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Ostholstein Windkraft spaltet die Insel
Lokales Ostholstein Windkraft spaltet die Insel
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20:31 20.12.2016
Fehmarn

Jahrzehntelang herrschte Frieden. Die meisten Insulaner hatten sich mit der Windkraft arrangiert. Mit den ökologischen Pluspunkten, die viele Urlauber schätzten, ebenso wie mit den ökonomischen. Denn die Gewinne blieben auf der Insel, sichtbar durch Gewerbesteuer in Millionenhöhe. Doch die neuen Regionalpläne des Landes haben einen Streit entfacht – so heftig wie zuletzt Anfang der 90er Jahre, als inselweit Vorranggebiete für Windparks gesucht wurden. Nur noch zwei Eignungsflächen haben aus Sicht des Landes auf der Insel eine Zukunft: Fehmarn-Mitte zwischen Vadersdorf und Petersdorf sowie ein Gebiet westlich der B 207 in Höhe Todendorf.

Marcel Quattek (Bauamt): „Kommunalaufsicht prüft das Patt.“

Dass die Windmüller damit nicht glücklich sind, haben die LN bereits berichtet. „Auch auf den alten Flächen sollte ein Repowering möglich sein“, fordert Windmüller Karl Detlef. Insgesamt 27 Anträge auf Errichtung von Windkraftanlagen auf Fehmarn liegen in Kiel vor.

Unzufrieden ist auch Utta Mallach (Altenteil) von der Bürgerinitiative „Windstill“. Im Bau- und Umweltausschuss kommentierte sie: „In Orten wie Ostermarkelsdorf, Hinrichsdorf oder Burg gibt es jetzt keinen Grund zur Freude.“ Sie forderte die Stadt Fehmarn auf, eine Veränderungssperre zu erlassen und die Höhe von neuen Windkraftanlagen auf 100 Meter zu begrenzen.

Zudem bezweifelte Mallach, dass das Ziel des Regionalplanes, nur noch knapp zwei Prozent der Inselfläche für die Windenergie zuzulassen, erreicht werde. Ihre Gegenrechnung: Auf lange Sicht würden es fünf bis sechs Prozent werden – und wieder deutlich über 100 Anlagen. Denn: Der Bestandsschutz schütze viele Altanlagen auf Jahre. Ihre düstere Prognose: „Einen Rückbau werden wir hier im Saal nicht erleben.“ Ihr Appell, eine Veränderungssperre zu erlassen, verpuffte im Saal. „Das war ein Bitte an die Stadtvertretung, dazu muss ich nichts sagen“, konterte Bauamtsleiter Marcel Quattek. Die Bürger wie die Politik könnten aber in der ersten Jahreshälfte Stellung zum Regionalplan beziehen. Auch die Kommunalpolitik werde sich Anfang 2017 mit den Auswirkungen befassen.

Es gibt aber ein großes Problem: Nach einem Patt in der November-Sitzung des Bau- und Umweltausschusses Fehmarn wurde ausgerechnet die Windkraft-Eignungsfläche westlich der B 207 von der Politik abgelehnt. Dabei sollen hier die bisherigen Anlagen in Burgstaaken sowie einige bei Presen, die der festen Beltquerung zum Opfer fallen, künftig stehen.

Das Thema ist aber noch nicht ausgestanden. Quattek bestätigte, dass die Kommunalaufsicht des Kreises derzeit prüft, ob dieser Beschluss überhaupt rechtskräftig ist – weil ein Ausschussmitglied möglicherweise befangen war. gjs

LN

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