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Ostholstein Warum die Kaiserin nach Großenbrode kam
Lokales Ostholstein Warum die Kaiserin nach Großenbrode kam
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17:50 16.01.2019
Bereiten die Ausstellung des Fördervereins für Heimatkunde und Landschaftspflege vor (v. r.): Der Vorsitzende Jörn Koch, Günter Heeckt und die 2. Vorsitzende Stefanie Heeckt. Quelle: Markus Billhardt
Großenbrode

Auf die „Spuren der alten Zeit in Großenbrode“ können sich Besucher des Südstrandcenters in Großenbrode begeben: Wenn der Förderverein für Heimatkunde für Sonntag, 20. Januar, zum Tag der offenen Tür und Winterpunschtreffen einlädt, wird dabei auch die neue Ausstellung präsentiert, die wieder ganz unterschiedliche historische Themen rund um den Ort aufgreift.

„Das Alte muss erhalten werden und darf nicht vergessen werden“, betont der erste Vorsitzende des Vereins, Jörn Koch. Zählen könne man dabei vor allem auf Günter Heeckt. Er verkörpere das „geschichtliche Wissen von Großenbrode“, sagt Koch. Es sprudele nur so aus ihm heraus, wenn es um die Aufarbeitung längst vergangener Zeiten gehe. Und tatsächlich hat der 88-Jährige nicht nur viele historische Fakten parat, sondern auch die eine oder andere Anekdote.

So erschien 1906 die Kaiserin Auguste Victoria, Gemahlin von Kaiser Wilhelm II., in Großenbrode. „Es war eigentlich Zufall. Ihr Fährmann wollte eigentlich nach Heiligenhafen, verwechselte aber die Position und legte vor Großenbrode an“, erzählt Heeckt. Die Kaiserin habe aber an Land gewollt und sei im Ort nicht unerkannt geblieben.

Günter Heeckt erzählt von den alten Schmieden im Ort. Quelle: Markus Billhardt

Günter Heeckt hat von den Menschen und Ereignissen aus seinem Heimatdorf aber noch einiges mehr zu berichten. Selbst am Bau der Fehmarnsundbrücke beteiligt, hat er bis zum Vorjahr noch Vorträge über das Thema Vogelfluglinie gehalten. Auch die Geschichte der ehemaligen drei Schmieden von Großenbrode liegt ihm am Herzen: In einer von ihnen wurde er geboren; die letzte existierende Schmiede wiederum wurde im November in seinem Beisein abgerissen und soll am Dorfplatz nachgebaut werden.

Auch warum in Großenbrode und an manch anderen Orten Doppeleichen an zentraler Stelle stehen, kann dank des Engagements der Familie Heeckt vermittelt werden. Denn schon früh hat Günter Heeckt seine Enkelin mit dem Geschichtsvirus angesteckt. Mittlerweile ist Stefanie Heeckt zweite Vorsitzende des Vereins und betreut die Ausstellung: „Wir haben das Doppelte an Material und können gar nicht alles zeigen.“ Und immer wieder stoße man auf ein neues Thema.

„Wer mit offenen Augen durchs Dorf geht und genau hinschaut, kann die Geschichte Großenbrodes entdecken“, sagt Stefanie Heeckt. So sei sie auf alte Hausmarken gestoßen, die noch heute an der Kirche, aber auch auf dem Friedhof zu finden seien und zu den ältesten Symbolen in Großenbrode zählen würden. „Hausmarken, ein Zeichen des Eigentums, sind eher aus dem Friesischen bekannt und fallen den Wenigsten sofort auf“, ergänzt die zweite Vorsitzende.

Stefanie Heeckt betreut die Ausstellung. Quelle: Markus Billhardt

Neu im Südstrandcenter ist die Präsentation einer Steinwerkzeugsammlung des Großenbroder Kaufmanns Franz Haye aus dem 19. Jahrhundert. Steinbeile und Schaber, die vorher im Zeittor-Museum in Neustadt aufbewahrt wurden, seien jetzt zurück nach Großenbrode gekommen, sagt Gunter Heeckt erfreut – und alle Teile seien katalogisiert. Zentrale Punkte der Ausstellung sind außerdem die Chronologie des Fördervereins und des Großenbroder Holz, entstanden zum Jubiläum im vergangenen Jahr, sowie eine Gegenüberstellung von Alt und Neu.  

Ausstellung des Fördervereins für Heimatkunde und Landschaftspflege im Großenbroder Winkel über die Spuren der alten Zeit.

Die Touristen seien sehr interessiert daran, wie es damals in Großenbrode ausgesehen habe und was an der jeweiligen Stelle heute stehe, sagt Stefanie Heeckt. Ihr Vorsitzender findet es schade, dass viele mit Reet gedeckte und Fachwerk-Häuser spätestens seit den 1970er Jahren aus dem Ortsbild verschwunden sind. Und er verweist auch wehmütig auf die Grundstücke in der Nordlandstraße: „Bevor die Bundesstraße kam, hatten die Bewohner dort über die Großenbroder Au direkten Zugang zur Ostsee.“

Gestern und heute von Großenbrode auf Bildern im Vergleich. Quelle: Markus Billhardt

Früher habe sich die Bevölkerung mitten im Dorf getroffen, so Koch. Heute versuche der Förderverein mit Veranstaltungen, wie sie am Sonntag von 14 bis 17 Uhr geplant ist, die Menschen zusammenzubringen. Bei Schmalzbroten und Punsch aus Äpfeln von der Herbsternte aus dem Naturerlebnispfad im Großenbroder Holz hoffe er auf regen Austausch.

„Spuren der alten Zeit in Großenbrode“

Die Heimatkunde-Ausstellung im Südstrandcenter ist am 20. Januar beim Winterpunsch von 14 bis 17 Uhr zu sehen. Außerdem ist geöffnet sonntags am 17. März, 28. April, 12. und 26. Mai, 16. und 30. Juni, 14. und 28. Juli, 18. August, 1. und 15. September, 6. und 20. Oktober sowie am 10. November

Infos über den Förderverein für Heimatkunde und Landschaftspflege im Großenbroder Winkel im Internet unter foerdervereingrossenbrode.jimdo.com.

                                                   

Markus Billhardt

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