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Segeberg 43 Einblicke in Trappenkamper Tagebücher
Lokales Segeberg 43 Einblicke in Trappenkamper Tagebücher
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18:16 21.09.2018
Zwei Jahre haben Gerald und Iris Tischler an dem Buch von und über Trappenkamper gearbeitet. Quelle: Petra Dreu
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Trappenkamp

2016 sollte das Buch mit 60 Porträts von Trappenkamper Bürgern fertig sei. Zeitlich hat das nicht geklappt, und 60 Porträts sind es nicht geworden. Inzwischen aber ist das Buch mit 43 Porträts fertig, das jetzt für 38 Euro vorbestellt werden kann. Denn erst wenn 100 Vorbestellungen zusammen sind, geht es in Druck.

Edel sieht das großformatige Buch aus, dessen Einband und Seiten tiefschwarz gehalten sind. Schwarz-weiß und im stets gleichen Stil sind auch die ganzseitigen Fotoporträts, mit denen jeder Abgebildete ohne Verlust der Natürlichkeit gekonnt in Szene gesetzt wurde. Geschafft hat das Iris Tischler, die als Deutschlehrerin an der Heinrich-Rantzau-Schule in Bad Segeberg unterrichtet und sich in ihren Freizeit der Fotografie verschrieben hat. Darüber hinaus hat sie die Geschichten der Trappenkamper in Form gebracht, während ihr Ehemann Gerald Tischler für die Gestaltung des Umschlages verantwortlich ist.

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Iris und Gerald Tischler haben ein Buch mit 43 Porträts von Trappenkamper Bürgern erarbeitet.

Die Idee zu dem Buch entstand während des Neujahrsempfangs der Gemeinde im Jahr 2016. Weil jede Gemeinde, die auf sich zählt, eine Chronik oder wenigstens eine Sammlung von Erzählungen ihrer Einwohner hat, die auch ein paar Jahrzehnte weiter noch an die Menschen erinnern, die in ihr leben oder gelebt haben, sollte es auch in Trappenkamp so sein. Die Idee fand Anklang: Ein Buch mit 60 Fotografien und Geschichten, die jeder Porträtierte selbst bestimmen konnte, sollte es werden - für jedes Jahr der jüngsten Gemeinde im Kreis Segeberg ein Porträt.

Dafür haben Iris und Gerald Tischler ordentlich die Werbetrommel gerührt, die anfangs auch noch zuversichtlich waren, zum Dämmerschoppen der Gemeinde im Juli 2016 fertig zu sein. Ihre Rechnung aber hat das junge Ehepaar ohne die Trappenkamper gemacht. Besonders die Familien, ohne die nur wenig in der Gemeinde läuft, hatten sich geziert. „Sie wollten sich nicht in den Vordergrund stellen, hieß es leider immer wieder“, bedauert Iris Tischler die Absagen, die ihr die Arbeit an dem Buch nicht gerade erleichtert haben. Statt der geplanten 60 Porträts sind es nur 43 geworden, von denen Beatrix Domakowski mit 27 Jahren die jüngste und Erika Schmidt mit 94 Jahren die älteste Einwohnerin ist, die einzelne Geschichten niedergeschrieben haben.

„Abgeben sollte jeder eine DIN-A-4-Seite. Manche Seiten waren handschriftlich verfasst und kamen per Post. Andere, wie die der ältesten Porträtierten Erika Schmidt, waren auf dem Computer geschrieben und kamen per Mail“, erzählt Iris Tischler, deren Geduld immer wieder auf die Probe gestellt worden sei.

Das Trappenkamp-Buch

Das Trappenkamp-Buch von Iris und Gerald Tischer enthält 43 Fotoporträts, die allesamt im Schmiede-Museum-Trappenkamp aufgenommen wurden. Darüber hinaus erzählen die Porträtierten völlig unterschiedliche Geschichten, die sie in ihrer Kindheit erlebt haben oder die ihnen im Hier und Jetzt wichtig sind. Ein Ansichtsexemplar des Buches kann im Ladengeschäft von Elektro-Domakowski in der Kieler Straße 7 eingesehen und zum Preis von 38 Euro vorbestellt werden. Erst wenn 100 Vorbestellungen zusammen sind, wird das Buch gedruckt.

Viele der Geschichten haben Iris und Gerald Tischler berührt. Alle aber seien unterschiedlich. Manche erzählen Begebenheiten aus der Kindheit, andere spielen im Hier und Jetzt. „Es ist, als wenn man in den Tagebüchern der Leute blättert“, findet Iris Tischler. Sie hofft darauf, dass es irgendwann eine zweite Auflage des Trappenkamp-Buches geben wird, in dem dann auch Namen wie Schultz, Krille, Barkow, Greiner, Block, Dammeyer und Pechbrenner zu finden sind.

Petra Dreu