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Segeberg 125 Jahre: Blick zurück und nach vorn
Lokales Segeberg 125 Jahre: Blick zurück und nach vorn
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20:10 21.06.2014
Christian Detlof zeigt Mila, wie die Feuerwehrleute vor dem Ersten Weltkrieg ins Horn geblasen haben.
Schmalensee

Mit einem Kommers, Spanferkelessen, vielen Ehrengästen und ebenso vielen Grußworten begann am Freitag die Feier zum 125. Geburtstag der Feuerwehr Schmalensee, den sie gestern mit dem Amtsfeuerwehrtag fortsetzte.

Immer wieder regnete es, als sich die Feuerwehren aus Schmalensee, Gönnebek, Bornhöved, Tarbek, Tensfeld, Damsdorf, Trappenkamp und Stocksee den Besuchern präsentierten. Sie zeigten verschiedene Einsatzbereiche wie den Umgang mit Hebekissen nach einem landwirtschaftlichen Unfall oder brennender Kleidung. Sollte ein Mensch brennen, ist allerdings die schnelle Reaktion aller gefragt, denn dann kommt es nicht auf Minuten, sondern auf Sekunden an. Entflammte Kleidung wird am Besten mit einer Decke gelöscht.

Die neunjährige Mila Mühlenberg kam gerade vom Fußball-Sommerturnier, als die Vorführungen der Schmalenseer Feuerwehr liefen. Sie durfte den alten Lederhelm, ein Relikt aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg, aufsetzen. Feuerwehrmann Christian Detlof zeigte ihr zudem, wie damals ins Horn geblasen wurde, wenn es irgendwo brannte.

Zur Gründungszeit der Feuerwehr Schmalensee gab es noch Nachtwächter in jedem Dorf, die die Aufgabe hatten, nach entstehenden Feuern Ausschau zu halten. Auch gute Ohren mussten sie haben, denn wenn es in benachbarten Orten brannte, rückte die Schmalenseer Feuerwehr ebenfalls aus, um in anderen Dörfern zu löschen. „Damals war klar geregelt, wer die Bespannung stellen musste und wer die Pferde.

Ledereimer und was man sonst noch so zum Löschen brauchte, befand sich an der Handdruckspritze, die an einem zentralen Ort stand“, erzählte Christian Detlof dem Mädchen in Fußballkluft. Ehrfürchtig betrachtete sie den alten Helm und das große Horn. „So ein alter Helm ist etwas ganz besonderes. Da muss man richtig vorsichtig sein“, sagte sie.

Mila bekommt jeden Einsatz der Dorffeuerwehr mit, denn von ihrem Zimmer aus blickt sie genau auf das Feuerwehrgerätehaus nebenan. Außerdem ist ihr Vater Frank selbst Feuerwehrmann. „Wenn er nicht auf der Arbeit ist, ist er immer der Schnellste von allen“, sagte die Schülerin stolz. Zufrieden blickte Schmalensees Wehrführer Volker Kay auf die verschiedenen Vorführungen der Feuerwehren aus dem Amtsbereich. „Bislang ist alles gut gelaufen. Die Resonanz der Bevölkerung allerdings hätte besser sein können“, bedauerte er. „Cool“ findet er einen Film über seine Feuerwehr, den Kevin Kasch produziert hatte. Der Streifen beginnt als Lehrfilm, endet dann aber als Persiflage und legte offen, was die Feuerwehr Schmalensee hinter den Kulissen in ihrem Feuerwehrauto mit sich führt:

Pressevertreter, Jäger, Getränkelieferanten, Musiker, eine voll eingerichtete Küche mit Annegret Voß als Köchin und einen Bürgermeister, der wie die „bezaubernde Jeanny“ nur mit den Fingern schnipsen muss, um alle Wünsche der Feuerwehr zu erfüllen.

Daten und Fakten
Gegründet wurde die Freiwillige Feuerwehr Schmalensee am 1. Dezember 1989. Derzeit gehören ihr 22 aktive Feuerwehrleute, darunter sechs Atemschutzgeräteträger, 67 fördernde Mitglieder und zwölf Ehrenmitglieder an. Für die Erfüllung ihrer Aufgaben stehen ihr ein Löschfahrzeug mit einem 600-Liter-Wassertank, 50 Meter Druckschlauch, eine absetzbare Tragkraftspritze, ein Stromaggregat sowie Lichtmasten und Leitern zur technischen Hilfeleistung zur Verfügung. Die Feiern zum 125. Bestehen begannen mit dem Festball am 29. März und klingen am 12. Oktober mit einem Sketchnachmittag der Theatergruppe aus. pd

Petra Dreu

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