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Segeberg A-20-Kämpfer Arne Hansen hat keine Mehrheit mehr im Dorf
Lokales Segeberg A-20-Kämpfer Arne Hansen hat keine Mehrheit mehr im Dorf
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20:33 07.05.2018
Klein Gladebrügge

„Ich wäre fast vom Hocker gefallen.“ Der sonst so gelassene Bürgermeister von Klein Gladebrügge, Arne Hansen, konnte es gar nicht glauben, dass er in seinem Dorf bei der Kreiswahl als Grüner 40,1 Prozent bekommen hat. Hansen ist Vorsitzender der Grünen-Fraktion im Kreistag. Er frage sich, wo denn in seiner Heimatgemeinde „die vielen Grünen sitzen?“ Doch Kreis ist das eine, die Gemeinde das andere. Denn gleichzeitig – das ist jetzt die paradoxe Situation – muss Hansen damit rechnen, bei der konstituierenden Sitzung der Gemeindevertretung als langjähriger Bürgermeister nicht wiedergewählt zu werden.

Arne Hansen holt in Klein Gladebrügge sensationelle 40,1 Prozent für die Kreis-Grünen. Doch als Bürgermeister wird er wohl nicht gewählt. FOTO*: DREU

Denn die ihn stützende Wählergemeinschaft AWG ist dort mit drei Sitzen vertreten, die SPD nur noch mit einem Sitz. Die konkurrierende AKW, die mit Volker Göttsche selber einen Bürgermeisterkandidaten hat, behält ihre vier Sitze, kann aber auf Schützenhilfe von Waldemar Röhr hoffen, der als Einzelbewerber in die Gemeindevertretung gewählt worden ist. Mit 13,4 Prozent hat er sogar mehr Befürworter als die SPD (11,8) bekommen.

Röhr ist in Klein Gladebrügge ein bekannter Mann. Ein Werbevideo auf Youtube zeigt den Gastwirt vom „Keglertreff“ in seinem Wahlwerbefilm. Über seine Ziele als Kommunalpolitiker erfährt man da am Tresen nichts, nur so viel als Slogan: „Das Beste kommt ganz zum Schluss.“ Auf dem Wahlzettel stand er nämlich ganz unten. Röhrs Wahlerfolg ist wahrscheinlich das Ende der Ära Hansen als Chef von Klein Gladebrügge. Er rechne nicht mehr damit, in eine dritte Amtszeit zu gehen, sagt er den LN. Kandidat Göttsche bestätigt auf LN-Nachfrage, dass Röhr ihm seine Unterstützung zugesagt habe. „Uns war klar, dass Röhr in die Gemeindevertretung gewählt wird.“

Hansen selbst geht es nicht um Amt und Würden. Die Tätigkeit als Bürgermeister sei sehr zeit- und kraftaufwendig. Ihm tue es um die Sache leid, dass der bald 20-jährige Kampf gegen die A-20-Trasse am Dorf nun aufgegeben werden könnte. „Das wäre sehr schade, wenn nun alle Klagen gegen den Bau zurückgezogen werden.“

Göttsche sagt auf LN-Nachfrage, dass er auf jeden Fall mit den Planern und dem Land verhandeln werde, um mögliche Verbesserungen beim Lärmschutz auszuhandeln. „Wenn uns die Ergebnisse dabei nicht gefallen, bleibt die Klage als Druckmittel erhalten.“ Die Gemeinde klage ja auch gegen den A-20-Abschnitt bei Wittenborn. Hier geht Göttsche nicht davon aus, dass diese Klage zurückgezogen werde. Er möchte aber möglichst ohne Gerichte eine Lösung bei der Autobahnplanung hinbekommen.

Von Wolfgang Glombik

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