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Ostholstein ZVO richtet Crowdfunding-Plattform für Ostholsteiner ein
Lokales Ostholstein ZVO richtet Crowdfunding-Plattform für Ostholsteiner ein
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16:31 12.04.2019
Der DRK-Ortsverein Süsel sammelt Geld für einen Carport (v. l.): Die stellvertretende Bereitschaftsleiterin Julia Baumann, Nicole Harkämper (ZVO), Bürgermeister Adrianus Boonekamp, DRK-Vorsitzender Matthias Isecke-Vogelsang und DRK-Bereitschaftsleiter Robin Cyriacks. Quelle: Sebastian Rosenkötter
Süsel

Am 9. Mai ist Schluss: Bis dahin will der Süseler DRK-Ortsverein 3000 Euro für einen Carport gesammelt haben. Das Bauwerk wird benötigt, um ein Rettungsfahrzeug unterzustellen – denn Schnee und Eis hatten immer wieder für Verzögerungen gesorgt, wenn es schnell gehen musste. Unterstützung bekommen die Ehrenamtler vom Zweckverband Ostholstein (ZVO). Die Sierksdorfer Unternehmensgruppe hat die „Ostholstein Crowd“ eingerichtet.

Die Online-Plattform richtet sich unter anderem an Ostholsteiner Vereine, Verbände, Schulen, Stiftungen, Kitas und Einzelpersonen, die ein Projekt umsetzen wollen und dafür Geld benötigen. ZVO-Sprecherin Nicole Buschermöhle erzählt von beinahe täglichen Anfragen beim Zweckverband, Vorhaben mitzufinanzieren. „Wir können nicht alle unterstützen“, sagt sie. Jedoch sei es möglich, eine Plattform anzubieten, auf der Initiatoren um Unterstützung werben können.

Crowdfunding ist Gruppenfinanzierung

Doch wie läuft Crowdfunding? Der Begriff steht für Schwarm- oder Gruppenfinanzierung. Jeder gibt so viel Geld, wie er möchte. Für bestimmte Beträge gibt es Prämien – wenn gewollt. Wer den Bau des Carports unterstützen möchte, erhält je nach Summe einen Aufkleber der DRK-Bereitschaft (Spende in Höhe von drei Euro), eine Überprüfung des Kfz-Verbandskastens (20 Euro) oder eine Rundführung durch das Bereitschaftsgebäude (25 Euro). Wer 100 Euro gibt, wird namentlich auf einer Sponsorentafel genannt, bei 250 Euro kann zwischen einem sechsstündigen Sanitätsdienst für eine Veranstaltung und der Abbildung des Firmenlogos auf der Sponsorentafel gewählt werden.

Matthias Isecke-Vogelsang, Vorsitzender des DRK-Ortsvereins, bezeichnet das Angebot des ZVO als großartige Initiative und ergänzt: „Den Kindern und Jugendlichen in der Schule habe ich immer gesagt, dass das Ehrenamt das Herz in der Gesellschaft ist. Doch das Herz braucht einen Versorger.“ Eben dieser könnten mithilfe der Ostholstein Crowd zahlreiche Bürger werden. Isecke-Vogelsang, der jahrelang eine Lübecker Schule leitete, ist froh, dass die vielen jungen DRK-Mitglieder nun im Internet um Spenden werben. Dies sei eine Möglichkeit, mehr junge Menschen zu erreichen.

ZVO beteiligt sich finanziell

Nach Angaben von Nicole Buschermöhle beteiligt sich der ZVO in den ersten Monaten am Sammeln der Gelder. „Spendet jemand mindestens zehn Euro, gibt das Unternehmen fünf Euro dazu.“ Die ZVO-Sprecherin erläutert, dass ähnliche Aktionen in anderen Regionen Deutschlands in den meisten Fällen erfolgreich verlaufen würden. Die Geldgeber hätten im Schnitt zwischen 60 und 80 Euro beigesteuert.

Crowdfunding in Ostholstein: Alles oder nichts

Wichtig ist, dass die Spenden nur dann ausgezahlt werden, wenn die benötigte Summe erreicht wird. Sollte dies nicht passieren, werden die geleisteten Zahlungen zurücküberwiesen. Neue Projekte sollen im Schnitt innerhalb von zwei Wochen finanziert werden. Welche Vorhaben zugelassen werden, entscheidet ein Gremium des Zweckverbands. Nicole Buschermöhle und ihre Kollegin Nicole Harkämper wollen verhindern, dass zum Beispiel Parteien für Wahlkämpfe um Geld werben, oder aber Projekte keinen Nutzen für die Allgemeinheit haben.

DRK hilft ehrenamtlich

Für die Ehrenamtler aus Süsel heißt es nun abwarten und auf Resonanz hoffen. Julia Baumann, stellvertretende Bereitschaftsleiterin, betont, dass sie und ihre Kollegen sich sehr über Unterstützung freuten und gerne auf diversen Veranstaltungen wie Reitturnieren, Festen und bei Fußballspielen in der Region vor Ort seien, um im Notfall helfen zu können. Darüber hinaus ist das DRK Süsel Teil der Schnelleinsatzgruppe in Ostholstein und unterstützt Feuerwehren sowie Rettungsdienste – und all das ehrenamtlich.

Sebastian Rosenkötter

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