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Segeberg Altes Handwerk: Der Stolz von Bad Segeberg
Lokales Segeberg Altes Handwerk: Der Stolz von Bad Segeberg
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17:00 19.01.2020
Der Fotograf hat sich 1906 viel Zeit genommen, um alle Beteiligten aufzustellen: Richtfest Neubau der Harmonie nach dem Brand durch die Firma Specht. Quelle: Kalkbergarchiv
Bad Segeberg

Versprochen, es gibt Schmalzbrote und Freibier – ganz wie früher auf dem Bau: Am Donnerstag, 23.Januar, hält Hans-Werner Baurycza ab 19.30 Uhr einen Vortrag im Bürgersaal des Rathauses zum Thema „Bau(t)en in Segeberg“. Wer anderes als Gerstensaft aus der Bügelflasche bevorzugt, kann sich auch an gratis Fassbrause halten. Zu feiern, zu hören und vor allem auch zu sehen gibt es beim Heimatforscher Baurycza einiges. Schon jetzt – und noch bis zum 2. März – ist zum Beispiel seine Ausstellung zum Thema im Rathaus zu besichtigen.

Großer Fundus Kalkbergarchiv

Es lohnt sich, den großen Fundus aus dem Kalkbergarchiv zu studieren. Es ist pure Stadtgeschichte. Denn in Bad Segeberg gibt es – landesweit einmalig – einige traditionsreiche Handwerksbetriebe, die bis heute florieren. Ganz vorne natürlich die Firma Johannes Specht die – heute über 150 Jahre alt – die, weit über die Stadtgrenzen hinaus aktiv, schon so eine kleine Stadt zusammengebaut hat. Zum Beispiel die „Harmonie“. Das Richtfest-Foto von 1906 mit den Zimmerleuten der Firma Rohlf ist ein Pracht-Dokument aus der Hamburger Straße. Bis 1970 war hier auch ein Kino, später die Disco „Gogo“, dann kam dort Aldi hin, jetzt findet sich dort ein Sanitärhandel.

Elektrobetrieb Bruno Schweim in der Oldesloer Straße in den 1970er Jahren. Quelle: Kalkbergarchiv

In einer Vitrine der Rathausausstellung sind alte Werkzeuge aus dem Bauhandwerk von Firma Specht ausgestellt. Ein uraltes Maßband, eine Maurerkelle, die schon die Altvorderen geschwungen haben. Wie schön wurden damals um die Jahrhundertwende die Rechnungen geschrieben: Mit allerlei Jugendstil-Schnörkel und handschriftlich sicherer Feder.Von der Heinrich-Rantzau-Schule bis zum Eiskeller in der Oldesloer Straße haben die Spechts gebaut. Neu errichtet, dieses Mal gleich mit drei Geschossen, wurde 1916/1917 auch das frühere Lehrerseminar, die heutige Dahlmannschule. Auch zu diesem Thema zeigt das Kalkbergarchiv alte Fotografien, die kaum bekannt sind.

Die ersten Handwerker bauten die Siegesburg

Das Bauhandwerk habe in Segeberg eine lange Tradition, schreibt Baurycza in einer Pressemitteilung, „kamen doch die ersten Handwerker bereits im 12. Jahrhundert hierher, um die Siegesburg und die Kirche mit dem Kloster zu bauen“. Die Ausstellung zeigt einige besondere Bauwerke Segebergs und deren Geschichte. Schwerpunkte sind die Vorstellung bekannter Segeberger Unternehmen mit einer über 100jährigen Geschichte wie die Firmen Specht, Schweim oder Pötter-Rohlf. Längst abgerissene Gebäude, die früher die Kleinstadt prägten – wie zum Beispiel das Stammhaus von Ernst Schweim & Söhne – werden gezeigt.

Viel Liebe zum Detail wird deutlich, nicht nur bei den Bauwerken. Wie prachtvoll gestaltet war zum Beispiel der Ehrenmeister-Brief von Gustav Tödt von der Stellmacher-Innung. Von 1896 bis 2012 prägte die Stellmacherei und Tischlerei Gustav Tödt die Lübecker Straße.

Auch das Bauunternehmen Julius Meyer von 1906 bis 2006 wird gewürdigt. Das Unternehmen baute 1914 unter anderem die heutige Volksbank. Das markante Gebäude steht heute noch da, in seiner alten Bauweise. Das und noch viele Details zum alten Handwerk in Segeberg will Hans-Werner Baurycza am kommenden Donnerstag präsentieren.

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