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Ostholstein So trainiert und lebt die neue Weltrekordhalterin Lotta Steinmann
Lokales Ostholstein So trainiert und lebt die neue Weltrekordhalterin Lotta Steinmann
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17:52 30.08.2019
Von Rødby nach Puttgarden: Lotta Steinmann ist seit wenigen Tagen die schnellste Schwimmerin . Quelle: HanseBelt/Beckmann (HFR)
Fehmarn

Lotta Steinmann hat die 21 Kilometer lange Strecke von Rødby nach Puttgarden in vier Stunden und zwölf Minuten bewältigt. Damit hat sie den Weltrekord aus dem Jahr 2012 des Schweizers Bruno Baumgartner deutlich unterboten. Unterstützt wurde sie vom Hansebelt-Verein, der Wirtschaft, Wachstum und Beschäftigung in der Region zwischen Hamburg und dem Øresund fördern will. Wenige Tage nach dem Kraftakt spricht die 19-Jährige aus Bälau bei Mölln unter anderem über lange Trainingseinheiten, neue Projekte und die Zeit im Magdeburger Sportinternat. Aktuell absolviert Lotta Steinmann einen Bundesfreiwilligendienst in einem Schwimmverein. Anschließend soll ein Maschinenbaustudium in Kiel folgen.

Niemand hat den Belt jemals schneller durchschwommen. Wie fühlt sich das an?

Ich habe mich ja nicht darauf fokussiert, das ich unbedingt als Schnellste durchschwimmen möchte. Ziel war es, das überhaupt zu schaffen. Viele andere Einflüsse können Auswirkungen haben: Wenn ein Gewitter aufgekommen wäre, wäre es gegessen gewesen. Es ist eben passiert und fühlt sich noch unwirklich an.

Würden Sie sich selbst als Extremsportlerin bezeichnen?

Ich möchte unbedingt dabei bleiben, finde die Bezeichnung aber noch nicht passend. Ich habe ja erst eine Sache in dieser Richtung gemacht.

Wie oft trainieren Sie pro Woche?

In den zwei Monaten vor der Beltquerung war ich zehn bis elf Mal pro Woche im Wasser. Davor weniger, da es mit den Arbeits- und Hallenzeiten nicht gepasst hat. Hinzu kam Landtraining, Kraft- und Stabilisationstraining, damit die Beine nicht runterfallen im Wasser. Die reine Sportzeit am Tag betrug etwa fünf bis sechs Stunden.

Lotta Steinmann hat es geschafft und ist glücklich. HanseBelt/Beckmann (HFR)

Wie lange schwimmen Sie schon und wie haben Sie diese Ausdauer entwickelt?

Ich bin mit sieben Jahren in einen Verein eingetreten und habe lange nur wenig gemacht. Vor fünf Jahren bin ich nach Magdeburg auf das Sportinternat gegangen und war dort wesentlich aktiver. Der Leistungsdruck war sehr hoch. Ich habe aufgehört und ein Jahr gar kein Sport, sondern Abi gemacht. Vor 15 Monaten habe ich aber wieder angefangen zu schwimmen – diesmal nicht wettkampforientiert.

Warum wollten Sie durch den Belt schwimmen?

Ich bin im Winter darüber gestolpert. Es hat mich fasziniert. Ich wollte es unbedingt machen. Es ging darum, etwas für mich zu tun, ohne Konkurrenzgedanken zu schwimmen.

Hatten Sie keine Angst vor Schiffen?

Vorher habe ich mir sehr viele Gedanken über die Schiffe gemacht. Und dann haben uns extrem viele gekreuzt, wobei ich das gar nicht so wahrgenommen habe. Der Kapitän im Begleitboot hat ja aufgepasst und Funkkontakt zu den Schiffen aufgenommen.

Erster Beltschwimmer startete vor 80 Jahren

1939 schaffte der Fehmaraner Karl-Heinz Rauert als erster Schwimmer die Beltquerung. Er soll 11:58 Stunden unterwegs gewesen sein. Begleitet wurde er von einem Fischerboot. In der Bestenliste wird er auf dem 32. Platz geführt.

Seit dem 29. August 2012 hielt der Schweizer Bruno Baumgartner den Weltrekord. Er benötigte 4:53 Stunden für die Strecke.

Die Herausforderung in der Ostseelockt nicht nur Sportler aus Deutschland. In der Bestenliste finden sich auch Schwimmer aus den USA, Argentinien, Österreich, Griechenland, Indien, Frankreich, Ungarn, den Niederlanden, Japan, Belgien und England.

Ein besonderer Erfolg gelang 2011 Bruno Dobelmann. Dem Mann mit dem Spitznamen Orca gelang die doppelte Beltquerung. Dafür benötigte er 19 Stunden, 15 Minuten und 52 Sekunden.

Interessant ist, dass sich die Länge der Schwimmstrecke durchaus verändern kann. Strömung und Schwimmrichtung haben Auswirkungen. Somit sind die Athleten mal 21 und mal bis zu 25 Kilometer unterwegs.

War es nicht kalt in der Ostsee?

Das Wasser war im Schnitt 18,5 Grad warm. Die Temperatur war recht angenehm zum Schwimmen. Ich friere nicht schnell und habe vorher in Seen trainiert. Jedoch ist es mit den Wellen etwas komplett anderes. Da wir schon die gesamte Woche vorher da waren, konnte ich mich an das Meer gewöhnen.

Hatten Sie Hunger oder Durst zwischendurch?

Mir wurden mit einem Kescher alle halbe Stunde Gel oder Getränke angereicht. Vorher habe ich gut gefrühstückt und getrunken. Wenn man nichts zu sich nimmt, kann man es auch schaffen, dürfte aber mit deutlich anderer Verfassung ankommen.

Wie sieht die Haut nach so vielen Stunden im Wasser aus?

Die sieht ganz normal aus. Ich hätte gedacht, dass sie total ausgetrocknet wäre durch das Salz, war sie aber nicht.

Haben Sie ein anderes extremes Projekt, welches Sie in Angriff nehmen wollen?

Ich möchte gerne wieder etwas machen und auch weiter schwimmen. Zunächst einmal muss ich aber gucken, wie das mit dem Studium passt.

Von Sebastian Rosenkötter

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