Risiko eingeht. Dabei spielen das Gewicht, die Einnahme von Medikamenten und Schwangerschaften eine Rolle. Zudem soll verhindert werden, dass HIV-infiziertes Blut in Umlauf kommt. Laut Quint ist eine von 25 Millionen Konserven betroffen.

Die Neustädterin Michelle Warnecke (18) spendet das erste Mal Blut. Sie will anderen Menschen helfen. Die LN haben sie mit Kamera, Stift und Block begleitet.

Michelle Warnecke darf nach einem Gespräch mit dem Arzt Werner Michael Suchan auf einer der 19 Liegen Platz nehmen. Zuvor wurde bereits ihr Eisenwert gecheckt und überprüft, ob sie Fieber hat. Ein Nadelstich später läuft ihr Blut in eine Konserve. Nach sieben Minuten und 36 Sekunden hat sie 500 Milliliter abgegeben. „Eine gute Zeit“, sagt Schwester Monique Zandereit.

Darum will die Neustädterin Blut spenden

Es stellt sich die Frage, warum Michelle Warnecke Blut spenden will: „Ich habe mir schon mit 14 gedacht, dass ich es mache, wenn ich 18 Jahre alt bin. Was spricht dagegen? Es tut ja nicht weh – außer dem Einstich“, antwortet sie. Ihr gehe es darum, anderen Menschen zu helfen. „Warum soll man das nicht machen“ schiebt sie hinterher.

Blutspendetermine in Ostholstein

In den kommenden Wochen gibt es zahlreiche Möglichkeiten, Blut zu spenden. Hier die Termine im Kreis Ostholstein für die Monate Juni und Juli. Bösdorf: Am 14. Juni von 16 bis 19 Uhr im Feuerwehrgerätehaus, Kirchstraße 26. Oldenburg: Am 18. Juni von 15 bis 19.30 Uhr im DRK-Haus, Weidenkamp 2 a. Bad Schwartau: Am 21. Juni von 16 bis 19 Uhr in der Gemeinschaftsschule, Schulstraße 8. Süsel: Am 1. Juli von 15 bis 19.30 Uhr in der Grundschule, Am Schulzentrum 3. Kasseedorf: Am 2. Juli von 16 bis 19 Uhr in der Alten Schulscheune, Oldenburger Str. 4. Grömitz: Am 3. Juli von 15 bis 19.30 Uhr in der Gemeinschaftsschule, Gildestraße 12. Heiligenhafen: Am 5. Juli von 15 bis 19.30 Uhr im Ameos-Festsaal, Friedrich-Ebert-Straße 100. Grammdorf: Am 10. Juli von 16 bis 19.30 Uhr bei der Feuerwehr, Alter Burgweg 32. Fehmarn: Am 16. Juli von 13 bis 16.30 Uhr im Restaurant, Wallnau 1. Süssau: Am 19. Juli von 15 bis 19 Uhr in der Lesehalle am Strand, Strandpromenade. Oldenburg: Am 20. Juli von 10 bis 14 Uhr im DRK-Haus, Weidenkamp 2 a. Großenbrode: Am 23. Juli von 16.30 bis 19.30 Uhr im MeerHuus, Südstrand 10. Ahrensbök: Am 24. Juli von 15 bis 19.30 Uhr im Bürgerhaus, Mösberg 3. Bad Malente: Am 26. Juli von 15 bis 19.30 Uhr im Feuerwehrzentrum, Lütjenburger Str. 100. Kellenhusen: Am 31. Juli von 14.30 bis 18.30 Uhr im Kursaal, Strandpromenade 15.

Neuspender zu gewinnen, ist eine der Hauptaufgaben des Deutschen Roten Kreuzes. „Das Problem liegt gar nicht so sehr darin, die ganz junge Generation der 18 bis 25-Jährigen als Spender zu gewinnen“, sagt Susanne von Rabenau. Dies gelinge mit zahlreichen Terminen in Schulen, Hochschulen oder Berufsbildungszentren.

Jedoch sei es schwierig, die jungen Menschen dauerhaft zu binden. „Sie beginnen eine Ausbildung oder ein Studium, gründen eine Familie und starten in den Beruf. Gerade in dieser Phase nimmt man sich nicht mehr die Zeit für das soziale Engagement durch Blutspenden. Die Generation der circa 25- bis 40-Jährigen ist die, die als Blutspender unterrepräsentiert ist“, erläutert die Sprecherin.

Kampagne zum Weltblutspende-Tag

Das DRK nutzt den Weltblutspendetag am Freitag, 14. Juni, für die Kampagne „Misssing Type“. Bei der bundesweiten Aktion geht es darum, die Buchstaben A, B und O in Logos, Schriftzügen oder Social Media-Beiträgen wegzulassen. „Diese fehlenden Buchstaben stehen für die häufig benötigten Blutgruppen A, B sowie Null und sollen das Bewusstsein für die Notwendigkeit einer Blutspende stärken und die Menschen zu einer aktiven Unterstützung animieren. Das große Ziel ist die Gewinnung von 100 000 neuen Spenderinnen und Spendern“, erläutert Susanne von Rabenau, Sprecherin vom DRK-Blutspendedienst Nord-Ost.

Auf dem Land wird eher gespendet

Auffällig sei, dass die Spendenbereitschaft in ländlichen Regionen wie Ostholstein generell höher ausfalle als in Großstädten. „Wir führen dies auf den größeren sozialen Zusammenhalt auf dem Lande zurück, dem eine größere Anonymität in den Städten gegenüber steht“, sagt von Rabenau. Positiv in Bezug auf den Kreis sei, dass der Altersdurchschnitt der Erstspender zuletzt leicht gesunken sei – auf 30,2 Jahre. Das lasse hoffen, dass in Zukunft wieder mehr Menschen dauerhaft Blut spenden und dem jährlichen altersbedingten Wegfall von bundesweit 100 000 Spendern etwas entgegensetzen könnten.

Blutspendeteam benötigt Helfer

In Neustadt leitet Margit Walter vom DRK-Ortsverein das ehrenamtliche Blutspende-Team. Aktuell hat sie etwa 30 Helferinnen und benötigt dringend weitere Unterstützer, die sich fünfmal im Jahr für zwei bis drei Stunden Zeit nehmen. Dies sei notwendig, um das Team zu entlasten. Wer Lust hat, zu helfen, kann sich bei Margit Walter unter der Nummer 015 20/176 69 57 melden. Sie ist montags bis freitags von 10 bis 11.30 Uhr erreichbar.

Sebastian Rosenkötter

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