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Ostholstein Windmüller hoffen auf außergerichtliche Einigung
Lokales Ostholstein Windmüller hoffen auf außergerichtliche Einigung
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20:35 15.12.2016
Von der Natur in Szene gesetzt: Windparks sind oft auch ein optisches Schauspiel. FOTO: HOLGER MAROHN
Ostholstein

Jüngst hatte das Bundesamt für Flugsicherung (BAF) gegen das Land vor dem Oberverwaltungsgericht (OVG) geklagt, weil es eine Bauerlaubnis für den geplanten Windpark bei Neuratjensdorf (LN berichteten) entgegen des Verbots ausgesprochen hatte. Das OVG hatte diese Klage allerdings abgewiesen. Womit das Thema aber nicht vom Tisch ist. Denn nach LN-Information soll ein Formfehler vorgelegen haben. Das BAF dürfte somit in Revision gehen. Nächste Instanz wäre das Bundesverwaltungsgericht. Dieser Schritt wäre aber keineswegs im Sinne der Windmüller.

Deutsche Flugsicherung hält aber am Drehfunkfeuer fest.

Karl Detlef von der Insel Fehmarn appelliert: „Es muss doch eine außergerichtliche Einigung geben.“ Ihm schwebe ein runder Tisch mit Deutscher Flugsicherung und Bundesamt für Flugsicherung auf der einen Seite sowie Windmüllern und Land auf der anderen Seite vor. Detlef: „Gemeinsam müsste es doch möglich sein, einen neuen Standort für das Drehfunkfeuer zu finden, der unsere Projekte nicht verhindert.“ Denn nach dem Jahr 2022 sei auf dem Grundstück bei Michaelsdorf ohnehin Schluss. Die Windmüller haben es aufgekauft, spätestens dann müsse die Deutsche Flugsicherung mit dem Drehfunkfeuer sowieso weichen.

Doch die DFS steuert offensichtlich weiter harten Kurs. Pressereferentin Ute Otterbein sagte: „Aus flugbetrieblichen Gründen benötigen wir den Standort Michaelsdorf.“ Dies insbesondere auch im Hinblick darauf, dass zwei andere wichtige Navigationshilfen in Norddeutschland – nämlich die Funkfeuer an der Elbe und an der Weser – zurzeit nicht zur Verfügung stünden. Otterbein: „Aus heutiger Sicht ist die Nutzung von Michaelsdorf auch über 2022 hinaus notwendig. Sollte uns das Grundstück dann nicht mehr zur Verfügung stehen, müssten wir uns zu gegebener Zeit um einen alternativen Standort kümmern.“

Diese Gelassenheit können die Windmüller nicht mehr an den Tag legen. Denn laut Entwurf des neuen Regionalplanes werden wie berichtet alle vom Drehfunkfeuer betroffenen Windparks – auch Neuratjensdorf oder Riepsdorf – als Windeignungsfläche gestrichen.

Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) hatte klargemacht: „Nur wenn die Deutsche Flugsicherung bis zur Verabschiedung des Regionalplanes den Standort verlässt, könnten auch die Windeignungsflächen im Nordkreis wieder in den Plan aufgenommen werden.“

Von Peter Mantik