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Ostholstein Härtetest für neuen Trecker
Lokales Ostholstein Härtetest für neuen Trecker
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17:13 18.01.2019
Der Winterdienst-Trecker der Gemeinde Ahrensbök ist noch ganz neu. Am Freitag hatte er seinen ersten Streu-Einsatz.
Der Winterdienst-Trecker der Gemeinde Ahrensbök ist noch ganz neu. Am Freitag hatte er seinen ersten Streu-Einsatz. Quelle: Susanne Peyronnet
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Ahrensbök/Scharbeutz

Erst kam der Eisregen, dann der Schnee, dann noch einmal Eisregen. Vor allem im Süden des Kreises Ostholstein erlebte der Winterdienst seine erste Herausforderung in diesem Jahr. Bei der Autobahnmeisterei Scharbeutz, zuständig für alle Autobahnen bis nach Lübeck hinein, sowie für Bundes-, Landes- und Kreisstraßen, waren alle Mann und alle Fahrzeuge im Dienst der Verkehrssicherheit unterwegs. In Ahrensbök hatte der neue Trecker, jetzt mit Feuchtsalz bestückt statt mit einem Sand-Salz-Gemisch, seine Jungfernfahrt im Winterdienst.

„Wir haben bereits gestern Abend angefangen und die ganze Nacht durchgemacht, bis 8, 9 Uhr am Morgen“, berichtet Carolin Rönna, die Leiterin der Autobahnmeisterei Scharbeutz. Zwar lachte da schon die Sonne vom Himmel und es war nicht mit weiteren Schneefällen zu rechnen, deshalb lehnten sich die Winterdienstfahrer aber nicht zurück. Sie streuen auch präventiv und sind in Rufbereitschaft, berichtet Rönna. „Wenn die anderen noch schlafen, sind unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schon lang im Einsatz, um die Straßen für die Bürger eisfrei zu machen“, hatte Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) zum Start der Winterdienstsaison im November versprochen. Ein Versprechen, das die Mitarbeiter des Landesbetriebes Straßenbau und Verkehr in der Nacht zum Freitag eingehalten haben.

Viel zu streuen in Ahrensbök

An Ausruhen ist auch auf dem Bauhof in Ahrensbök nicht zu denken. In der flächenmäßig größten Gemeinde in Schleswig-Holstein seien 196 Kilometer Gemeindestraßen zu streuen, berichtet Bauhofleiterin Karen Wulf. Hinzu kommen die der Gemeinde gehörenden Flächen an öffentlichen Gebäuden: Rathaus, Schule, Feuerwehr, Bürgerhaus, Haus für Jugend und Familie. Am Steuer des Treckers sitzt Fahrer Peter Rave, manchmal auch sein junger Kollege Tjark Rune Prieß.

Doch nicht nur der Trecker ist neu, sondern auch das Streugut. Statt eines Sand-Salz-Gemisches wird in Ahrensbök jetzt Feuchtsalz gestreut, eine Sole-Flüssigkeit. Vorteil laut Wulf: kein Sand auf der Straße, schnelleres Tauen, kein Verwehen und damit Verlust des Streugutes durch Wind und die Möglichkeit, präventiv zu streuen. Also noch vor einem Eisregen. Feuchtsalz verwendet auch die Autobahnmeisterei Scharbeutz, im Dreieck Bad Schwartau sogar reine Sole. Denn dort stellt der Asphalt den Winterdienst vor besondere Herausforderungen.

Schwieriger Untergrund auf der A 1 bei Bad Schwartau

Der Straßenbelag ist offenporig. Das ist laut Rönna Stand der Technik und mindert den Lärm. Aber das macht dem Winterdienst Schwierigkeiten. Da müsse man „häufiger drübergehen“. Das Wasser in den Poren dehne sich aus und friere nach oben. Deshalb sollten Autofahrer auf diesem Straßenbelag bei Schnee und Eis besonders vorsichtig fahren.

In der Nacht zum Freitag hatte die Autobahnmeisterei zehn Streufahrzeuge auf den Autobahnen im Einsatz, davon sechs von Fremdfirmen. Acht weitere Fahrzeuge waren auf den Bundes-, Landes- und Kreisstraßen in Ostholstein unterwegs, drei weitere auf Radwegen, auf denen aber nur geräumt, nicht gestreut werde. Wenn es stark schneit, sind noch Reserven vorhanden, unter anderem zwei Schneefräsen. Rönnas Bilanz der ersten Schneenacht im neuen Jahr: „Wir sind sehr gut durchgekommen.“

Viele LN-Leser hielten den starken Schneefall mit Handyfotos fest. Vor allem im Südkreis und im Großraum Lübeck kam viel Schnee herunter, wie die Fotos aus Bad Schwartau, Glasau, Niendorf und Lübeck beweisen. Aber auch aus Oldenburg gibt es ein Foto mit wirbelnden Flocken.

Am Abend des 17. Januar fing es plötzlich und überraschend an zu schneien, in vielen Orten war die weiße Pracht schnell wieder verschwunden. Vielen Dank an die Leser, die sofort zum Handy griffen.

Susanne Peyronnet