Als Ersatz für die „Mühle“: Bad Segeberg plant Kita-Umzug in die Südstadt
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Als Ersatz für die „Mühle“: Bad Segeberg plant Kita-Umzug in die Südstadt

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17:19 26.04.2021
Die Mühle ist das Jugendzentrum der Stadt mit Jugendtreff, Kindergarten und Hort: Aber nach dem Bau der neuen Gustav-Böhm-Siedlung soll zumindest die Kita dorthin umsiedeln. 
Die Mühle ist das Jugendzentrum der Stadt mit Jugendtreff, Kindergarten und Hort: Aber nach dem Bau der neuen Gustav-Böhm-Siedlung soll zumindest die Kita dorthin umsiedeln.  Quelle: Oliver Vogt
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Bad Segeberg

Auch wenn es noch Jahre dauert. Bad Segeberg muss schon jetzt planen. Denn 2024 läuft der Mietvertrag in der „Mühle“ aus. Hier gibt es Kindergarten, Hort und Jugendtreff auf einer Gesamtfläche von über 2000 Quadratmetern. Die Stadt muss sich aber schon jetzt Gedanken machen, wie sie ihre städtischen Kita-Gruppen in einigen Jahren unterbringt. Sie hat das Grundstück an der Straße An der Trave seit Mai 2013 angemietet, monatlich müssen über 6200 Euro Miete bezahlt werden, die Nebenkosten sind entsprechend hoch, weil die Mühle energetisch nicht im besten Zustand ist.

Die Mühle gehörte früher noch der Firma Möbel Kraft. „Wir haben damals noch zum Freundschaftspreis das Objekt zur Miete bekommen“, teilt Bürgermeister Dieter Schönfeld auf LN-Nachfrage mit. Es gab dann einen Eigentümerwechsel. „Inzwischen sieht die Welt anders aus, das ist für einen Kindergarten kein ideales Gebäude“, sagt Schönfeld. Zwar könnte die Stadt den Mietvertrag noch einmal um fünf Jahre verlängern. Da aber die Südstadt mit der Gustav-Böhm-Siedlung nun ein völlig neues Baugebiet mit vielen jungen Familien bekomme, sei es schon früh eine Überlegung gewesen, hier gleich einen Kindergarten mit einzuplanen.

Kita ist in der Gustav-Böhm-Siedlung fest eingeplant

Doch dass die Stadt jetzt selbst zuschlagen möchte, war bislang noch nicht spruchreif. Jetzt muss die Stadtvertretung erst offiziell die Verwaltung beauftragen, hierzu Verhandlungen mit der Wankendorfer Baugenossenschaft aufzunehmen, in der Gustav-Böhm-Siedlung eine Kindertagesstätte in städtischer Trägerschaft zu errichten. Die Wankendorfer selbst wollte dazu auf LN-Nachfrage noch keine Stellungnahme abgeben, solange hier noch nichts konkret sei. Im Vorfeld soll sie aber schon signalisiert haben, dass die Einrichtung eines Kita-Gebäudes – aber ohne Jugendzentrum – vorstellbar sei. Neben Kita- und Horträumen müssten nach Meinung der Stadt dort aber auch Räume für Verwaltung, Familienzentrum und Fachberatung angemietet werden.

Schönfeld indes betont, dass der Kindergarten bei einem Ortswechsel in eine anderen Stadtteil auch in der Trägerschaft der Stadt bleiben soll. In der Mühlen-Kita sind drei Elementargruppen, darunter eine Naturgruppe, und drei Hortgruppen zu Hause. Insgesamt werden in der Mühle fast 100 Kinder im Alter von drei bis zwölf Jahren zwischen sechs und 18 Uhr betreut. Ein umfassendes Betreuungsangebot, das die Stadt hier bietet.

„Haus für Kinder“-Projekt soll weiterbestehen

Auch ihr „Haus für Kinder“-Projekt in der Südstadt soll in einem neuen Gebäude bleiben. Die Einrichtung der Offenen Kinder- und Jugendarbeit im Gänsekamp 13 wird im Zuge des kompletten Neubaus der Gustav-Böhm-Siedlung abgerissen,  soll aber möglichst in der neuen Wohnsiedlung erhalten bleiben.

„Wir werden weiterhin großen Bedarf an Kindergartenplätzen haben“, schätzt Schönfeld. Ein weiterer Träger sei im Stadtgebiet auf der Suche nach einem Standort für einen Kindergarten, verrät er. Es sei wichtig, Platz für Kindergärten zu finden, die möglichst dicht an den betroffenen, kinderreichen Wohnquartieren lägen, damit die Eltern ihre Kinder nicht durch die halbe Stadt fahren müssten.

Wolfgang Glombik