Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Segeberg 110 000 Euro für ein Kröten-Paradies
Lokales Segeberg 110 000 Euro für ein Kröten-Paradies
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:10 13.02.2013
Norderstedt

Klirrende Kälte, der Boden tiefgefroren und heftiges Schneetreiben: Das hielt die Stiftung Naturschutz des Landes Schleswig-Holstein gestern nicht davon ab, mit dem Bagger anzurollen und den Startschuss für weitere Erdarbeiten im Norderstedter Glasmoor zu geben. In den nächsten sechs Wochen soll hier gegenüber dem Stadtparksee, östlich der Schleswig-Holstein-Straße, eine weitere, fünf Hektar große Fläche in eine Dünenlandschaft mit mehreren kleinen Tümpeln verwandelt werden — natürlicher Lebensraum für Kreuz- und Knoblauchkröten.

„Diese Krötenarten sind europaweit geschützt und hierzulande hochgradig vom Aussterben bedroht“, begründete Projektleiterin Ute Ojowski diese Naturschutzmaßnahme. Sie kostet 110 000 Euro und wird aus dem Kreis-Naturschutzfonds Segeberg finanziert. Bereits 2009 hatte die Stiftung Naturschutz, der 118 Hektar Land im Glasmoor gehören, 11 000 junge Kreuzkröten und 23 000 Kaulquappen hier ausgesetzt.

Zudem wurden fast alle ausgewachsenen Populationen vom Kampmoor im Norderstedter Norden ins Glasmoor umgesiedelt. Das war eine Ausgleichsmaßnahme, die der Netzbetreiber 50-Hertz für die Aufrüstung des Norderstedter Umspannwerks finanzieren musste. Die Krötenteiche hätten seinerzeit verschwinden müssen, damit die Anlage auf 380 000 Volt habe ausgebaut werden können, erläuterte 50-Hertz-Projektleiterin Katja Horenk.

Die Neuansiedlung im Glasmoor habe funktioniert, erläuterte Biologe Wolfgang Lenschow von der Stiftung Naturschutz. Bereits im vorigen Jahr hätten sie 37 rufende Kreuz- und bis zu zehn rufende Knoblauchkröten entdeckt. Die männlichen Kröten liegen dabei im flachen Wasser, plustern sich auf und locken lautstark ein Weibchen. „In diesem Jahr dürften es noch weit mehr Rufer werden“, sind Ojowski und Lenschow überzeugt. Aber auch andere Amphibien wie der Teichmolch, der Laub-, Gras- und Moorfrosch fühlen sich hier wieder heimisch. „Der Laubfrosch war seit den 70er Jahren im Glasmoor verschwunden“, bemerkte Ute Ojowski. „Wir schaffen hier Lebensraum für 500 alte heimische Tiere.“

Wie sie erklärte, würde ein befruchtetes Weibchen zwischen 1500 und 3000 Eier legen. Aber nur ein Zehntel würde überleben. Die Kaulquappe einer Knoblauchkröte könne bis zu 18 Zentimeter lang werden und brauche bis zu 150 Tage, um sich zu einer Kröte zu entwickeln. Damit die gefährdeten Kröten, die nach dem Laichen von April bis Oktober an Land leben, auch genügend Insekten fangen können, müsse die Vegetation an den neu angelegten Teichen inmitten der aufgeschütteten Sanddünen im Glasmoor relativ niedrig sein, erklärte Ute Ojowski.

Dafür sorgen die 30 Galloways und fünf wilden Koniks, die die Stiftung hier ebenfalls ausgesetzt hat. Die Dünenlandschaft habe sich früher entlang der Hochmoore von Hamburg bis Dänemark gezogen, erklärte Lars Briggs von Amphie-Consult, die die Erdarbeiten im Auftrag der Stiftung ausführt. Die Arbeiten würden jetzt erledigt, weil die Amphibien zurzeit in der Winterstarre liegen, sagte die Biologin. „Wenn wir im April baggern würden, würden wir alle Kröten totfahren.“

Ihr Lebensraum wird immer enger
Die Kreuzkröte ist die kleinste Art der Echten Kröten. Sie bleibt kleiner als die Erdkröte; das Männchen erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von fünf bis sieben oder acht Zentimeter, das Weibchen erreicht ausnahmsweise eine Kopf-Rumpf-Länge von etwa zehn Zentimeter. Ihren deutschen Namen hat sie von einem Längsstreifen in der Rückenmitte (auf dem Kreuz). Die Kreuzkröte hat eine gedrungene Gestalt und kurze Beine, deshalb vollführt sie keine springende Fortbewegung, sondern ein mausähnliches Laufen. Die Kreuzkröte ist ein Bewohner des Offenlandes und benötigt sandiges, leicht grabbares Substrat. Ihr Lebensraum wird wie der anderer Amphibien immer enger.

Die Knoblauchkröte ist ein Froschlurch und gehört zur Gattung der Europäischen Schaufelfußkröten innerhalb der Überfamilie der Krötenfrösche. Mit den scharfkantigen, verhornten Auswüchsen an ihren Fußsohlen kann sie sich sehr schnell in lockeren Boden eingraben, wo sie den Tag verbringt. Aufgrund ihrer verborgenen Lebensweise sowie ihrer zerstreuten Verbreitung ist die Art allgemein nur wenig bekannt. Knoblauchkröten und Kreuzkröten leiden wie alle mitteleuropäischen Amphibien vor allem unter der Zerstörung oder Beeinträchtigung von Kleingewässern in der Kulturlandschaft durch Zuschüttung oder Eintrag von Müll und Umweltgiften. Die Knoblauchkröte wurde im Nahrungsspektrum von etwa 20 europäischen Vogelarten nachgewiesen, insbesondere vom Waldkauz und der Stockente. Knoblauchkröten sind als gefährdet eingestuft (Rote Liste III).

Burkhard Fuchs

Nancy Crow gehört zu den meist beachteten zeitgenössischen Textilkünstlerinnen, die Quilterinnen weltweit beeinflusst hat. Die neuen Werke der Amerikanerin, die bisher noch nie ausgestellt wurden, sind noch bis zum 10. März im Museum Tuch und Technik, Kleinflecken 1, in Neumünster zu sehen.

13.02.2013

100 Mal Blutspenden, dieses Jubiläum erfordert Ausdauer. Nur alle zehn beziehungsweise zwölf Wochen dürfen Männer und Frauen eine Blutspende abgeben. Beim Spendetermin diese Woche in Bornhöved hatte das Deutsche Rote Kreuz sogar zwei Teilnehmer erwartet, die für die 100. Spende kamen: Damit haben Rolf Lentföhr (70) und Dirk Peter Bünn (59) nun jeweils insgesamt 50 Liter Blut gespendet.

13.02.2013

„Kennt ji all dat nige Leed, nige Leed, nige Leed, wat dat ganze Dörp all weet, von Herrn Pastor sien Kauh?“ Die 14 Männer und Frauen des Singkreises der „Günnbeker Plattsnaker“ kennen den Plattdeutschen Gassenhauer jedenfalls ganz genau, denn er gehört zu ihrem Gesangsrepertoire.

Heike Hiltrop 13.02.2013