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Segeberg 40 Jahre Rettungshundezug ASB Stormarn-Segeberg
Lokales Segeberg 40 Jahre Rettungshundezug ASB Stormarn-Segeberg
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09:00 10.11.2019
Vor 40 Jahren ging die erste ASB-Rettungshundestaffel an den Start. Heute zählt sie 22 Hundeführer mit ihren Vierbeinern. Quelle: hfr
Segeberg/Bad Oldesloe

“Jacks“ feuchte Nase hat beim Durchstöbern des Schuttberges menschlichen Geruch gewittert. Unbeirrt hat er das unwegsame Areal aus dicken Betonplatten, Steinen und Eisenstangen durchkämmt. Einem abrupten Stopp folgt lang anhaltendes Bellen. Vor dem Hund ragt eine Hand aus dem Geröllhaufen. Der Mischling hat einen Menschen aufgespürt. Sein Job ist erledigt. Nun übernimmt der Ersthelfer. Als Team sind sie eingespielt. Sie retten Menschenleben.

Erste Hundestaffel deutschlandweit

Es sind selten Verschüttete in Trümmern. Im Alltag der Rettungshundestaffeln geht es in Wälder oder durch Häuserschluchten, um nach verwirrten Personen, dementen Senioren aber auch nach Jugendlichen oder Erwachsenen zu suchen, die einen Suizid angekündigt haben. Mehr als 160 Mal rückte die Rettungshundestaffel des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) Stormarn-Segeberg dafür in den vergangenen fünf Jahren aus. Vor genau 40 Jahren nahmen hier 15 Mensch-Hund-Teams ihren Dienst auf – als erste überhaupt im ASB, deutschlandweit.

Die Spürnasen damals: Alle Schäferhunde. Kein Wunder, denn die Gruppe hatte gerade den Schäferhund Verein (SV) Oberalster in Ammersbek verlassen, um im ASB Bad Oldesloe ihre Vierbeiner für das Rettungswesen vorzubereiten. Geleitet wurde die Gruppe seinerzeit von Dieter Steinfurth.

Suchen, bergen retten

Viel hat sich seither getan: Vom kleinen Terrier bis zum großen Mischling sind viele Hunde dabei. Das obere Ende der Leine haben mittlerweile mehr Frauen als Männer in der Hand. Aus dem SV Oberalster ist der SV Ammersbek geworden, damit seinerzeit ein Vereinsheim gebaut werden konnte. Aber noch heute gehört Rettungsarbeit hier zum Angebot. „Als reiner Freizeitsport“, sagt dessen Vorsitzender Ralf Marten.

Begleitdiensthunde des ASB: Doug (8) und Frauchen Reni Stührenberg (45) zu Gast im Seniorenheim Wahlstedt. Die alten Menschen genießen die Streichel- und Spielstunde mit den Vierbeinern. Quelle: Hiltrop Heike

Aus dem ASB Ortsverband Bad Oldesloe wurde der Regionalverband Stormarn/Segeberg mit über 17 000 Mitgliedern. 2004 gründete sich eine zweite Rettungshundestaffel in Wahlstedt. Nach Querelen wurde sie 2014 mit den Stormarnern zum gemeinsamen Rettungshundezug zusammengelegt. Die Segeberger fühlten sich durch den Verkauf des Wahlstedter ASB-Stützpunktes in ihrer Arbeit boykottiert. Aus den Staffel-Aktivitäten im Kreis Segeberg ist der Besuchsdienst in Seniorenheimen geblieben, der 2005 in Wahlstedt begann und nun auf Schulen und Kitas ausgedehnt worden ist.

Hundeführer mit ihren Vierbeinern aus dem ASB-Rettungshundezug Stormarn-Segeberg. Quelle: hfr

Zwei Mal die Woche Training

Heute leitet Petra Eppinger die Staffel, zu der 22 Männer und Frauen mit ihren Hunden gehören. Zwei Mal in der Woche trainieren die Teams in der Fläche und in Trümmern. Und obwohl die Rettungshundearbeit, wenn sie ernsthaft betrieben wird, ein Ehrenamt an 365 Tagen im Jahr, 24 Stunden am Tag ist, und bei Wind und Wetter ausgerückt wird, gebe es keine Nachwuchsprobleme, sagt Geschäftsführerin wie Bettina Spechtmeyer-Högel, vom ASB-Regionalverband.

Staffeln in Schleswig-Holstein

6 DRK Rettungshundestaffeln gibt es in Schleswig-Holstein.

Vier Schleswig-Holstein-Gruppen zählen zum Bundesverband Rettungshunde (BRH) in Schleswig-Holstein. Außerdem gibt es einige freie Rettungshundestaffeln in Norden. Und es gibt Hundevereine, die die Arbeit als reinen Sport anbieten.

Zwei Staffeln gibt es im Norden beim ASB: Stormarn-Segeberg, Lauenburg.

Zwei Johanniter-Staffel sind auf Sylt und bei Flensburg.

Zwei Feuerwehr-Rettungshundestaffeln sind im Lauenburgischen Gudow und im Nordfriesischen Ladelund Zuhause.

Eine DLRG-Staffel gibt es landesweit. Sie ist in Stormarn beheimatet.

Eine THW-Staffel ist beim Technischen Hilfswerk in Neumünster angesiedelt.

Um die Vermisstensuche in der Region Stormarn-Lauenburg zu optimieren, gibt es hier einen Rettungsverbund, dem der ASB angehört: „Die Rettungshundeteams des Roten Kreuzes Lauenburg und der Freiwilligen Feuerwehr Gudow, gehören, wie wir, dazu“, sagt Oliver Appel, Leiter der DLRG-Staffel Stormarn. „Die Idee dahinter ist die Vernetzung. Sie macht einfach Sinn für eine gute Zusammenarbeit im Einsatz. Und sie trägt zur Gemeinsamkeit bei.“ Das helfe auch bei Extremsituationen, mit denen die Ehrenamtler unter Umständen klar kommen müssten. „Wenn man nachts um drei Uhr in den Einsatz geht, die gesuchte Person findet, sie aber nicht mehr lebt“, macht er deutlich, dass es nicht immer ein Happy End gibt.

Die Team-Ausbildung

In der Rettungshundearbeit gibt es verschiedene Ausbildungsrichtungen:Bei der Flächensuche hat der Hund gelernt, menschliche Witterung aufzunehmen, ihr nachzugehen und Passanten oder Spaziergänger von hilflosen Personen zu unterscheiden. Beides gilt auch für die vierbeinigen Spezialisten in der Trümmersuche, die besonders geschickte Kletterer sein müssen, etwa für den Einsatz in eingestürzten Gebäuden, Erdbeben- oder Katastrophengebieten. Hunde, die zu Mantrailern ausgebildet werden, gehen dagegen dem Individualgeruch einer bestimmten Person nach.

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Von Heike Hiltrop

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