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Segeberg 400 000 Zuschauer bei den Karl-May-Spielen – es wird ganz knapp
Lokales Segeberg 400 000 Zuschauer bei den Karl-May-Spielen – es wird ganz knapp
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10:43 06.09.2019
Die Aufführung „Unter Geiern - Der Sohn des Bärenjägers“ ist auf Rekordkurs. Quelle: Oliver Vogt
Bad Segeberg

Ein Rekord jagt den nächsten. Seit sechs Jahren erreichen die Zuschauerzahlen bei den Karl-May-Spielen immer neue, ungeahnte Höhen. In der vergangenen Saison sahen 388 910 Zuschauer die Vorführung, einmal mehr war es das beste Ergebnis der 67-jährigen Geschichte der Spiele. Die spannende Frage ist, ob der Rekord in dieser Saison erneut gebrochen werden kann. Wird vielleicht sogar die magische Marke von 400 000 Zuschauern geknackt? Noch hütet die Kalkberg GmbH die neuesten Zahlen wie den Schatz im Silbersee, die feierliche Verkündung der Zuschauerzahl erfolgt erst am Sonntag im Rahmen der letzten Vorstellung der Saison. Wobei die Veranstalter allerdings selber noch nicht wissen, ob es für die 400 000 Zuschauer reicht.

Veranstalter sind selbst gespannt

Auch am Freitag und Sonnabend sind noch Vorführungen. Diese sind bereits gut gebucht, lediglich am Freitagnachmittag gibt es noch Abschnitte mit freien Plätzen. Vielleicht entscheidet am Ende das Wetter und der Verkauf an der Tageskasse als Zünglein an der Waage.

„In diesem Jahr wird es bis zum Schluss spannend bleiben, ob wir es schaffen. Ich kann es aktuell wirklich noch nicht absehen. Das dürfte ein Fotofinish werden“, verrät Ute Thienel, Geschäftsführerin der Karl-May-Spiele (Lesen Sie dazu auch das komplette Interview im Infokasten).

Eines sei für sie jedoch klar. „Sollten wir die ,4’ vorn in der Zahl nicht erreichen, besteht überhaupt kein Grund, in Trübsal zu verfallen, wenn es ,nur’ der siebte Rekord in Folge sein sollte.“

Die Zuschauerzahlen

Seit 2009liegen die Besucherzahlen der Karl-May-Spiele regelmäßig über 300 000. Nur 2012 verpasste Erol Sander in seinem Abschiedsjahr als Winnetou mit 290 875 Zuschauern die Marke knapp.

Seit 2013 gibt es jedes Jahr einen neuen Rekord. Zunächst kamen 322 424 Zuschauer um Jan Sosniok in seinem ersten Jahr als „Winnetou“ zu sehen. Schon 2014 kamen 329 39 Zuschauer, dann 346 677, 366 369, 372 646 und schließlich 388 910 Besucher im vergangenen Jahr.

Nur ein einziger „Winnetou“schaffte es in den vielen Jahrzehnten davor, so viele Zuschauer anzulocken. Und das war natürlich Pierre Brice, der Winnetou auch in den berühmten Karl-May-Filmen gespielt hatte. 317 395 kamen 1991 zu seiner letzten Saison an den Kalkberg und sahen „Winnetou – das Vermächtnis“

Indizien sprechen für einen Rekord

Und dass es wieder so ein Rekordjahr wird, scheint recht sicher zu sein, denn es gibt schon einige Hinweise auf die Entwicklung der Besucherzahlen. In der Abendvorstellung am Freitag, 23. August,begrüßte Geschäftsführerin Thienel den 300 000 Gast. Es war die 55 von insgesamt 72 Vorstellungen.

Im vergangenen Rekordjahr konnte der 300 000 Gast erst in der 58. Vorstellung gefeiert werden. Bei einem Schnitt von über 5000 Zuschauer pro Vorführung könnten die drei zusätzlichen Vorstellungen tatsächlich reichen, um die magische 400 000-Zuschauer-Grenze zu durchbrechen. Ein neuer Rekord sollte aber in jedem Fall drin sein.

Karl May-Geschäftsführerin: „Es wird ein Foto-Finish“

Das komplette Interview mit der Geschäftsführerin der Karl May Spiele lesen Sie hier:

Seit sechs Jahren steigt der Zuschauerschnitt und ein Rekord jagt den nächsten. Wie erklären Sie sich selbst diese Erfolgsgeschichte?

