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Segeberg Interview mit Alexander Klaws: Darum berührt ihn seine Rolle als Winnetou so sehr
Lokales Segeberg Interview mit Alexander Klaws: Darum berührt ihn seine Rolle als Winnetou so sehr
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20:45 14.08.2019
Alexander Klaws ist der neue Winnetou am Kalkberg. Schon als Kind war der Schauspieler selbst großer Winnetou-Fan. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
Bad Segeberg

Mit einem schwarzen Cap auf dem Kopf und einem Lachen im Gesicht taucht Alexander Klaws hinter den Kulissen des Kalkberg-Stadions auf. „Moin, ich bin Alex“, sagt der Sänger und Schauspieler, der seit diesem Jahr der neue Winnetou am Kalkberg ist. Es sind noch etwa zwei Stunden bis die Nachmittagsvorstellung beginnt, der 35-Jährige ist noch ganz entspannt und bietet gleich mal das Du an. Mit Winnetou auf Du und Du? Na klar!

Dieser Moment, wenn Winnetou das erste Mal ins Stadion einreitet und die Titelmelodie erklingt, da kriegen selbst die erwachsenen Zuschauer Gänsehaut.Wie unglaublich fühlt sich das an, wenn man selbst Winnetou ist?

Allein der Moment der ersten Probe, wenn du weißt: Bald sitzen hier 8000 Leute und dann reitest du zur Melodie von Martin Böttcher ein, das war schon der Wahnsinn. Wenn es dann wirklich passiert, ist das ein Moment, da träumt man von, das kann ich gar nicht beschreiben. Dadurch, dass ich selbst als Winnetou-Fan mit der ganzen Magie dieser Geschichte aufgewachsen bin, sind das ganz besondere Emotionen. Bei der Premiere hat zudem noch mein Papa als großer Winnetou-Fan mit Tränen in den Augen im Publikum gesessen.

Viel Cowboy und Indianer gespielt

Winnetou hat eine wichtige Rolle in Deiner Kindheit gespielt, waren es eher die Filme oder die Bücher, die dich begeistert haben?

Das waren die Filme. Als Kind war ich noch keine Leseratte, das kam erst später. Ich war als Kind sehr aktiv und viel draußen. Auf die Filme bin ich total abgefahren. Ich habe auch viel Cowboy und Indianer gespielt, aber damals war ich noch öfter Old Shatterhand (lacht). Später habe ich übrigens noch die Ehre gehabt, mit Pierre Brice für die Serie Traumhotel drehen zu dürfen, da habe ihn meinen Winnetou kennengelernt.

Zur Person

2003 gewann Alexander Klaws die CastingshowDeutschland sucht den Superstar“ (DSDS). Es folgten sechs Alben und Gold, Platin sowie ein Echo für sein musikalisches Schaffen. Nach seinen ersten Charterfolgen schloss er ein Gesangs- und Schauspielstudium ab. Im Anschluss folgten Hauptrollen in vielen Musicals, unter anderem in „Tanz der Vampire“, „Ghost“, „Tarzan“, „Der Schuh des Manitu“, „Saturday Night Fever“, „Jesus Christ Superstar“. Mehrfach wurde er dabei vom Musical-Portal „Musical1“ als „Bester Musicaldarsteller“ ausgezeichnet. Seit dieser Saison reitet Alexander Klaws als Winnetou durch das Kalkbergstadion.

Du hast als Musicaldarsteller auch Tarzan und damit noch eine Legende gespielt. Was ist der Unterschied zwischen Winnetou und Tarzan.

Beides sind schöne Märchen, bei denen man sich vorstellen kann, dass sie auch wahr sein könnten. Es ist ja auch belegt, dass Menschen in der Natur aufgewachsen sind, denk nur an Kaspar Hauser. Es sind zwei verschiedene Geschichten, aber bei beiden siegt am Ende das Gute und beide haben etwas mit der Sehnsucht nach Frieden, Freundschaft und Familie zu tun. Winnetou fühlt sich nur etwas realer an, ein bisschen erwachsener als Tarzan.

