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Ostholstein Ein Hauch von Saint-Tropez vor Neustadt: Festival der teuren, luxuriösen Yachten
Lokales Ostholstein Ein Hauch von Saint-Tropez vor Neustadt: Festival der teuren, luxuriösen Yachten
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08:51 25.05.2019
Steven Hermeling (Junior Sales) von Sunseeker posiert für ein LN-Foto. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
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Neustadt

Mehr als 200 Yachten und Motorboote werden noch bis Sonntagabend in der Neustädter Ancora-Marina ausgestellt. Anlass ist die zehnte Auflage des Yachtfestivals, vielen bekannt unter dem bisherigen Namen „Hanseboot Ancora Boat Show“. Die Messe gilt als größte In-Water-Boatshow in Deutschland und ist seit Jahren auf Wachstumskurs. Ein kurzer Rundgang verdeutlicht: Wer hier kauft, muss ordentlich Geld mitbringen. Siebenstellige Summen sind keine Seltenheit.

Mit 92 km/h über das Meer

Einer der Hingucker steht an Land und trägt den Namen „Princess R35“. Das leuchtend blaue Motorboot – die Verkäufer sprechen von „electric blue“ – ist eine von zahlreichen Neuheiten. Dave Ellis ist Mitarbeiter des britischen Unternehmens und schwärmt von der Höchstgeschwindigkeit, die das Boot dank zweier 430 PS starker Motoren erreicht. Die „R35“ sei bis zu 50 Knoten schnell, was immerhin knapp über 92 km/h sind. Insbesondere Technik und Elektronik stechen hervor. Eine Kamera in Fahrtrichtung sendet Live-Bilder auf einen länglichen Monitor unter Deck. Darüber hinaus gibt es eine Klimaanlage und eine Zugvorbereitung für Wasserski. All das kostet etwa 912 000 Euro – wenn man das Fahrzeug an der Südküste Englands abholt.

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Luxuriös, exklusiv, schnell und zum Teil Weltneuheiten – beim Neustädter Yachtfestival werden rund 200 Motorboote und Segelyachten präsentiert. Die LN waren auf den Stegen unterwegs.

Die von der Hamburg Messe und Congress GmbH organisierte Großveranstaltung lockt seit Jahren Tausende Menschen an. Die meisten kommen nur zum Gucken. Dennoch: Händler berichten regelmäßig von Geschäftsabschlüssen und nutzen das Yachtfestival, um ihre Kontakte zu langjährigen Kunden zu pflegen. Einige der Letztgenannten reisen sogar mit ihren teuren und luxuriösen Booten an und ermöglichen anderen Besuchern einen Rundgang an Bord.

Das längste Motorboot

Einer von ihnen ist der Eigner der „Sunseeker Manhattan 66“. Die 22,08 Meter lange Motoryacht ist das längste Exemplar. Es kann noch bis Sonntagabend besichtigt werden. Der Besitzer möchte zwar nicht namentlich genannt werden, erzählt aber bereitwillig von seinen Reisen und der Ausstattung seiner „Manhattan 66“. „Das ist eines der wenigen Boote, das man noch mit zwei Mann fahren kann. Das war entscheidend für den Kauf“, erläutert er. An Bord gibt es mehrere Bade- und Schlafzimmer. Hinzu kommen Geräte wie Spül- und Waschmaschine sowie diverse technische Spielereien für Musik und TV. „So ein Boot ist toll. Man ist mobil und haut ab, wenn man keine Lust mehr auf einen Hafen hat. Nach drei Tagen an Bord vergisst man die Welt“, schwärmt der Eigentümer.

Ins Schwärmen gerät auch Oliver Seiter. Der Geschäftsführer der Ancora-Marina und sein Team haben in einem Kraftakt 180 Kundenschiffe, die normalerweise an den Stegen festgemacht sind, verlegt. „Das war eine Meisterleistung“, lobt Seiter und erinnert an die Anfänge vor zehn Jahren. Mit der zehnten Messe und der neuen Namensgebung habe man nicht den roten Faden verloren. Torsten Conradi, Präsident des Deutschen Boots- und Schiffbauer-Verbandes, ergänzt, dass die Veranstaltung weiter wachsen soll.

Komfortabel segeln im Alter

Auf Veränderung statt Stillstand setzen wenig überraschend auch viele Bootsbauer. Ein Beispiel dafür ist die Segelyacht „Hanse 455“, die von der Smart Sailor GmbH für Menschen in fortgeschrittenem Alter umgebaut wurde. Geschäftsleiter Johann S. Flückiger setzt auf eine Joysticksteuerung, mit der sich alle drei Antriebsquellen gleichzeitig bedienen lassen. Zudem kann der Großbaum automatisch aufgerichtet werden. Darüber hinaus gibt es weitere Erleichterungen, die am Ende vor allem für mehr Komfort an Bord sorgen sollen.

Yachten, Musik und Pagoden

Während Motorboote, Segelyachten und Katamarane die schwimmenden Hauptakteure des Yachtfestivals in Neustadt sind, stehen an Land rund 100 Pagoden. In diesen bieten Händler allerlei Waren, Dienstleistungen und Infos rund um das Thema Wassersport an.

Für Besucher gibt es zudem ein Rahmenprogramm, bestehend aus Workshops, Live-Musik, Sicherheitstrainings und Kinderprogramm. Details finden sich auf www. yachtfestival.de.

Das Yachtfestival geht am 25. und 26. Mai von 10 bis 18 Uhr weiter.

Sebastian Rosenkötter