Ute Thienel: Manchmal staunen wir selber und denken: Mehr geht jetzt doch wirklich nicht! Und dann geht doch wieder mehr. Die Erklärung ist für mich im Grunde aber ganz einfach: Die Zuschauer sind begeistert von dem, was sie hier geboten bekommen – und sie erzählen es weiter. Wir haben unser Publikum seit sehr, sehr langer Zeit nicht enttäuscht. Sie bekommen all das, was sie erwarten – und sogar immer noch ein bisschen mehr. Ein Beispiel: Der Aufwand, den wir gerade in den Schlussminuten treiben, ist mittlerweile erheblich größer als noch vor zehn oder gar zwanzig Jahren. Und wir spüren, dass gerade in einer Zeit, in der sich vieles um virtuelle Welten und digitale Unterhaltsangebote dreht, der Raum für solch ein unmittelbar spürbares Familienerlebnis besonders groß ist.

Welche Faktoren spielen alles eine Rolle für den Erfolg einer Aufführung?

Letztlich ist es eine Mischung aus vielen Faktoren. Die sehr gute Besetzung der Rollen sind unsere Gäste inzwischen gewöhnt und erwarten sie auch. Ebenso ein Stück, das all die Zutaten einer kurzweiligen Familienunterhaltung bietet. All das haben wir. Eine prozentuale Gewichtung dieser Faktoren lässt sich nicht vornehmen. Das Gesamtpaket muss einfach stimmen – und das tut es. Die Veränderungen bei der Ferienlage führen allenfalls zu Schwankungen in der Auslastung des Theaters an einzelnen Wochenenden. Aber das gleicht sich meist über die Saison wieder aus. Das Wetter spüren wir, aber nicht mehr so deutlich wie früher. Dadurch, dass unsere Zuschauer mittlerweile sehr frühzeitig buchen und sich nicht mehr von kurzfristigen Wetterlagen leiten lassen, haben wir eine sehr stabile Buchung. Den Gästen ist es mittlerweile am wichtigsten, dass sie gut sitzen.

Wesentlich sind also auch die neuen Möglichkeiten im Buchungssystem, die in den vergangenen Jahren dazu gekommen sind. Welche Rolle spielt die Online-Buchung für die erfolgreiche Entwicklung der Zuschauerzahlen?

Die Online-Buchung ist mittlerweile ein sehr wichtiger Baustein unseres Erfolgs. Rund 70 Prozent aller Karten werden auf diesem Wege verkauft. Wir haben das Online-Ticketsystem in den vergangenen Jahren mehrfach erweitert und strategisch ausgebaut. Seit Ende 2015 haben die Besucher Zugriff auf alle freien Plätze im Freilichttheater. Die Zuschauer suchen sich ihre ganz persönlichen Wunschplätze gern selbst aus. Auch die neuen Services print@home und Mobile Ticket werden sehr gut angenommen.

Es sieht so aus, als wenn es auch in diesem Jahr einen Rekord geben könnte. Glauben Sie, dass es für die 400 000-Marke reichen kann? Und welche Rolle spielt so eine Zahl eigentlich, ist das ein Ziel, das man sich setzt?

Es ist noch gar nicht so lange her, da galt die 300  000 als „magische Zahl“ und nur schwer erreichbar. Mittlerweile sind aber Ergebnisse von weit über 300 000 Zuschauern die Regel. Mancher hat sich auch schon an die jährlichen Rekorde gewöhnt, aber das ist bei mir anders: Ich bin jedes Mal sehr bewegt, und ich bin stolz, dass wir mit unserer Arbeit so viele Menschen glücklich machen. Nach den Steigerungen der Vorjahre ist es, glaube ich, nur natürlich, nach dem nächsten Ziel zu schauen. Zumal wir im vergangenen Jahr mit knapp 389 000 Besuchern schon recht dicht an den 400 000 dran waren. In diesem Jahr wird es bis zum Schluss spannend bleiben, ob wir es schaffen. Ich kann es aktuell wirklich noch nicht absehen. Aber es ist für mich ganz klar: Sollten wir die „4“ vorn in der Zahl nicht erreichen, besteht überhaupt kein Grund, in Trübsal zu verfallen, wenn es „nur“ der siebte Rekord in Folge sein sollte. Aber wie gesagt: Das dürfte ein Fotofinish werden.

Wie ist Ihre persönliche Bilanz für dieses Saison? Was hat Sie besonders gefreut? Was möchten Sie vielleicht zur nächsten Saison noch ändern oder weiter verbessern?

