Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Segeberg Amt Itzstedt vergibt Termine per Knopfdruck
Lokales Segeberg Amt Itzstedt vergibt Termine per Knopfdruck
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
16:00 03.05.2019
Die neue Homepage ist da. Jana Christesen und Christoph Hempel vom Amt Itzstedt. Quelle: Irene Burow
Anzeige
Segeberg

Das Amt Itzstedt ist in Sachen Digitalisierung allen Ämtern in der Gegend einen Schritt voraus. Dort werden seit Anfang Mai Online-Termine vergeben. Wer im Einwohnermeldeamt einen Reisepass beantragen oder sich ummelden will, soll in Zukunft nicht mehr lange warten müssen.

Torge Sommerkorn. Quelle: Irene Burow

„Das ist unsere Hauptaufgabe, dort gibt es die klassische Laufkundschaft“, sagt Fachbereichsleiter Torge Sommerkorn. Wer einen Stempel braucht, um sein Motorrad abzumelden, müsse rund zwei Stunden warten. „Das kann nicht sein“, gibt Verwaltungsleiter Andreas Bigott zu.

Anzeige

Lange Wartezeiten im Meldeamt

„In keinem anderen Bereich gibt es so lange Wartezeiten. Wir sehen ja, wie viele Menschen dann immer hier sitzen. Wir versprechen uns davon mehr Bürgerfreundlichkeit. Denn jeder kennt das: Man will nicht lange warten, man will sein Anliegen schnell erledigen.“

So funktioniert die Online-Terminvergabe

Online gebucht werden können Termine mit dem Einwohnermeldeamt. Das betrifft Anliegen im Bereich des Meldewesens wie die Beantragung von Personalausweisen, Reise-, Kinderreisepässen, vorläufigen Ausweisdokumenten, An- und Ummeldungen, Beantragung von Führungszeugnissen und Auszügen aus dem Gewerbezentralregister, die Beantragung von Fischereischeinen und den Erwerb der dazugehörigen Fischereimarken.

Der Online-Vorgang ist auf der Startseite des Amtes zu finden. Man klickt sich über die Meldebehörde und sein Anliegen durch zu Datum und Termin. Eine E-Mail bestätigt den Termin. Bei mehreren Anliegen wird automatisch eine längere Zeit eingeplant. Wer den Termin vorher wieder absagen möchte, kann das über die E-Mail tun.

Infos: www.amt-itzstedt.de

Ab sofort sollen die Anliegen der knapp 20 000 Bürger in den sieben Amtsgemeinden besser planbar sein – für beide Seiten. Es handelt sich um eine Pilotphase, in der zunächst Termine mit einem Mitarbeiter vereinbart werden. Bei Bedarf wird erweitert. „Jeden Montag und Freitag können Bürger einen Termin innerhalb der Öffnungszeiten reservieren“, sagt Christoph Hempel vom Meldeamt, der das Projekt betreut. „So können gerade Berufstätige ihre Zeit besser planen.“

Andreas Bigott. Quelle: Irene Burow

Die Terminvergabe ist auf der Homepage www.amt-itzstedt.de zu finden. Kein Amt im Kreis Segeberg könne damit aufwarten. „Und ich glaube auch keines in Schleswig-Holstein“, sagt Andreas Bigott. „Für uns ist es ein kleiner Meilenstein. Wir wollen kein altes Amt sein.“

Ein Jahr wurde in der Behörde an einer Digitalisierungs-Offensive gearbeitet. Neben der Terminvergabe ist die Homepage aufwendig umgestaltet worden. Seit Beginn des Jahres wurden in allen Abteilungen in die Ärmel hochgekrempelt und Inhalte geliefert. Wer ist für was zuständig? Was macht das Amt aus? Mitarbeiterin Jana Christensen hat die Texte akribisch eingepflegt.

Neues Logo vereint Gemeinden im Amt Itzstedt

Das neue Logo zeigt den Amtsbereich inklusive Tangstedt. Quelle: hfr

Eigens für den Internetauftritt ist ein neues Logo für das Amt entwickelt worden. Es zeigt die räumlichen Grenzen des Amtsbereiches über die zwei Kreise Segeberg und Stormarn. Wer sich durchklickt, findet Aktuelles, Verlinkungen zum Kreis und etliche Dokumente wie B-Pläne zum Herunterladen. Bürger und Gemeindevertreter finden im Informationssystem jetzt Sitzungstermine und Beschlüsse der politischen Gremien, alle Vorlagen und Protokolle.

So sieht es in anderen Ämtern aus

Damit zieht das Amt Itzstedt allerdings erst nach. Im Amt Bornhöved war das System „Allris“ (Allgemeines Ratsinformations- und Dokumentensystem) schon im Jahr 2010 beschlossene Sache, fünf Jahre später ging eine neue Homepage online.

Im Amt Trave-Land zog das digitale Zeitalter in Form von Akten per Mausklick ebenfalls im Jahr 2015 ein. Für das kreisweit größte Amt hieß das: Tablets statt Porto und Papierberge. Die meisten der über 400 Gemeindevertreter und bürgerlichen Mitglieder waren da schon dem Aufruf des Amtes zum papierlosen Büro gefolgt. Das Amt Boostedt-Rickling stellte seinen neuen Internet-Auftritt im gleichen Jahr vor.

Homepage kostet mehrere Tausend Euro

Verschlafen wirken im Vergleich die Seiten der Ämter Leezen und Kisdorf. Nur notwendigste Infos finden Surfende dort. Zwar gibt es Formulare und Niederschriften zum Download, von einem Ratssystem fehlt jede Spur. Im Amt Leezen mit seinen zwölf Gemeinden ist der letzte Copyrightvermerk im Jahr 2009 stehen geblieben. Im Amt Kisdorf, das für neun Gemeinden zuständig ist, gar im Jahr 2006.

Neben der nötigen Manpower in Fragen Digitalisierung ist das auch eine Kostenfrage: 7000 Euro hat sich das Amt Bornhöved die neue Homepage kosten lassen. Auch in Itzstedt wurde eine ähnlich hohe Summe berappt.

„Ein hartes Stück Arbeit“

„Es war ein hartes Stück Arbeit“, sagt Bigott. „Wir haben uns auf die Fahnen geschrieben, aktuell zu bleiben.“ Nachrichten, Infos zu Baustellen oder derzeit der Briefwahlantrag für die Europawahl sollen eingepflegt werden – und später wieder verschwinden. „Dafür haben wir ein gutes neues, junges Team.“

Mehr zu Itzstedt: www.ln-online.de/itzstedt

Lesen Sie auch: Digitalisierung der Akten beim Kreis 

Irene Burow

02.05.2019
02.05.2019
02.05.2019
Anzeige