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Segeberg Aktionstag in Segeberg: Vom Lastenrad bis zum Mitfahrnetz
Lokales Segeberg Aktionstag in Segeberg: Vom Lastenrad bis zum Mitfahrnetz
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15:18 21.09.2019
Kurgast Peter Kilian aus Thüringen probierte auf dem Aktionstag ein Liegerad aus und war begeistert. Quelle: Wolfgang Glombik
Bad Segeberg

E-Bikes, Lastenräder, Liegeräder – alles stand zum Ausleihen bereit und wurde gerne mal auf einem Parcours ausprobiert. Unter dem Motto „Anders durch Segeberg – neue Mobilität – einfach anfangen“ stand der erste Aktionstag „Rad und Verkehr“ in Bad Segeberg auf dem Parkplatz vor der Marienkirche. Zumindest für einen Vormittag hatten dort Umweltverbände wie der Deutsche Fahrradclub (ADFC), Segeberger Klimaschutziniativen sowie Kreis und Stadt die dicken Autos vorm Parkplatz an der Marienkirche mit ihren Aktionsständen verdrängt. Vor allem die Codierungsaktion des Fahrradclubs sorgte für lange Warteschlangen.

Damit sie nicht verloren gehen: Ihre schönen E-Bikes ließen Marlis und Herbert Hartz aus Wensin beim Radfahrclub codieren. Quelle: Glombik

Kai Krogmann vom Norderstedter Fahrradclub markierte auf Wunsch mit einem Codiergerät die Räder, damit die bei Verlust und Diebstahl identifiziert werden können. Mit dabei waren auch die passionierten Radler Marlis und Herbert Hartz aus Wensin. „Wir sind viel mit unseren E-Bikes unterwegs, im ganzen Segeberger Umland.“ E-Bike-Radlerin Jutta Bülk beschwerte sich über die Radwege in Bad Segeberg. „Die sind hier eine Katastrophe“, sagte sie. Dieser Meinung sind offenbar viele. Ihren Frust konnten die Radler auf einer Radwege-Kummerkarte loswerden, so ein Art „Klagemauer“ für Fahrradfahrer. Dort wurden „riesige Hubbel“ auf Velorouten beschrieben, fehlende Ausschilderung und der Radweg an der B 432 von Leezen Richtung Bad Segeberg quasi an den „Pranger“ gestellt. Der sei ja geradezu „unbefahrbar“.

Mit so einem Codierungsgerät werden die Räder von Kai Krogmann markiert. Die Eigentümer mussten sich vorher ausweisen. Quelle: Glombik

So ein Treffen der Rad-Enthusiasten und Politiker ist auch eine Ideenbörse. So schlug Kreispolitiker Arne Hansen (Grüne) gegenüber den LN vor, in Bad Segeberg ähnlich wie in Norderstedt endlich Leihstationen für Räder einzurichten. Das sei überfällig. Hansen: „Warum gibt es hier keine Leihräder, wenn Bad Segeberg ein touristischer Ort sein will?“ Wenn man zum Beispiel etwas für die Gäste und Patienten der Reha-Kliniken tun möchte, wäre das doch ideal. In dänischen Städten würden überall kostenfreie Leihräder stehen. Das könnte man in der Kreisstadt auch als soziales oder kommunales Projekt aufziehen.

Mit dem Liegerad über den Platz kurven

Einen hat es schon schon gepackt: Peter Kilian aus Thüringen hat sich an einem Stand ein Liegerad ausgeliehen und kurvt damit über den Platz. „Fährt sich toll.“ Er schätze als Patient der Rehaklinken die Gegend rund um Bad Segeberg für Ausflüge und Radtouren.

Das Mitfahrnetz sucht Mitfahrer

Keine Erfolgsgeschichte ist derzeit das seit zwei Jahren laufende Kreis-Mitfahrnetz. Dabei mangelt es offenbar nicht an Angeboten von Segeberger Autofahrern auf ihren täglichen Pendel-Touren jemanden mitzunehmen, sondern eher an den Abnehmern. Mitfahrer gibt es kaum, sie haben scheinbar Hemmungen in das Fahrzeug eines Fremden mit einzusteigen. „Hier stehen jetzt 300 Fahrten die kreisweit angeboten werden, aber kein Interessent will mitfahren“, klagte Julia Maßow vom Kreis. Auch die extra eingerichtete Telefon-Hotline werde nicht angerufen. Maßow: „Wir haben innerhalb der letzten zwei Jahre gerade einmal 85 Anrufe gehabt.“ Leider würden auch die älteren Bürger in den Segeberger Dörfern das Angebot nicht so annehmen wie erhofft. Ob und wie das geförderte Projekt weiterlaufe, werde demnächst die Politik entscheiden. Das Internet-Portal werde weitere fünf Jahre bestehen bleiben müssen, weil hier enorme Fördermittel drin stecken. Gehofft wird nun, dass das Kreis-Mitfahrnetz durch die aktuelle Klimaschutz-Debatte einen großen neuen Schub bekommt – und doch nicht eingestellt wird.

Von Wolfgang Glombik

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