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Ostholstein Wind aus West: Quallen bevölkern den Niendorfer Hafen
Lokales Ostholstein Wind aus West: Quallen bevölkern den Niendorfer Hafen
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15:17 11.07.2019
Die Strömung hat zahlreiche Ohrenquallen in das Becken vom Niendorfer Hafen gezogen. Sie treiben um die Boote herum. Quelle: Saskia Bücker
Timmendorfer Strand

Am Strand sind die Meerestiere glibbrig, im Wasser ziehen sie recht anmutig ihre Bahnen: Quallen – Urlaubsschreck aus der Ostsee. Viele von ihnen schwimmen seit Mittwoch im Hafenbecken von Niendorf.

Wie kommt es, dass die Quallen im Hafen landen? Peter Dietze fährt jeden Tag von Niendorf aus mit seinem Kutter aufs Meer. „Die Tiere sind durch die Strömung und den Westwind in den Hafen hineingezogen worden“, sagt der Fischer. Auch draußen auf dem Meer seien viele Quallen unterwegs, zu diesem frühen Zeitpunkt Anfang Juli mehr als noch in den vergangenen zwei Jahren. Meeresbiologen hatten bereits prognostiziert, dass die Zeichen dieses Jahr günstig für eine rasante Vermehrung stehen. Der verhältnismäßig warme Winter im vergangenen Jahr hat die Überlebenschancen der Quallen deutlich verbessert.

Das folgende Video zeigt, wo genau die Quallen herumschwimmen:

Quallen sind nicht gefährlich für Badegäste

Lars Hauswald, der auch in Niendorf Fisch fängt und verkauft, berichtet, dass viele Quallen im Hafen in den Sommermonaten keine Seltenheit seien. Drehe der Wind nach Westen, schwappten die Glibbertiere ins Becken. Er hoffe, dass es nicht mehr Tiere werden. Denn die Quallen landen beim Fischen in den Netzen, „das beeinträchtigt den Fang“, sagt Hauswald.

Gefährlich seien die Tiere für den Menschen aber nicht. Denn bei den Lebewesen im Niendorfer Hafen handelt es sich um Ohrenquallen. Bei Urlaubern gefürchtet sind hingegen Feuerquallen, die bei Kontakt für brennende Hautstellen sorgen. „Die Tiere im Hafen tun aber niemandem etwas“, betont der Fischer.

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Gute Badequalität an der Lübecker Bucht

Was den Badebetrieb am Strand angeht, ist Peter Franz, DLRG-Abschnittsleiter in Timmendorfer Strand, noch entspannt. Besondere Maßnahmen zum Schutz der Urlauber habe er noch nicht eingeleitet. Auch Strandkorb-Besitzerin Katja Frank hat bislang kaum Quallen entdeckt. „Die kommen erst später“, sagt sie. Ein ähnliches Bild zeichnet sich an der gesamten Küste der Lübecker Bucht ab. Laut Kreisgesundheitsamt steht die Badequalität von Niendorf bis Fehmarn hoch auf Blau, was so viel bedeutet wie: Das Wasser ist in einem sehr guten Zustand, keine Quallenplage ist dieser Tage in Sicht.

Mehr als Glibber

Die Ohrenqualle tritt vom Atlantik bis weit in das Brackwasser der Ostsee auf, da sie laut dem Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) selbst die niedrigen Salzgehalte von sechs Promille erträgt. Seit einigen Jahrzehnten neigt sie in der Ostsee zu Massenvermehrungen im Sommerhalbjahr. Dann können gewaltige Quallenschwärme von mehreren Kilometern Länge an der Meeresoberfläche beobachtet werden.

Quallen gehören, wie Korallen, zu den Nesseltieren. Eine Qualle besteht zu einem großen Teil aus Magen, hinzukommen ein paar Muskel-, Sinnes- und Nesselzellen. „Dazu noch jede Menge Gelatine, und fertig ist die Qualle“, heißt es auf der Homepage des BUND.

Ordnungsdienst entfernt keine Quallen

„Besondere Maßnahmen sind im Moment nicht erforderlich“, sagt auch Silke Szymoniak von der Tourismus-Agentur in Timmendorfer Strand. „Das ist die Natur.“ Und landen viele der harmlosen Ohrenquallen am Strand, sei das „völlig normal“. Urlaubern, denen der Glibber zwischen Wellen und Sand unheimlich sei, müssten damit leben.

Die Strandreinigung entferne die Tiere in Timmendorfer Strand nicht, „das ist in den letzten 20 Jahren noch nicht vorgekommen.“ Besucher sollten beim Strandbesuch aber darauf achten, die Quallen nicht kaputt zu treten, zurück ins Meer zu schmeißen oder mit ihnen zu spielen. „Das sind Lebewesen“, betont Szymoniak.

Wussten Sie, dass man in der Ostsee einem der giftigsten Tiere Europas begegnen kann? Klicken Sie sich durch die Bildergalerie, um Gefahren der Ostsee kennenzulernen.

Saskia Bücker

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