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Ostholstein Windkraft und Flugsicherung: Verwirrung in Ratekau
Lokales Ostholstein Windkraft und Flugsicherung: Verwirrung in Ratekau
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22:16 23.07.2013
Bürgermeister Jens Keller (links) und Bauamtsleiter Ulrich Buhl im Windpark zwischen Grammersdorf und Ovendorf. Quelle: Foto: Lintschnig
Ratekau

Ratekaus Bürgermeister Jens Keller (parteilos) und Bauamtsleiter Ulrich Buhl sind ratlos. Sie haben in einem Vorbescheidsantrag beim Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) nach Genehmigungen für den Bau von zwei Windparks und dem Repowering eines bestehenden Windparks angefragt. Obgleich alle Windparks im 15-Kilometer-Sicherheitsradius des Drehfunkfeuers am Pariner Berg liegen (die LN berichteten), wurden nur zwei Genehmigungen abgelehnt, eine aber erteilt. „Wir wissen nicht, was wir richtig gemacht haben. Da können wir momentan nur mutmaßen“, sagt Keller.

Das LLUR hatte Stellungnahmen des Bundesaufsichtsamtes für Flugsicherheit (BAF) eingeholt. In der Begründung der erteilten und nicht erteilten Genehmigungen bezog sich das BAF auf Gutachten der Deutschen Flugsicherung (DFS). Bei den beiden Windparks westlich der Autobahn 1 komme es zu Störungen der zivilen Flugsicherungsanlage, heißt es in der Begründung. Bei dem Repowering (dem Ersetzen der bestehenden durch höhere, leistungsfähigere Anlagen) des Windparks zwischen Grammersdorf und Ovendorf, der ebenfalls im Sicherheitsradius des Drehfunkfeuers liegt, seien die zusätzlichen Störbeiträge aufgrund der bestehenden Situation akzeptabel. „Uns ist nicht klar, nach welchen Kriterien eine Entscheidung innerhalb des Störbereiches getroffen wird“, sagt Ulrich Buhl, Bauamtsleiter der Gemeinde Ratekau.

Nach Angaben der DFS sind der Standort, die Höhe und die Anzahl der Anlagen innerhalb des Störbereichs entscheidend für die Erteilung von Genehmigungen. „Manche Winkel innerhalb des Sicherheitsradius werden für die Flugsicherung nicht benötigt“, sagt Axel Raab, Pressesprecher der DFS. Es müsse immer im Einzelfall entschieden werden, ob die Störbeiträge zu groß sind oder nicht. Genauere Angaben zur Gemeinde Ratekau kann laut Raab in diesem Fall nur das BAF machen. Dort war gestern niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Auch wenn die Genehmigung für das Repowering des Windparks zwischen Grammersdorf und Ovendorf als positive Überraschung aufgenommen wurde, ist man laut Keller noch weit von einer Baugenehmigung entfernt. „Es sind weitere Untersuchungen zu Schallemissionen, Schattenwurf und Artenschutz notwendig. Auch die Wehrbereichsverwaltung könnte noch ein Problem werden“, so Keller.

Der Bürgermeister hofft auf Aufklärung durch ein erneutes Treffen mit Energiewendeminister Robert Habeck (Grüne), der im September in das Eutiner Kreishaus kommen wird. Wichtig dabei sei, dass auch Vertreter des BAF und der DFS mit am Tisch säßen, um durch Expertenwissen Planungssicherheit zu bekommen. Der formelle Planungsprozess, bei dem die Ratekauer einbezogen werden sollen, könne erst fortgeführt werden, wenn alle relevanten Gutachten vorliegen. Bis dahin will Keller die Bürger auf Dorfschaftsversammlungen über den Stand der Dinge informieren.

„Wir wissen nicht, was wir richtig gemacht haben. Da können wir momentan nur mutmaßen“
Jens Keller, Bürgermeister in Ratekau

Hannes Lintschnig

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