Emotionalster Moment am Kalkberg

Was waren neben dem ersten Ritt ins Stadion bisher deine emotionalsten Momente am Kalkberg?

Bei zwei Shows am Tag gibt es da unglaublich viele Momente. Da gehört auf jeden Fall jedes Mal die Abklatschrunde mit den Fans dazu. Wenn die Kinder da zu Hunderten runter kommen, mit dir abklatschen und dir mit einer so ehrlichen Begeisterung sagen, wie toll es ihnen gefallen hat. Das ist einfach schön. Und seit ich selbst Papa bin, ist das sogar noch emotionaler für mich. Auch wenn Ko-Inta, der Adler, runterfliegt und auf meinem Arm landet, ist das ein wunderschöner Moment. Auch wenn es dabei sogar gerade erst eine Panne gab.

Was ist geschehen?

Ich glaube, das ist noch nie bei einer Winnetou-Vorstellung passiert. Ko-Inta ist plötzlich an mir hochgeklettert und hat sich auf meinen Kopf gestellt. So ein Adler hat ja richtige Skalpellkrallen, ich musste sogar nach der Vorstellung kurz in die Notaufnahme und das nähen lassen. Aber das gehört dazu, das ist live – und wenn Du mit Tieren auf der Bühne stehst, kann immer etwas Unerwartetes passieren. Ich dachte schon, er reißt mir die Perücke ab. Aber die Verletzung war nur klein und ein Indianer kennt ja auch keinen Schmerz (lacht).

Das sind Winnetous Gegenspieler aus den letzten 20 Jahren.

Winnetou als Musical?

Als Winnetou am Kalkberg kannst Du nicht wie bei den Musicals singen, vermisst Du das?

Nein, ich weiß ja, dass ich noch so viel singen werde, da ist es jetzt ganz schön, sich mal nur auf die Schauspielerei zu konzentrieren. Ich bin genug damit beschäftigt, die Rolle nicht nur zu spielen, sondern Winnetou zu sein. Das ist mein Anspruch.

Und wenn es Winnetou vielleicht nächstes Jahr mal als Musical am Kalkberg...

Nein, bist Du wahnsinnig, da braucht sich niemand Sorgen machen, auf die Idee würde nicht mal ich kommen (lacht).

Klaws gibt Konzert in Norderstedt

Du singst ja trotzdem bald wieder, und das sogar ganz in der Nähe, Anfang Oktober in Norderstedt. Was kriegen Deine Fans auf Deinen Konzerten zu hören?

Es werden meine Welten zusammengeführt. Es gibt zum Beispiel Songs aus Musicals, die ich gespielt habe, aber etwas anders interpretiert. Wir spielen ja kein Stück, sondern es ist ein Konzert mit Liveband. Auch meine Pop-Vergangenheit spielt eine Rolle. Vielleicht gibt es auch einen Ausblick in die Zukunft, denn ich möchte nächstes Jahr wieder vermehrt Musik machen.

Es gab ja auch schon länger kein Album mehr, ist da etwas geplant?

Ja, musikalisch möchte ich mich nächstes Jahr auch ein Stück weit neu erfinden. Ich habe seit fünf Jahren keine eigene Musik gemacht. In der Zeit ist beruflich wie privat viel passiert, es gab viele Emotionen. Ich bin Papa geworden und es gab natürlich auch nicht so schöne Dinge. Da schlummert etwas in mir und ja, es kribbelt wieder. Ich habe jetzt so viele Rollen gespielt, bin von Musicalbühne zu Musicalbühne gereist. Ich durfte das machen, aber jetzt ist wieder die Musik gefragt. Musicals habe ich jetzt erstmal genug gemacht.

Konzert in Norderstedt

Als Sänger ist Alexander Klaws nach dem Saisonende der Karl-May-Spiele wieder zu erleben. Dabei kommt er auch nach Norderstedt. Am Sonnabend, 5. Oktober, 20 Uhr, präsentiert er gemeinsam mit seiner Band das neue Programm „Pop Meets Movie- and Musicalhits“ in der TriBühne. Den Besuchern verspricht der Sänger eine Reise durch die Welt des Musicals und Films mit den beliebtesten Movie- und Musicalhits sowie eine Auswahl der beliebtesten Songs seiner sechs Alben.

