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Segeberg Alte Windkraftanlagen sollen neuen weichen
Lokales Segeberg Alte Windkraftanlagen sollen neuen weichen
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17:12 18.06.2019
Die sechs kleineren Windkraftanlagen auf Neuengörser Gemeindegebiet aus dem Jahr 2002 sollen durch leistungsfähigere Anlagen ersetzt werden. Quelle: Wolfgang Glombik
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Neuengörs

Die sechs alten Windkraftanlagen von Neuengörs sind in die Jahre gekommen. Die 99 Meter hohen Anlagen, die mit einer Nennleistung von 1,5 Megawatt rund 2,5 Megawattstunden produzieren, wurden 2002 aufgestellt. Die für sie garantierte Einspeisevergütung endet 2021. Im Idealfall würden die Betreiber gerne bis dahin die Altanlagen durch neue, leistungsfähigere Windkraftanlagen der neusten Generation ersetzen.

Weitere Beschlüsse der Gemeindevertretung

Mit einer Forderung des Landes muss sich derzeit die Gemeinde Neungörs herumschlagen, das ein Kataster über „Altlastenverdachtsflächen“ erstellen möchte. Weil auf dem heutigen Gelände von „Fenster Felix“ früher ein Unternehmen ansässig war, das mit Öl gearbeitet hat, ist dieses Grundstück automatisch zu einer „Altlastenverdachtsfläche“ geworden, für die die Gemeinde nun ein Bodengutachten in Auftrag geben muss. 10 000 Euro soll dieses kosten, von denen das Land 75 Prozent erstatten will.

Die Werte der Neuengörser Klärteiche sind gut, von den Einwohnerwerten her ist die Gemeinde aber bereits an ihre Grenzen gekommen. Sollte die Gemeinde wachsen, könnte es zu Problemen kommen. Die Gemeinde beauftragte das Ingenieurbüro Gosch, Schreyer und Partner damit, ein Konzept auszuarbeiten.

Wer eine Fahne von Neungörs in seinem Garten flattern lassen möchte, darf sich freuen, denn bei Bürgermeister Thies Ehlers ist eine neue Lieferung eingetroffen. Die Fahnen im Format 1,50 Meter x 1 Meter sind für 30 Euro bei ihm zu haben. Weil der Brandschutz eine Aufgabe der Gemeinde ist, übernimmt Neuengörs für einen Mitmachtag der Feuerwehr am 13. Juli zur Werbung neuer Mitglieder die anfallenden Kosten bis 1000 Euro.

Konkrete Planungen gibt es noch nicht, wie Jan Eike Schuldt, Geschäftsführer der „Repower NW GmbH & Co KG“ mit Sitz in Neuengörs am Montag während der Sitzung der Gemeindevertretung versicherte. Nur eins ist jetzt schon klar: Die neuen Anlagen werden höher als die Altanlagen sein. Sie sollen mit aller Voraussicht auch die 149 Meter hohen Anlagen mit einer Nennleistung von 3,4 Megawatt überragen, die 2017 errichtet wurden und acht Megawattstunden produzieren. „Heute rechnet man mit 200-Meter-Anlagen“, sagte Schuldt, der auf einen Dialog mit der Gemeinde und eine gemeindeverträgliche Überarbeitung beider Windkraftflächen hofft.

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Bauleitverfahren oder städtebaulicher Vertrag?

Für die Altanlagen gibt es den Bebauungsplan Nr. 4, für die sechs 2017 gebauten Anlagen des Windparks Neuengörs-Weede den Bebauungsplan Nr. 7. Idealerweise sollte nicht nur der B-Plan Nr. 4, sondern auch der 7er Plan für eine Überarbeitung aufgehoben werden, für die dann aber zwei Wege zum Ziel führen könnten. Erste Variante ist das normale Bauleitverfahren mit Öffentlichkeitsbeteiligung. Nachteil: Es dauert mehrere Jahre, Änderungen sind zudem aufwendig.

Jan Eike Schuldt hofft daher auf einen städtebaulichen Vertrag mit der Gemeinde, der zügiger umgesetzt werden könnte. „Mit einem städtebaulichen Vertrag sind alle Beteiligten flexibler. Ihn kann man an Entwicklungen anpassen, was mit einem Bauleitverfahren nicht so einfach geht“, so Schuldt, der zudem betont, dass auch bei einem städtebaulichen Vertrag eine Öffentlichkeitsbeteiligung vereinbart werden könne.

Bürger sollen investieren können

Die sechs Altanlagen teilen sich fünf Besitzer. Zwei der insgesamt sechs 2017er Anlagen haben 100 Bürger als Eigentümer, zwei weitere teilen sich 15 Landwirte aus Neuengörs und Umgebung, die restlichen beiden Anlagen sind im Besitz einer lokalen Projektgesellschaft. „Die Steuern bleiben hier in der Region. Das ist ein Vorteil gegenüber großen Investmentgesellschaften und soll auch bei den Repowering-Anlagen so sein“, stellte Jan Eike Schuldt in Aussicht.

Ob ein Bauleitverfahren oder ein städtebaulicher Vertrag in Betracht gezogen wird, soll eine Arbeitsgruppe klären, der neben Bürgermeister Thies Ehlers, seinem Stellvertreter Andreas Frahm sowie Axel Herzfeld und Jörg Jaacks angehören.

Petra Dreu