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Ostholstein Wunschzettel zum Bahnverkehr der Zukunft in Ostholstein
Lokales Ostholstein Wunschzettel zum Bahnverkehr der Zukunft in Ostholstein
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00:13 07.12.2016
Nicht nur der Fernverkehr, auch Nahverkehrszüge sollen eines Tages durch den Belttunnel rauschen, fordert der Kreistag. ANIMATION: FEMERN A/S/ HFR
Eutin

Direktverbindungen möglichst vieler Züge von Hamburg über Lübeck in den Norden Ostholsteins, ein Halbstundentakt von Lübeck nach Neustadt und ein Stundentakt von Lübeck nach Oldenburg mit Weiterfahrt nach Dänemark alle zwei Stunden, dazu ein Bäderbus als Ersatz für die Bäderbahn: Das steht im Forderungskatalog des Kreises, wenn die neue Bahnstrecke zum geplanten Fehmarnbelttunnel eröffnet wird. Außerdem soll schon in naher Zukunft der Bus-Nahverkehr in Ostholstein völlig neu ausgerichtet werden. Auch das beschloss der Kreistag gestern einstimmig.

Die Bahn will die neue Trasse zum Belttunnel 2027 in Betrieb nehmen, auch wenn dann der Tunnel noch nicht fertig sein sollte. Die Ausschreibung für den künftigen Nahverkehr durch die Nah.SH soll aber bereits Anfang nächsten Jahres beginnen. Um seinen Forderungen zum Elektronetz Ost, wie das künftige Nahverkehrsnetz zwischen Hamburg, Lübeck, Travemünde, Neustadt, Fehmarn und Dänemark genannt wird, rechtzeitig Nachdruck zu verleihen, fasste der Kreis seine Anforderungen in einer Resolution zusammen. Ziel ist es, dass die neue Eisenbahnstrecke nicht nur dem Fern-, sondern auch dem Nahverkehr nützt. So soll in der Ausschreibung eine Teilung der Züge in Lübeck und Haffkrug vorgesehen werden, damit es durchgehenden Verbindungen von Hamburg nach Ostholstein kommt. Weil die alte Bäderstrecke nach bisheriger Planung mit Eröffnung der Neubaustrecke geschlossen werden soll, fürchten die Badeorte an der Lübecker Bucht eine Verschlechterung ihrer Anbindung. Der Kreis will das vermeiden und 2022, eventuell auch früher, zusammen mit dem Teilnetz Ostholstein-Süd einen Bäderbus ausschreiben. Dieser soll, so heißt es, eine sinnvolle Verknüpfung von Bahn und Bus und die Anbindung der Badeorte gewährleisten.

Auf Initiative von CDU und Grünen fasste der Kreistag ebenso einen Grundsatzbeschluss zur Neuausrichtung des Bus-Nahverkehrs in Ostholstein. Um Kosten im Linienverkehr zu sparen, sollen Linien nur dort geplant werden, wo sie auch auskömmlich genutzt werden. Nach festem Fahrplan fahren Busse demnach nur zwischen festen Knoten. Der Nahverkehr im Umfeld dieser Knoten soll ausschließlich als Bedarfsverkehr stattfinden, organisiert von einer Dispositionszentrale unter Federführung des Kreises und das rund um die Uhr.

Auch der Schülerverkehr wird als Bedarfsverkehr organisiert. Linien- und Bedarfsverkehre sollen getrennt als zwei gleichwertige und eigenständige Formen des öffentlichen Personennahverkehrs ausgeschrieben werden. pet

LN