Tickets kosten zwischen 45 und 58 Euro zzgl Vorverkaufsgebühren. Sie sind erhältlich in den LN-Geschäftsstellen und direkt bei der TriBühne Norderstedt, Telefon 040/30 987 123 oder auf www.TRIBUEHNE.DE

Sind das Singen und das Schauspielern gleichberechtigte Leidenschaften bei dir?

Für mich ist ein Entertainer immer jemand, der vielseitig ist. Schau dir Hugh Jackman an, der singt auch, steht als Schauspieler vor der Kamera und wenn er das nicht tut, spielt er am Broadway Musicals. Das ist für mich die moderne Art eines Entertainers oder eines sogenannten Superstars, wenn man dieses etwas abgenudelte Wort noch mal benutzen will. Musik wird immer mein Herzschlag sein, der in mir schlägt. Und die Leidenschaft für die Schauspielerei ist dazu gekommen. Moderiert habe ich auch schon ein oder zwei Sendungen, das ist aber nicht zu 100 Prozent meins.

Klaws über die Zeit nach DSDS

Nachdem Du der erste Gewinner der Castingshow Deutschland sucht den Superstar (DSDS) warst, bist Du nicht abgehoben, sondern hast Deine Bekanntheit bewusst genutzt, um dir eine solide und nachhaltige Karriere aufzubauen. So hat es zumindest den Anschein, aber trifft das auch zu?

Das ist schön gesagt, es klingt aber sehr geplant. Planen kann man so etwas aber nicht. Ich würde sagen, ich bin meiner Leidenschaft gefolgt. Aber jeder Punkt meiner Karriere ist ein Baustein für das, was noch kommen mag. Ich bin noch lange nicht am Ende. Und ich habe immer gewusst: Ein Haus steht nie ohne Fundament. Man kann schnell durch die Decke gehen, aber genauso gut schnell wieder in der Versenkung verschwinden.

Was hast Du anders gemacht, als die DSDS-Gewinner, die heute keiner mehr kennt.

Ich hatte jedenfalls keinen Bock auf den schnellen Erfolg. Der war ja gleich da, aber ich wollte eben nicht drei Alben in einem Jahr machen, sondern lieber eines, das richtig gut ist. Ich mache immer nur das, worauf ich zu Hundert Prozent Bock habe. Nur dann ist man auch bereit Grenzen zu sprengen und so den Unterschied zu anderen zu machen. Aber das plane ich nicht, da folge ich meinem Herzen

Wie Winnetou...

Ja, so blöd das klingen mag, aber so ist das. Außerdem ist es mir wichtig, normal zu bleiben, Mensch zu bleiben, emotional und nicht abgestumpft zu sein. Ich treffe so viele erfolgreiche Menschen, die den Erfolg gar nicht mehr genießen oder spüren können. Das finde ich schlimm.

Sohn hat sein Leben verändert

Guckst du noch DSDS?

Nein, die letzte Staffel habe ich teilweise verfolgt, weil es mich interessiert hat, wie das mit Xavier Naidoo funktioniert. Aber von den Teilnehmern ist mir da leider niemand mehr durch sein Talent im Gedächtnis geblieben, ich kenne nicht mal den Namen des Gewinners.

Du hast Deinen zweieinhalbjährigen Sohn erwähnt, wie hat er Dein Leben verändert?

Er lässt mich die Dinge mehr genießen, vorher war immer Rock’n’Roll, es ging immer schneller, immer weiter. Jetzt geht es zwar auch immer weiter, aber wenn ich morgens wach werde und diesen kleinen Stöpsel sehe, weiß ich, für wen ich das alles mache. Für ihn und meine Freundin. Ich war vorher schon ein Familienmensch, aber jetzt ist das noch mal wichtiger geworden. ich bin viel erfüllter – und ob ein Album auf Platz ein oder zwei ist, ist nur noch Nebensache.

Von Sven Wehde

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