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Ostholstein Zukunftstag: So gelingt Integration
Lokales Ostholstein Zukunftstag: So gelingt Integration
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18:00 16.03.2019
Mit Elan in den Zukunftstag: Ostholsteins Landrat Reinhard Sager (CDU, l.), Moderatorin Imke Lode und Innenminister Hans-Joachim Grote (CDU). Quelle: Dirk Schneider
Eutin

Auch wenn Flüchtlinge nicht mehr die aktuellen Schlagzeilen in Deutschland dominieren, bleibt deren Integration ein wichtiges Thema in den Kommunen. Unter dem Motto „Volle Kraft voraus!“ diskutierten am Sonnabend 80 ehrenamtliche Helfer und Geflüchtete beim „Zukunftstag für Integration in Ostholstein“ mit Innenminister Hans-Joachim Grote und Landrat Reinhard Sager (beide CDU) im Eutiner Kreishaus, wie diese wichtige Aufgabe und große Herausforderung gemeistert werden kann.

„Integration ist keine Einbahn-, sondern eine Zweiwegstraße“, sagte Moderatorin Dr. Imke Lode und stellte sogleich die Frage: „Wo führt diese hin? Wie geht es mit voller Fahrt in die richtige Richtung?“ Jedenfalls nicht in die Sackgasse, in die manche Populisten steuern wollten, erklärte Sager. „Es gibt keine Alternative zu einer gelungenen Integration.“

Einer Angstmache vor einer Überfremdung stellte Sager nüchterne Zahlen entgegen: „Der Ausländeranteil liegt in Ostholstein unter sechs Prozent.“ Die Top-Fünf der Herkunftsländer seien dabei Polen, Syrien, Rumänien, Afghanistan und Irak. Hinzu kommen aktuell viele Briten, die die deutsche Staatsbürgerschaft beantragen würden.

Grote für Austausch auf Augenhöhe

Innenminister Gote stellte fest: Jetzt gelte es die Willkommenskultur durch die gute Integrationsarbeit, mit der vielerorts bereits erfolgreich begonnen wurde, weiterzuentwickeln. „Erstaufnahme und Betreuung von Flüchtlingen, Sprachförderung oder Beratung sind nur ein Teil der aktuellen Aufgabe. Wir brauchen einen größeren Fokus, wenn wir uns wirklich darüber verständigen wollen, wie wir zusammenleben wollen.“

Dafür bedarf es laut Grote der Offenheit der Aufnahmegesellschaft für eine Begegnung und einen Austausch auf Augenhöhe. Neuzugewanderte sollten nicht nur Empfänger von Maßnahmen sein, sondern sich selbst einbringen. „Unser Ziel muss es sein, kein Parallelsystem zu schaffen.“ Vielmehr sollten die Zuwanderer in der Mitte der Gesellschaft einen Platz finden und aktiv mitgestalten können. Der Kreis Ostholstein setze hier mit vielen verschiedenen Projekten einen Schwerpunkt und treibe dabei auch die interkulturelle Öffnung der eigenen Verwaltung voran. „Das ist ein starkes Signal und ein wichtiger Schritt“, lobte Grote diese Vorbildfunktion.

„Am Anfang reicht ein Ball." Der Integrationslotse Bahaa Almohammad und der Vorsitzende der BSG Eutin Helmut Groskreutz berichteten über die erfolgreiche Integration durch den Sport. Quelle: Dirk Schneider

Für die anschießende Podiumsdiskussion und Ideenwerkstatt gaben fünf Erfolgsprojekte konkrete Anregungen, wie Integration im Alltag ge- und erlebt werden kann. So schilderten der Integrationslotse Bahaa Almohammad und der Vorsitzende der BSG Eutin Helmut Groskreutz, wie der Verein den Sport für die erste Kommunikation einsetze: „Am Anfang reicht ein Ball. Die Spielregeln sind international und am Ende kommt man ins Gespräch“, sagt Bahaa Almohammad.

Heam Smesm und Ursula Quirin warben für das „Café Mit Sprache“, in dem Frauen unter sich sind und miteinander reden können. Quelle: Dirk Schneider

Genau dafür haben Heam Smesm und Ursula Quirin das „Café Mit Sprache“ in Eutin gegründet. Udo Braeger berichtete, wie das Jugendzentrum Grömitz Schwimmkurse, Fußballturniere, Radtouren und Ausflüge mit und für Geflüchtete organisiert habe. „Derzeit arbeiten wir gemeinsam an einer Fortsetzung“, erzählt Braeger – der Name sei Programm: „Wir in Grömitz.“

Dirk Schneider

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