Als Geschäftsführerin freue ich mich natürlich, wenn wir gute Besucherzahlen haben, aber das ist ja längst nicht der alleinige Maßstab. Am wichtigsten ist doch, dass unsere Gäste glücklich und zufrieden nach Hause gehen und sich schon auf das nächste Jahr freuen. Und das ist der Fall, wie ich aus vielen Rückmeldungen weiß. Der größte Glückstreffer ist Alexander Klaws als unser neuer Winnetou. Er hat die Herzen der Zuschauer sofort im Sturm erobert und schon bei der Premiere gezeigt, dass unsere Entscheidung für ihn genau die richtige war. Ein Winnetou-Wechsel ist immer eine sensible Sache, aber besser kann so etwas nicht laufen. Aber auch Larissa Marolt und Raúl Richter begeistern das Publikum, ebenso das übrige Ensemble. Jeder im Team ist wichtig. Jeder trägt auf seinem Platz zum Erfolg bei. In die nächste Saison gehen wir mit einem neuen Regisseur, was auch spannend ist. Aber wir alle schauen, an welchen Stellschrauben wir noch etwas verbessern können. Der Erfolg ist für uns ein Ansporn, jede neue Saison zur schönsten zu machen. Bei der Besetzung für das Stück „Der Ölprinz“ gibt es schon viele gute Ideen. Das Publikum kann sich auf einen tollen Karl-May-Sommer 2020 freuen.

Bisher wurde ja immer der jeweils hunderttausendste Zuschauer geehrt und beschenkt. Doch die 400 000 gab es ja bisher noch nie. Sollte die Zahl am Sonntag erreicht werden, wird es dann wieder eine Ehrung geben? Und was wäre der Preis?

Sollten wir die 400 000 am Sonntag wirklich überspringen, werden wir die Vorstellung des Jubiläumsgastes höchstwahrscheinlich in die Präsentation der Besucherzahl einbinden. Als Preis planen wir eine Beteiligung von einem Cent pro Besucher, also 4000 Euro und eine Einladung zur Premiere von „Der Ölprinz“ im Jahr 2020 inklusive Teilnahme an der After-Show-Party mit dem Ensemble.

Gründe für die Erfolgsgeschichte

Die Gründe dafür sind vielfältig. „Manchmal staunen wir selber, aber die Erklärung ist für mich im Grunde ganz einfach: Die Zuschauer sind begeistert von dem, was sie hier geboten bekommen – und sie erzählen es weiter“, vermutet Thienel. Man spüre zudem, dass gerade in einer Zeit, in der sich vieles um virtuelle Welten und digitale Unterhaltsangebote dreht, der Raum für solch ein unmittelbar spürbares Familienerlebnis besonders groß ist.

Ein sehr wichtiger Baustein des Erfolgs sei mittlerweile auch die Online-Buchung. „Rund 70 Prozent aller Karten werden auf diesem Wege verkauft. Wir haben das Online-Ticketsystem in den vergangenen Jahren mehrfach erweitert und strategisch ausgebaut. Seit Ende 2015 haben die Besucher Zugriff auf alle freien Plätze im Freilichttheater.

Auch die neuen Services print@home und Mobile Ticket werden sehr gut angenommen“, sagt Thienel. Dieser Erfolg freut auch den Bad Segeberger Bürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzenden der Kalkberg GmbH, Dieter Schönfeld: „Für die Stadt sind die Karl-May-Spiele eine unverzichtbare Größe. Ich freue mich über den Erfolg, der am Ende allen zugute kommt.“

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Autor: Wie antisemitisch war Karl May?

Hoher Geldpreis für 400 000. Besucher

Doch was passiert am Sonntag, wenn es einen 400 000. Zuschauer gibt? Sowohl der 100 000., als auch der 200 000. und 300 000. Besucher wurden während der Vorstellung geehrt, und es gab attraktive Preise wie eine Reise zu den Rocky Mountains in die USA oder einen Geldpreis von 3000 Euro.

„Sollten wir die 400 000 am Sonntag wirklich überspringen, werden wir die Vorstellung des Jubiläumsgastes höchstwahrscheinlich in die Präsentation der Besucherzahl einbinden. Als Preis planen wir eine Beteiligung von einem Cent pro Besucher, also 4000 Euro und eine Einladung zur Premiere von ,Der Ölprinz’ im Jahr 2020 inklusive Teilnahme an der After-Show-Party mit dem Ensemble“, sagt Thienel.

Klicken Sie hier, um zu sehen, welche Karl-May-Spiele es außerhalb von Bad Segeberg noch in Deutschland gibt.

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