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Ostholstein Zwei Bürgerentscheide, ein Thema
Lokales Ostholstein Zwei Bürgerentscheide, ein Thema
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19:01 07.03.2019
Der Abstimmungszettel für den Bürgerentscheid am 26. Mai in Eutin wird dreigeteilt sein wie dieser Beispielzettel. Bürgermeister Carsten Behnk erläuterte die Besonderheiten. Quelle: Ulrike Benthien
Eutin

 Die Stadt Eutin bereitet sich auf ihren dritten Bürgerentscheid vor. Nach zwei Abstimmungen über das Haus des Gastes innerhalb von zwei Jahren wird es nun ebenfalls zwei Abstimmungen geben. Diesmal an einem Tag: Am 26. Mai gibt es die Frage der Bürgerinitiative (BI) „Vernunft macht Schule“ und eine Gegenfrage der Eutiner Stadtvertretung dazu. Beide Fragen haben die Entwicklung der Grundschule Am Kleinen See und der Wilhelm-Wisser-Gemeinschaftsschule zum Thema – sollen beide als Schulcampus Am Kleinen See neu gebaut werden? Oder soll die Grundschule dort neu entstehen, während die Wisser-Schule an der Elisabethstraße saniert, erweitert und in Teilen neu errichtet wird?

Sondersitzung der Stadtvertretung am 20. März

„Es hat so einen Fall in Schleswig-Holstein noch nicht gegeben“, sagte Bürgermeister Carsten Behnk (parteilos) im jüngsten Schulausschuss. In einer Sondersitzung am 20. März werden die BI und die Stadtvertretung ihre Argumente beziehungsweise Gegenargumente vorbringen. Zusammen mit den Begründungen – Umfang eine DIN-A-4-Seite – werden sie am 21. März zum Drucken gegeben, damit sie rechtzeitig vorliegen, um den Wahlbenachrichtigungen für den 26. Mai (Europawahl) beigefügt werden können.

Premiere in Schleswig-Holstein

Der Abstimmungszettel zu den Schulfragen wird dreigeteilt sein: Links oben wird die Frage der BI stehen (Schulcampus am Standort See), rechts die Gegenfrage der Stadt Eutin (Neubau Grundschule am See, Wisser-Schule an der Elisabethstraße sanieren und erweitern). Ein weiteres Kreuz ist im unteren Drittel des Abstimmungszettels zu machen. Bei der Stichfrage ist anzugeben, welchem Bürgerentscheid der Vorzug gegeben wird, wenn beide mehrheitlich mit Ja beantwortet werden und auf die vorgeschriebene Mindeststimmenzahl von 18 Prozent der Wahlberechtigten kommen.

Die, um die es bei der Abstimmung geht, kamen im Schulausschuss auch noch einmal zu Wort: Sven Ulmer, Schulleiter der Wisser-Schule, und Florian Reimers, kommissarischer Leiter der Gustav-Peters-Grundschule. Beide berichteten von den neuen Schulkonferenzbeschlüssen.

Grundschule: „Kleines System für kleine Kinder“

Die Grundschule sei bisher „viel zu leise“ gewesen, sagte Reimers. Er wünsche für sich und die Förderzentren einen ebenerdigen, barrierefreien Neubau, einen großen, naturnahen Schulhof, einen großen Sportplatz, ausreichende Parkplätze für die Mitarbeiter. „Wir wollen ein kleines System für kleine Kinder. Eine Campuslösung können wir uns am See platzmäßig nur schwer vorstellen“, sagte Florian Reimers. Bei einer Ankündigung aus der Schulkonferenz horchten die Ausschussmitglieder auf: „Die Gustav-Peters-Schule wird den einzigartigen Standort am See für ein umfassendes Konzept zum Projekt Zukunftsschule.SH und für eine Bewerbung für den Deutschen Schulpreis nutzen und somit für ganz Ostholstein ein sichtbares Aushängeschild an Schulentwicklung werden.“

Wisser-Schulkonferenz möchte die Campuslösung

Die Schulkonferenz der Wisser-Schule halte an ihrem Beschluss und dem Wunsch nach einer Campuslösung, vorrangig am Standort See, fest, erklärte Sven Ulmer. Sie bezweifle, dass ein Bau im laufenden Schulbetrieb am Standort Berg möglich sei, gab er wieder. Ein Neubau stehe für größere gestalterische Möglichkeiten in pädagogischer Hinsicht, sagte er und verwies auf „Synergieeffekte“ und „Schnittmengen mit der Gustav-Peters-Schule, wenn wir da unten wären“.

Bürgerentscheid in Eutin: Wird Am Kleinen See eine neue Grundschule oder ein Schulcampus gebaut? Quelle: Ulrike Benthien

Bei der Lösung für seine Schule am Berg habe er „einen Stein im Magen“, sagte Ulmer. „Wie soll das gehen – 24 Monate ohne Sportstunden und mit einem eingeschränkten oder gar keinem Schulhof?“ Die Campus-Lösung dagegen verspreche viele positive Aspekte. „Wir sollten uns nicht auseinanderdividieren lassen“, appellierte er an seinen Kollegen. „Das ist durch den Bürgerentscheid längst passiert. Der Riss geht durch Haushalte“, erwiderte Florian Reimers. Einer vom Schulleiter der Wisser-Schule betonten Einigkeit erteilte er eine deutliche Absage: „Wir zeigen keine Einigkeit. Wir zeigen Kompromissbereitschaft.“

Mehr über den Bürgerentscheid in Eutin:

Zeitschiene für die Bauvorhaben: Bürgerentscheid verzögert Projekte

  Beschluss der Stadtvertretung: Bürgerentscheid auf den 26. Mai terminiert

 

Ulrike Benthien

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